Vermehrungsgarten Hannover

Der Vermehrungsgarten Hannover ist ein Schau- und Lerngarten in der Großstadt. Die Vermehrung samenfester Gemüsesorten und besonderen Kräuter unter Beteiligung von ehrenamtlich engagierten BürgerInnen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Als Garten in der Stadt kann er von BürgerInnen regelmässig besucht werden. Dieses ermöglicht Abläufe in Anbau und der Natur zu verfolgen. Wissen, Fragen, Erfahrungen, Verwunderung können im persönlichen Gespräch Raum bekommen und Informationen gegeben, Fragen beantwortet werden.
Samenfeste Gemüsesorten, einige auch von der Roten Liste Gemüsepflanzen, werden präsentiert, vermehrt und mit dem Ziel weitergegeben, dass sie in vielen Haus- und Kleingärten angebaut und erhalten werden können. Damit verbunden ist eine kontinuierliche Bildungsarbeit, die ein besseres Verständnis der Natur erreichen möchte.
In Kooperation mit einer Vielzahl von BürgerInnen, Organisationen, Firmen gelingt es auch größere Vorhaben umzusetzen, den Garten weiter aufzubauen und zu entwickeln.
Der Vermehrungsgarten Hannover hat mit seiner Entwicklung und fachlich guten Arbeit der letzten Jahre gezeigt, er ist ein auszeichnungswürdiges Projekt im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Den Vermehrungsgarten Hannover gibt es seit sechs Jahren. Begonnen auf einer Brachfläche ist zwischenzeitlich ein sehenswerter Schau- und Lerngarten entstanden. Mit ehrenamtlichem Engagement haben BürgerInnen den ersten Garten dieser Art in einer Großstadt aufgebaut.
Ziele des Garten-Projekt sind:
die Vielfalt im Nutzpflanzenbereich, bei Gemüse, Kräutern und kleine Obstgehölzen deutlich zu machen,
die Vermehrung dieser Kulturen zu betreiben und zu vermitteln und die Ergebnisse an Klein-, Haus- und Balkongärtner weiter zugeben,
BesucherInnen und ehrenamtlich Mitarbeitenden die biologische Vielfalt zu vermitteln und auf besondere Zusammenhänge hinzuweisen.
Das bedeutet: Die Menschheit verfügen über eine Vielzahl an unterschiedlichen samenfesten Gemüsesorten. Diese Sorten, ihre besonderen Qualitäten gilt es in den Blick zunehmen, sich mit Anbau und Vermehrung zu beschäftigen. Gemeinsam mit BürgerInnen betreiben wir den Anbau und die Vermehrung dieser Kulturen und vermitteln dieses Wissen bei der Mitarbeit und in Kursen. Im persönlichen Gespräch wird bei den aktuellen Fragen von BesucherInnen und MithelferInnen an gesetzt.
Gewonnenes Saatgut, vorgezogene Kräuterpflanzen werden an Klein- Haus- und Balkongärtner bei Veranstaltungen weiter gegeben. Die Saatgutbörse „Säen Sie sich das mal an!“, eine Pflanzenböse im Kleingartenverein und die Sortensichtung im September werden gut besucht und die BesucherInnen nehmen Saatgut, Pflanzen und Informationen über den Anbau und Erhalt mit. Durch Rückmeldung erhalten wir Informationen über ihre Erfahrungen mit den Saaten, Pflanzen und Sorten.
Die Internetseite www.vermehrungarten informiert nicht nur über Aktuelles und anstehende Termine, sondern auch über die besonderen Sorten, ihren Anbau und die Vermehrung. Die örtliche Presse berichtet über den Garten. Ein Fernsehbeitrag des NDR informierte 2015 der über Gartenaufbau und unsere Arbeit. Die Publikationen des städtischen Nachhaltigkeitsbüro, sowie die „Offene Pforte“ informieren über unsere Veranstaltungen.
Der Vermehrungsgarten ist der erste dieser Art in einer Großstadt. Besucher können einfach regelmässig kommen und so die Entwicklung von Pflanzen erleben: Wie groß, hoch ist die gesäte, gepflanzte Kultur geworden? Wie sieht blühender Salat aus? Wie lange stehen Grünkohl oder Steckrübe bis zur Saatgutreife auf dem Beet? Welche Insekten besuchen Porree- und Petersilienblüten?
Der Garten bietet ein niedrigschwelliges Angebot für die Großstädter. Gärtnern ist in, aber nicht alle haben einen Garten und/oder trauen sich diese Arbeit zu. Im Vermehrungsgarten kann jede/r mitarbeiten. Es gibt zwei Termine in der Woche zu denen jede/r kommen kann. Es gibt Einarbeitung, Anleitung und alle entstehenden Fragen werden beantwortet. Dieses Angebot wird angenommen und geschätzt. Es kommen mehr Frauen als Männer, sie sind eher über 35 als darunter, viele sind berufstätig, u.a. in der Verwaltung, im Gesundheitsbereich, in der Bildung. Einige Unterstützer kommen regelmässig und schätzen die Möglichkeit in einer Gruppe aktiv zu sein, etwas sinnvolles zu tun und immer wieder Neues zu erfahren. Einige kommen gelegentlich, wenn sie neben Beruf, Familie und eigenem Garten Zeit haben. Einige haben zwischenzeitlich die „Seiten gewechselt“ und haben die Verantwortung für einen Klein- oder Hausgarten übernommen und geben dort besonderen Sorten und Pflanzen einen Platz.
Der Vermehrungsgarten ist mit verschiedenen Personen, Organisationen verknüpft und in Kooperation. Unterstützt wird der Garten u.a. von der Landeshauptstadt Hannover mit der es einen Kooperationsvertrag gibt. Dieser beinhaltet eine langfristige Unterstützung der Arbeit, die Bereitstellung des Geländes, die Bewilligung von Sachmitteln für den Aufbau und Erhalt und seit 2019 eine institionelle Förderung für die Honorierung einer Teilzeitstelle für die Organisation und Leitung. Verschiedene Akteure beteiligen sich an Veranstaltungen und unterstützen besondere Projekte, wie den Bau des Gartenhauses oder einen mit Sonnenkraft betrieben Brunnen. Jugendwerkstätten, der städtische Fachbereich zur Vorbereitung für den Arbeitsmarkt beteiligten sich genauso, wie ein Dachdeckerpaar, die den Aufbau des Gründaches angeleitet und begleitet haben und eine Solarfirma die uns beim solarbetriebenen Brunnen unterstützte. Sie spenden, geben Zeit und Wissen. Das Freiwilligenzentrum Hannover informiert an ehrenamtlicher Tätigkeit Interessierte über die Möglichkeit des Engagement im Vermehrungsgarten. An der Saatgutbörse beteiligen sich private Erhalter, die sich mit dem Saatgut ihrer samenfester Sorten das Angebot bereichern. Im Arbeitskreis, „Erhalt in der Region“ tauschen private Erhalter Erfahrungen aus und unterstützen sich u.a. bei der Vermehrung von zweijährigen Kulturen.
Der Vermehrungsgarten Hannover hat mit seiner Entwicklung und fachlich guten Arbeit der letzten Jahre gezeigt, er ist ein auszeichnungswürdiges Projekt im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Nicht nur Arten sind durch die Abnahme der Biologischen Vielfalt bedroht, es trifft auch Sorten. Dabei verfügen wir über einen großen Reichtum an samenfesten Gemüsesorten. Viele dieser Sorten wurden für den Hausgartenbereich gezüchtet, von Generationen von Gärtnern erhalten und stellen unser kulturelles Erbe dar. Sie verfügen im Gegensatz zu F1-Hybriden über besondere Qualitäten: ein längeres Erntezeitfenster, unterschiedlich große Früchte oder die abziehbare Schale bei Tomaten und einen besonderer Geschmack. Auch Gemüse, welche wegen ihrer kurzfristiger Haltbarkeit oder schlechten Transportqualität nie in den Handel kommen werden sind geeignet. Den Transport vom Beet in den Mund oder in die Küche ist immer schaffbar.
Wir arbeiten biologisch. In Teilen des Gartens ist die Natur ungestört und bietet Lebensraum für Wildtiere und -pflanzen. Verschiedene Singvögel und ziehen ihre Brut heran, Grashüpfer, Raupen, ein Waldkautz finden Lebensorte. Besondere Naturerlebnisse, wie eine besondere Spinne, die Larven von Großkäfern, Hornissen und Nashornkäfer werden mit den BesucherInnen gemeinsam erleben und diskutieren. Zusammenhänge können oft an erlebten Beispielen verdeutlicht werden. Im Garten stehen Honigbienen, ein Imker kümmert sich verlässlich darum. Durch besondere Hilfen und Pflanzen wird für Wildbienen gesorgt. Die Fläche des Vermehrungsgartens sind 4500 qm Aktuell erhalten wir 128 Sorten.


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Vermehrungsgarten Hannover

An der Bauerwiese 42
30459 Hannover

Öffnungszeiten: Di + So ab 14 Uhr Mitarbeit, von April bis Oktober 2. Sonntag im Monat Führung um 15 Uhr

Frau Kornelia Stock
Tel.:16 403 33
vermehrungsgarten@htp-tel.de
http://www.vermehrungsgarten.de

 

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Vermehrungsgarten Hannover
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