Taxonomie-Werkstatt: Natur erkennen, benennen, verstehen!

Der Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt gelingt nur, wenn wir die verschiedenen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten und die Voraussetzungen, die sie zum Überleben brauchen, genau kennen.
Dieses Wissen ist eine essentielle Grundlage für den Naturschutz, aber Artenkenner*innen in diesem Bereich sind rar.
Daher bildet das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK)seit 2018 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 – 14 Jahren zu Artenkenner*innen aus. Unter der gemeinsamen Anleitung von Fachexperten*innen aus regionalen naturhistorischen Vereinen und der Museumspädagogik erlernen sie die Grundlagen des Artenbestimmens.

In Schul-Arbeitsgemeinschaften besuchen die Schüler*innen das Museum über ein Schuljahr einmal pro Woche und lernen die Merkmale und Eigenschaften verschiedener Lebewesen kennen. Bei diesem Lernprozess werden sie kontinuierlich von einem Museumspädagogen/einer Museumspädagogin begleitet. Damit fungiert die Taxonomie-Werkstatt als Schnittstelle zwischen den Jugendlichen und den Referenten. In entspannter Atmosphäre werden Hemmschwellen abgebaut und der Dialog zwischen Wissenschaftler*innen und Schüler*innen gefördert.
Zusätzlich zu den Schul-AGs bietet das ZFMK für besonders Interessierte außerschulische Ferienprogramme, Exkursionen und Forscherwochenenden an. All diese Aktivitäten sollen im Idealfall zu einem 1:1-Mentoring führen, bestehend aus einem Fachexperten/einer Fachexpertin und einem Schüler/einer Schülerin. So kann das in der Taxonomie-Werkstatt erworbene Wissen in selbstorganisierten Kursen, Praktika oder Exkursionen individuell vertieft werden. Langfristiges Ziel ist die Begleitung der Kinder und Jugendlichen bis hin zu einer naturwissenschaftlich orientierten Ausbildung.

Die Themen der einzelnen Kurstage sind breit aufgestellt und reichen von Fledermäusen, Schmetterlingen, Käfern und Libellen bis hin zu Bäumen, Flechten und Pilzen. Fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts sind regelmäßige Feedbackgespräche mit den Teilnehmenden, deren Erkenntnisse in die Planung und Themenauswahl der Folgetermine einfließen. Dieser partizipative Ansatz gewährleistet den kontinuierlichen Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft im Rahmen des Projektes und berücksichtigt die Bedarfe und Erwartungshorizonte der Kinder und Jugendlichen. Je nach Interesse werden die entsprechenden Fachexperten*innen zu den Kursen hinzugezogen, um ihre Expertise einzubringen.

Im Rahmen der Taxonomie-Werkstatt hat das Museum Koenig 127 Schüler*innen der 5. – 8. Klasse, 29 Grundschüler*innen der 1. – 4. Klasse und 18 Kindergartenkinder zwischen 5–6 Jahren betreut.
70 % der Schüler*innen der 5. – 8. Klasse haben sich dafür entschieden den Kurs im folgenden Schuljahr fortzuführen. Ein Jugendlicher ist zusätzlich in einer 1-zu-1-Betreuung und arbeitet ehrenamtlich einmal pro Woche in der Abteilung Coleoptera des ZFMK.
Es entstand ein kontinuierlich wachsendes Netzwerk aus zurzeit 30 Expertinnen und Experten, die regelmäßig Kurse und/oder Exkursionen anbieten. 80 % der Expertinnen und Experten möchten weiterhin Kurse für die Taxonomie-Werkstatt anbieten und haben für konkrete Termine im Schuljahr 2019/2020 zugesagt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Entsprechend den Visionen der nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) fördert das Projekt „Taxonomie-Werkstatt“ das gesellschaftliche Bewusstsein (B5) für die biologische Vielfalt:
Kinder und Jugendliche so früh wie möglich an das taxonomische Erkennen und Erfassen von Arten heranzuführen, ist essenziell, um das Interesse für ein taxonomisch orientiertes Berufsfeld und/oder die ehrenamtliche Tätigkeit in diesem Bereich zu wecken. Ohne die taxonomische Expertise von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Akteuren sind die in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS 2007) formulierten Handlungsziele nicht erreichbar.
Mit der Förderung der Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses für den Bereich Taxonomie, dem Erkennen und Beschreiben von Arten, greift das Projekt „Taxonomie-Werkstatt“ die unter B.1.1. „Biodiversität“ aufgeführten Handlungsziele "Verbesserung der Kenntnisse über das Vorkommen und die Verbreitung einheimischer, Tier-, Pflanzen- und Pilzarten" sowie die "langfristige Sicherung der Ausbildung und Forschung in der Taxonomie …" direkt auf. Auch zu dem in den Aktionsfelder C14 „Information und Bildung“ und C15 „Forschung und Technologietransfer“ formulierten Ziel, die „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ zu stärken und zu fördern, leistet das Projekt einen effektiven Beitrag. Denn, wie in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt S. 90 ff. beschrieben, sind die taxonomische und ökologische Erforschung der Arten in ihren Lebensräumen

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Besuchen Sie uns

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig

Adenauerallee 160
53113 Bonn

Öffnungszeiten: Di bis So: 10:00 bis 18:00 Uhr, letzter Einlass: 17:15 Uhr; Mi: bis 21:00 Uhr, letzter Einlass: 20:15 Uhr (an gesetzlichen Feiertagen bis 18:00 Uhr); montags nur an gesetzlichen Feiertagen

Frau Eva Neitscher
Tel.:0228 9122 102
info@leibniz-zfmk.de
http://www.zfmk.de

 

Weitere Infos

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Bonn

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