Sonderwettbewerb Soziale Natur

"Wald der Möglichkeiten"

Der „Wald der Möglichkeiten“ bietet einen Begegnungsort für Natur, Mensch und Tier. In verschiedenen, inklusiven Projekten werden Menschen zusammengeführt, die sich sonst nicht begegnet wären. Der Wald, mit seiner Vielfalt, hilft hier Barrieren zu brechen, Interesse zu wecken und Brücken in Richtung Inklusion zu bauen.

In dem circa 1 ha großen Waldgrundstück, welches von circa 5 ha Weide und 1000m² angelegter Blühwiese umgeben ist, treffen sich regelmäßig die unterschiedlichsten Menschen um Inklusion zu leben.
Auf dem weitgehend naturbelassenen Grundstück befinden sich unter anderem ein Grillplatz, schöne Ecken mit Sitzgelegenheiten und Schaukeln, ein Bauwagen mit "Terassendeck", ein Pavillon und ein großer Sand/Reitplatz zum Verweilen.
Darüber hinaus gibt es eine mobile, rollstuhlgerechte Toilette. Es gibt viele natürliche Klettermöglichkeiten, einen Spielbereich mit Weidentipi, Holzpferden und einem großen Webrahmen zum Einflechten von Naturmaterialien. Ein ortsansässiger Kindergarten nutzt das Grundstück regelmäßig, um dort ihre „Wald Tage“ durchzuführen.
In den zahlreichen Projekten wurden Totholzhaufen, Lesesteinhaufen und Benjeshecken angelegt. Diese wurden als „Eh-da-Räume“ benannt. Schilder unterrichten die Besucher über die Wildtiere, die an diesen Plätzen Ruhe- und Nistmöglichkeiten finden.
Durch die vorhandene, biologische Vielfallt fällt es leicht eine ungezwungene Atmosphäre zu schaffen, einen Zugang zu den Menschen zu finden und ganz nebenbei noch viel über die so wichtige, schützenswerte Natur zu lernen.
Nach dem Motto "Einfach machen" werden Freiräume geschaffen, an denen man einfach sein darf, nichts sein muss, aber fast alles sein kann, solange der Respekt zur Natur, zum Menschen und zum Tier eingehalten wird.
Auf dem Grundstück leben drei Zwergesel mit unterschiedlichen Charakteren. Sie leisten ihren "Dienst" freiwillig und mit augenscheinlich großem Interesse. Sie laufen dort frei zwischen den Gruppen und dürfen einfach nur Esel sein und selber entscheiden in wieweit sie den Kontakt zum Menschen suchen möchten.
So ist "Tamme" der scheueste und sensibelste Esel von den Dreien. Er merkt aber sofort, wenn jemand bedürftig ist. Oft sucht er dann Körperkontakt, legt seinen Kopf auf den Kopf der Person und bringt sie zum Lachen.
Auch zwei Bienenvölker haben auf dem Grundstück ihr zu Hause gefunden. Diese werden von einem Imker betreut, der zugleich den Umgang mit den Bienen vermittelt und näherbringt.
Drei Quessantschafe halten das Gras kurz und verdichten den Boden. In regelmäßigen Abständen werden diese geschoren. Die Wolle wird gekämmt und dann in Projekten auf verschiedene Weise weiterverarbeitet.
Den Ursprung hatte der „Wald der Möglichkeiten“ vor 15 Jahren. Er wurde privat gepachtet und sollte Eseln als schönes zu Hause dienen.
Nach einem einschneidenden familiären Ereignis wurde auf dem Waldgrundstück ein "Freudenfest" gefeiert und so wurden einige Personen auf dieses Kleinod aufmerksam.
Es kamen immer mehr Anfragen zur Nutzung des Geländes und immer mehr Aktionen wurden geplant. Seit drei Jahren wird der Wald von den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. intensiv genutzt und geschätzt. Durch großzügige Spenden von verschiedenen Einrichtungen konnten Sitzmöglichkeiten und die Toilette angeschafft, sowie die Bienenwiese angelegt werden.
Regelmäßig werden neue Aktionen und Projekte geplant. Dabei laden die Gemeinnützigen Werkstätten immer unterschiedliche Personengruppen ein, die sich auf anderem Wege vielleicht nicht unbedingt begegnet wären.
So kamen bereits Flüchtlingsfamilien mit Jugendlichen einer Realschule zusammen, die in Zusammenarbeit mit den Gemeinnützigen Werkstätten Vogelhäuser beklebt haben. Dieses Willkommenssymbol sollte den Familien einen schönen Tag außerhalb ihrer Notunterkunft bereiten.
In einer weiteren Zusammenarbeit haben Jugendliche aus einen jugendforensischen Abteilung mit beeinträchtigten Senioren der Gemeinnützigen Werkstätten ein Memory aus Ton gebaut, das nach Fertigstellung einem Kindergarten überreicht worden ist. Bei diesem Projekt fanden einige Treffen im Wald statt, so wurde zum Beispiel gemeinsames Kochen am Hordentopf eine gute Gelegenheit sich zu nähern, kennenzulernen und mit Respekt zu begegnen. Nach einer Weile hatte sich der Umgangston der Jugendlichen von einem anfänglichen "Ghetto-Slang" zu einem normalen Umgangston, sowie zu einem tollen, wertschätzenden Miteinander entwickelt.
Bei einer weiteren Aktion haben Kindergartenkinder eines Waldkindergartens zusammen mit beeinträchtigten Senioren der Werkstatt eine Insektenwiese angelegt und ein Insektenhotel restauriert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Wald steht nach Absprache und in Zusammenarbeit mit den Werkstätten Groß und Klein, Dick und Dünn, Jung und Alt, Beeinträchtigten oder Nichtbeeinträchtigten zur Verfügung und bietet all denen die Lust haben sich auf die biologische Vielfallt einzulassen viele Möglichkeiten.
Die Freude steht dabei immer im Vordergrund. Bei all diesen Projekten spielt der Wald, die Natur und die Tiere, eine große Rolle. Sie wirken sich positiv auf Körper und Seele aus und ganz nebenbei lernt man diesen Lebensraum mit dem nötigen Respekt und Wertschätzung zu begegnen, die er verdient hat.
Der Wald bietet, in seiner ganzen Natürlichkeit, einen sicheren Raum, der Begegnungen, ganz unbefangen, möglich macht. In den Projekten, in denen Biodiversität im Vordergrund steht, zum Beispiel das Anlegen der Blühwiese oder das Bauen von Nisthilfen, kann diese weiterhin gefördert werden. Gleichzeitig bieten sie eine Brücke in Richtung Inklusion.


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Besuchen Sie uns

Gemeinnützige Werkstätten Oldenburg "Wald der Möglichkeiten"

Am Schmalstroth gegenüber Hausnr. 3
26215 Wiefelstede

Öffnungszeiten: nach Abspreche

Frau Jana Reiners
Tel.:0441/3405164
jana.reiners@wfbm-oldenburg.de

 

Weitere Infos

Gemeinnützige Werkstätten Oldenburg e.V.,Jana Reiners Seniorentagesstätte Oldenburg, Yvonne Ahlers Wilkens Seniorentagesstätte Sandkrug
Wiefelstede

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