Sonderwettbewerb Soziale Natur

Raus aus dem Alltag - Rein ins Abenteuer

Die Diagnose einer Krebserkrankung bei einem Kind und Jugendlichen stellt ein kritisches Lebensereignis letztlich für alle Familienmitglieder dar. Sowohl die Patient*innen als auch ihre gesunden Geschwister sehen sich dabei mit einer Vielzahl von besonderen Herausforderungen konfrontiert. Im Rahmen unserer Ambulanten Psychosozialen Nachsorge begleiten wir die Betroffenen und ermöglichen ihnen unter anderem das regelmäßige Angebot erlebnispädagogischer Freizeiten.

Häufig ist eine Erfahrung eindrücklicher, wenn sie fernab des normalen Alltags gemacht wird. Aus diesem Grund integrieren wir seit mehr als 23 Jahren verschiedene Freizeiten für Patient*innen, Geschwister und ganze Familien in unser Versorgungsangebot der Ambulanten Psychosozialen Nachsorge.

Die Besonderheit unserer Freizeit für 13- bis 18-jährige Jugendliche ist, dass in diesem Rahmen Patient*innen und gesunde Geschwister gemeinsam auf Reisen gehen. Ziel der Angebote mit gemischten Gruppen ist der Austausch der Jugendlichen aus ihren unterschiedlichen Perspektiven in Bezug auf ihre individuellen Bedürfnisse. Wir geben den Jugendlichen einen Rahmen, in dem sie lernen, sich selbst zu verstehen und zu akzeptieren. Für aktuell betroffene Geschwister kann es zudem sehr stärkend sein, wieder gesund gewordene Patient*innen kennenzulernen. Auch für Geschwister, die sich aufgrund der langen Therapiezeit nicht beziehungsweise nur selten sehen konnten, ist die gemeinsame Freizeit ein positives Erlebnis, welches ein konfliktfreies Zusammenleben im Familienalltag fördert.

Seit 2014 ermöglichen wir einmal im Jahr im Schnitt 15 Teilnehmer*innen ein ganz besonderes Erlebnis wie zum Beispiel das Bezwingen des Rennsteigs oder der Aufenthalt in einer Berghütte in den Alpen. Nicht ohne Grund zieht es uns bei den Freizeiten immer wieder in die Natur. Diese bietet mit ihrer biologischen Vielfalt einen optimalen Raum zum Arbeiten und Erleben. Im Zusammenspiel mit der Erlebnispädagogik ermöglicht sie uns, Erlebnisse zu generieren welche die Bedeutsamkeit bestimmter Persönlichkeitseigenschaften hervorheben können und das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen stärken. Neue beziehungsweise ungewohnte und schwierige Anforderungssituationen in der Natur welche positiv erlebt werden ermöglichen uns den Glauben an die eigenen Stärken und die für den Alltag dringend benötigte Selbstwirksamkeit der Jugendlichen zu fördern. Außerdem zeigen sich bei den Teilnehmer*innen Auswirkungen auf die allgemeine Leistungsfähigkeit, die Problembewältigung, die Verhaltens- und Entscheidungssicherheit, die Empfindsamkeit, die Kontaktfähigkeit, die Wertschätzung, die Irritierbarkeit durch andere und die Gefühle und Beziehungen zu anderen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

So vielfältig sich die freie Natur zeigt, so divers ist die Gruppe die im Rahmen unseres Angebots zusammen auf Reisen geht: Patient*innen mit unterschiedlichen Krebserkrankungen, gesunde Geschwisterkinder und ein multi-professionelles Team an Betreuer*innen bilden dabei einen Spiegel jener vielfältigen Lebensgemeinschaften, welche uns tagtäglich in unserer Umgebung begegnen. Mit diesem Bewusstsein machen wir uns auf, hinaus in die Natur. Wir suchen bewusst den Kontrast zum herkömmlichen Alltag, der oftmals stark geprägt ist von dem Umgang mit der Krebserkrankung und den Umständen der jugendlichen Lebensphase. Dabei nutzen wir das, was uns die Natur bereits vorgibt. Unter anderem gehen wir in die Berge um diese als solche wirken zu lassen, aber auch um zum Beispiel die Herausforderung einer Gipfelbesteigung zu erleben. Auf dem Weg nach oben begegnet uns dabei ein breites Spektrum an Biodiversität - sei es die Gewässerökologie an jenen Stellen, an denen wir unsere Wasservorräte auffüllen, die unterschiedlichen Gesteine und Tiere die uns begegnen oder die Baumgrenze, die wir passieren. All das schafft ein Bewusstsein sowohl für den Raum, der uns umgibt als auch für uns selbst und trägt enorm dazu bei die Teilnehmer*innen für ihre Rückkehr in den schwierigen Alltag zu wappnen.


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Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e. V.

Philipp-Rosenthal-Straße 21
04103 Leipzig

Öffnungszeiten: 9:00 - 17:00 Uhr

Herr Daniel Uhlmann
Tel.:0341 225 24 19
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