Insektenschutzkampagne in Leverkusen - ganzheitlich und nachhaltig

Der Schutz der Insekten in einer Gemeinde erfordert eine ganzheitliche Herangehensweise. Durch vielfältige Aktionen und Bildungsmaßnahmen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung wollen wir mit dieser Kampagne viele Bürger/-innen, Multiplikatoren und gesellschaftliche Gruppierungen erreichen. Dabei werden wir die vielen Facetten des Insektenschutzes – immer zielgruppengerecht formuliert – vorstellen und zum Mitmachen einladen.

Von Juni 2019 bis Dezember 2021 führen wir eine Kampagne zum Insektenschutz mit vielen Einzelelementen durch. Damit haben wir die Möglichkeit, sehr viele verschiedene Ansprachewege zu nutzen und so die Bürgerinnen und Bürger in Leverkusen auf vielen Kanälen zu erreichen. Elemente des Projektes sind daher:
- kreative Infostände – jeder kann beim Insektenschutz aktiv sein – affektive und kognitive Ansprache
- effektive Öffentlichkeitsarbeit – hier unter anderem Seiten auf der Homepage und Nutzung sozialer Medien – Integration der Förderung der Artenvielfalt in das Bewusstsein der Bevölkerung
eine vielfältige Pressearbeit – nur was ich kenne kann ich auch schützen
- der Blick ins Unbekannte - Aufhängen von Insektenbeobachtungshäuschen an Orten mit pädagogischer Nutzung (z.B. Kindergärten, Schulen, Stadtteilzentren, Bildungswerke usw.)
- Vorträge, Workshops oder ähnliche Formate bei verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen - Erreichung von Multiplikatoren
- Zusammenarbeit mit großen gesellschaftlichen Gruppen wie zum Beispiel katholische oder evangelische Kirche, jüdische Gemeinde, muslimische Gemeinden, Leverkusener Naturschutzverbände, Bildungswerke wie AWO, VHS, Caritas, katholisches oder evangelisches Bildungswerk oder auch mit der Stadt Leverkusen und ihren städtischen Töchtern wie AVEA, EVL oder TBL. Diese Zusammenarbeit kann aus den genannten Einzelbestandteilen bestehen oder auch aus, in kreativer Zusammenarbeit mit den Gruppierungen, neu entwickelten Elementen.
Der Projektstart war 2019. Wir konnten uns schon mit der Abfallwirtschaft Leverkusen AVEA vernetzen. Diese hat zusammen mit uns drei große Insektenniststationen auf ihrem Gelände aufgestellt und Blumenwiesen angelegt. Mit der Stadt haben wir auf einer städtischen Fläche eine Blumenwiese angelegt + dort im Rahmen eines Pressetermins Insektenniststationen aufgehängt. Zwei Praxis-Kurse für Bürger/-innen "Bohren von Insektenniststationen" fanden statt. Die Leverkusener Schulen wurden informiert und es haben sich mehr als 20 Schulen um eine Teilnahme an diesem Biodiversitätsprojekt beworben. Eine große Insektenstation wurde dort bereits installiert + eine Blumenwiese angelegt. Die Kooperation mit einem großen Freibad hat begonnen. Dort wird eine große Fläche zum Insekten-Staudenbeet umgestaltet, es entstehen drei Blumenwiesen, 2 große Insektenstationen, ein großer Bereich für Erd-nistende Wildbienen und zur Verbreitung drei Informationsstationen. Mehr als 40 Kindergärten konnten wir bereits mit Insekten-Nist-Beobachtungshäusern ausstatten + Fortbildungen. An einer Kirche wurde ein Insektennistkreuz mit einer korrespondierenden Blumenwiese errichtet.
- Unsere Erfahrungen in diesem Projekt geben wir an Bildungseinrichtungen der Bildung für nachhaltige Entwicklung und Natur- und Umweltschutzvereine in NRW weiter.
- Gestaltung und Pflege sowie Unterstützung der pädagogischen Nutzung von Insektenlebensräumen in Schulen und Kindergärten oder weiteren geeigneten Orten. Hier nur „Insektenniststätten“ zu verteilen, wäre zu kurz gegriffen. Dieses Segment soll in seiner Vollständigkeit bearbeitet werden. Also Schaffung und Pflege von Nahrungsbiotopen (Blumenwiesen, Weiden, Stauden ...) + Nisthabitate (große Insektenhotels, Brutplätze für erdnistende Wildbienenarten, senkrechte Stängel für hohlraumbesiedelnde Arten...). Nur durch diese ganzheitliche Betrachtung kann die nachhaltige Erhöhung der biologischen Vielfalt erfolgen.
Dieses Projektsegment besteht aus einer Vielzahl sehr umfangreichen Arbeiten. Es beginnt jeweils mit der Vorstellung der Möglichkeiten in den Bildungseinrichtungen. Die dann folgenden einzelnen Schritte haben wir hier am Beispiel einer Schule vorgestellt:
Bei grundsätzlichem Interesse erfolgen sodann die Absprachen mit Rektor(inn)en, Lehrer(inne)n, Hausmeister(inne)n, dem Schulamt, Sicherheitsbeauftragten und den Ämtern.. Sodann folgen Fortbildungen für die Lehrerinnen und Lehrer oder pädagogische Einheiten durch das NaturGut Ophoven an den Schulen und die Realisierung der einzelnen Maßnahmen. Damit diese auch nachhaltig wirken können, müssen wichtige Fragen der späteren Pflege oder z.B. des Gießens der Blumenwiesen in den Ferien und der eventuellen Nachsaat geklärt werden.
Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass es ungünstig ist, nach dem Aufbau der Biotope und Nisthilfen die Schulen damit „alleine“ zu lassen. Denn das Risiko, dass dann diese Elemente nicht richtig gepflegt werden, ist im Einzelfall sehr hoch. Um dieses Risiko zu minimieren, haben wir in diesem Projekt eine regelmäßige Unterstützung der Schulen nach dem Aufbau bei der pädagogischen Nutzung der Elemente vorgesehen.
Diese einzelnen Arbeitsschritte werden analog bei den anderen Typen der Bildungseinrichtungen wie Kindergärten oder weiteren geeigneten Orten (z.B. AWO Bildungswerk, Verwaltungsgebäude) durchgeführt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch die Schaffung und Pflege sowohl von Nahrungsbiotopen als auch von Nisthabitaten erhöhen wir aktiv die biologische Vielfalt. Dies sowohl im Bereich der Pflanzen – einheimische Blumenwiesen, Stauden, Sträucher und Bäume – als auch bei den darauf angewiesenen Insekten und den davon partizipierenden weiteren Tiergruppen.


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Besuchen Sie uns

Leverkusen, NaturGut Ophoven

Talstr. 4
51379 Leverkusen

Öffnungszeiten: das Gelände ist ganztägig geöffnet

Herr Dr Hans-Martin Kochanek

http://www.naturgut-ophoven.de

 

Weitere Infos

NaturGut Ophoven
Leverkusen

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