Sonderwettbewerb Soziale Natur

NaturErlebnis-Werkstatt Alsdorf

Die NaturErlebnis-Werkstatt wurde im April 2015 auf einer Fläche von 1.350 qm in Alsdorf – Kommune in der StädteRegion Aachen - eröffnet. Aus einer Weidefläche wurde u.a. durch Neupflanzung, Einfriedung und Anschaffung eines Bauwagens die Grundlage für eine Umweltbildungseinrichtung geschaffen. Dieses Grundstück bietet Raum für eine Lagerfeuerstelle, eine Komposttoilette, einen Nutzgarten und viele Möglichkeiten, die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Die günstige Ausgangslage ermöglicht zudem naturpädagogische Angebote im Wald, am Tümpel und auf der nahegelegenen Streuobstwiese.
Die NaturErlebnis-Werkstatt will mit ihrem naturpädagogischen Programm Menschen durch Spiel und Spaß die Möglichkeit bieten, Natur zu erfahren, zu begreifen und zu erleben. Dabei soll die positive Beziehung zur Natur gestärkt und Raum für individuelle Erfahrungen geboten werden.Für Schulen und Kindergärten sind die pädagogisch wertvollen Veranstaltungen der NaturErlebnis-Werkstatt als attraktives Angebot zu sehen. Sie bieten den Kindern eine neue Lernumgebung und ermöglichen Lehrer*innen und Erzieher*innen dadurch einen völlig neuen Blick auf ihre Gruppen. Die Planung und Durchführung von Kindergeburtstagen, Familiennachmittagen, Ferienprogrammen und einer offenen Kinder- und Jugendgruppe ergänzen das vielfältige Angebot der NaturErlebnis-Werkstatt in Alsdorf.

2014 wurde bei einem zufälligen Treffen von zwei Referentinnen für Umweltbildungsarbeit (Mo Hilger und Ilona Chrobak), die Idee zur Gründung der NaturErlebnis-Werkstatt geboren, in der Kindern die Natur näher gebracht werden soll. Mo Hilger (Erzieherin und Kräuterpädagogin) stellte immer wieder fest, dass den Kindern heutzutage der Zugang zur Natur fehlt. Aber es ist wichtig, dass die Kinder die Natur kennen- und schätzenlernen, denn nur so können wir und die nachfolgenden Generationen die Natur sowie die biologische Vielfalt erhalten und schützen.
Gemeinsam mit Franz-Josef Emundts, dem Sprecher des BUND Aachen-Land, wurden für das Vorhaben passende Ausgleichsflächen in Alsdorf besucht und gesichtet.
Schnell war klar, dass die bis dato beweidete Fläche am Fuße der Halde Maria Hauptschacht in Alsdorf-Hoengen der optimale Standort für die NaturErlebnis-Werkstatt ist. Die damals beweidete Fläche bestand im Jahr 2014 nur aus Wiese und Weißklee. Mit viel Ausdauer wurden die Arten und die biologische Vielfalt in den letzten 5 Jahren stark vermehrt. Heute - im Jahr 2019 - befinden sich essbare Wildkräuter, heimische Obstgehölze, Beerensträucher, eine "essbare" Hecke sowie viele Blühpflanzen (Klatschmohn, Wegwarte, Wilde Möhre, Moschusmalve, Kornblume, Ringelblume, Natternkopf, Schafgarbe, etc.) auf der damaligen Weide. Durch finanzielle Unterstützung konnten drei Hochbeete angeschafft werden. Eines ist gefüllt mit Duftkräutern, damit die Kinder hier bewusst ihre Nase nutzen. Radieschen, Möhren und Zucchini, die im zweiten Hochbeet gepflanzt sind, dürfen die Kinder ernten und essen. Im dritten Hochbeet befinden sich essbare Wildpflanzen, um aufzuzeigen, was uns die Natur an kostenlosen Köstlichkeiten schenkt. Die Anzahl der Insekten nimmt zu.
Mit einer finanziellen Förderung der Städteregion Aachen, konnte 2015 das Gelände eingezäunt, ein Bauwagen gekauft, eine Feuerstelle eingerichtet und einige Umweltbildungsmaterialien besorgt werden. In ehrenamtlicher Arbeit wurde zusammen mit Freunden, der Familie und engagierten Kräften des BUND Aachen-Land die Fläche für Umweltbildungsangebote vorbereitet.

Ende 2015 wurde die NaturErlebnis-Werkstatt um einige Obstgehölze bereichert, die von der Biologischen Station der StädteRegion Aachen gefördert wurden. Schon im ersten Veranstaltungsjahr wurden 256 Teilnehmer*innen gezählt, 2016 waren es bereits 576 Teilnehmer*innen, in 2017 kamen 987 und 2018 insgesamt 1039 große und kleine Menschen in die NaturErlebnis-Werkstatt, um die Natur genau unter „die Lupe“ zu nehmen. Mo Hilger, die seit Oktober 2015 alleine die NaturErlebnis-Werkstatt leitet, hat mittlerweile eine breite Palette an Umweltbildungsangeboten für verschiedene Zielgruppen entwickelt. Nach wie vor arbeitet Mo Hilger viele Stunden in ihrer Freizeit, um mit Herzblut und Ausdauer die NaturErlebnis-Werkstatt weiter zu entwickeln und viele interessierte Menschen zu erreichen.
Bislang dauerte die Saison in der NaturErlebnis-Werkstatt von März bis Ende November eines Jahres. In diesem Jahr wird es auch Angebote im Winter geben, so dass die NaturErlebnis-Werkstatt ganzjährig geöffnet hat.
Im ersten Jahr kamen vornehmlich Kitas und Grundschulen zu Besuch. Seit 2016 wurde die Angebotspalette derart erweitert, dass nun auch Jugendliche und Erwachsene angesprochen werden. Diese Angebote werden sehr gut angenommen. Angebotene Veranstaltungen sind u.a.: „Wilde Kräuterküche“, „Wiesenapotheke“, „Natur mit allen Sinnen“, „Was krabbelt da im Wald und auf der Wiese“, „Gärtnern in Kisten“, „Der Apfel – Goldstück mit Biss“ und „Der Wald – ein Haus für viele Tiere“. Für Pädagog*innen werden unterschiedliche Fortbildungen angeboten.
Integrative Kindertagesstätten, Förderschulen und sozialtherapeutische Einrichtungen aus der StädteRegion Aachen kommen immer wieder auf die vielfältigen Angebote in der Natur zurück. Mo Hilger passt die Umweltbildungsangebote stets neu an die jeweiligen Gruppen an und richtet sich dabei nach dem Wissensstand sowie den körperlichen und geistigen Einschränkungen der Teilnehmer*innen. Durch die Arbeit in der Natur werden die Kinder oft ruhiger und kehren „geerdet“ wieder in die Kita oder Schule zurück. Nach wie vor kommen Kinder in die NaturErlebnis-Werkstatt, die zuvor noch nie im Wald waren oder kaum Kontakt zur Natur hatten. Nach anfänglicher Skepsis und Zurückhaltung dieser Kinder, schafft es Mo Hilger immer wieder, die Kinder für die Natur zu begeistern und erste Berührungsängste abzubauen. Danach geschieht sehr viel von alleine und die Kinder profitieren gegenseitig von ihren positiven Erlebnissen in der Natur.
In der NaturErlebnis-Werkstatt gibt es weder fließendes Wasser noch Strom. Somit lernen die Kinder von ihrem ersten Besuch an, sparsam mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen, damit diese ausreichen. Der Wasserverbrauch (mitgebrachtes Wasser) für das Händewaschen sinkt von Jahr zu Jahr, weil die Kinder am durchsichtigen Wasserkanister sehen können, wie viel Wasser gerade verbraucht wird.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

1.) Durch die verschiedenen Umweltbildungsangebote der NaturErlebnis-Werkstatt lernen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen die Natur kennen und schätzen. Da wir viel im Wald, auf der Wiese und der großen Streuobstwiese unterwegs sind, ist der Einblick in die Natur und die biologische Vielfalt immer gegeben. Durch das Kennenlernen der biologischen Vielfalt werden die Menschen achtsamer mit dem Umgang der Natur und der biologischen Vielfalt. Nur wer die Natur kennt, wird diese auch schützen und damit auch die biologische Vielfalt.
2. Da wir in den letzten 5 Jahren auf der Wiese der NaturErlebnis-Werkstatt die Artenvielfalt stark vermehrt haben, ist dadurch auch die biologische Vielfalt gewachsen. Neben den oben aufgezählten Pflanzen, Bäumen und Hecken stellen wir eine Vermehrung der Tierarten fest. Eidechsen, eine Blindschleiche, Wildbienen, Heuschrecken, verschiedene Schmetterlinge, Maikäfer und viele weitere Tiere haben nun ein Zuhause auf der Wiese der NaturErlebnis-Werkstatt gefunden.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

 

Besuchen Sie uns

NaturErlebnis-Werkstatt Alsdorf

Feldstr. (nur von Alsdorf - Hoengen erreichbar) siehe: https://www.naturerlebniswerkstatt-alsdorf.de
52477 Alsdorf

Öffnungszeiten: nach Absprache und vorheriger Anmeldung

Frau Mo Hilger
Tel.:0241 4774954
info@naturerlebniswerkstatt-alsdorf.de
http://www.naturerlebniswerkstatt-alsdorf.de

 

Weitere Infos

NaturErlebnis-Werkstatt Alsdorf (BUND Aachen - Land)
Alsdorf

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld