Rettet die Bienen

Wildbienen sind zum Erhalt der Artenvielfalt unverzichtbar. Mit jeder Wildbienenart, die verschwindet, verschwindet auch ein Teil der Pflanzenwelt – und umgekehrt.

485 Wildbienenpatinnen und -paten unterstützen Landwirt Phillip Krainbring bei der Naturpflege und machen damit den Erhalt der biologischen Vielfalt zum Gemeinschaftsprojekt.

Auf 16.000 Quadratmetern seines Ackers ist seit dem vergangenen Jahr ein Paradies für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten entstanden. Die wilden Tiere finden auf Phillip Krainbrings Acker Nahrung und Unterschlupf sowie Nistmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe.

Immer mehr Menschen ist das Thema Biodiversität wichtig und sie wollen, dass die Landwirtschaft mehr zur Förderung der biologischen Vielfalt tut. Viele Landwirte sind dazu bereit.

Einer von ihnen ist Phillip Krainbring. Er leitet einen Ackerbaubetrieb in der Magdeburger Börde.
Wenn er dort, wo er eigentlich Mais anbauen wollte, 16.000 Quadratmeter aus seiner Anbaufläche herausnimmt und stattdessen mit einer Blühfläche Lebensräume für wilde Pflanzen und Tiere wie zum Beispiel Wildbienen schafft, dann fehlen ihm Einnahmen. Als Landwirt ist er jedoch auf den Erlös seiner Ernte angewiesen und er benötigt für Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt über Greening-Aktivitäten hinaus Unterstützung.

Deshalb hat Ackerbauer Phillip Krainbring im März 2019 Wildbienenpatinnen und -paten für seine Blühwiese gesucht.

Das Ergebnis: In nur drei Wochen haben sich 485 Wildbienenpatinnen und -paten bereit erklärt, Phillip Krainbring bei der Naturpflege zu unterstützen und Insekten auf seinem Acker Unterschlupf und Nistmöglichkeiten zu bieten und damit weit mehr zu tun, als gesetzlich vorgeschrieben. Für die Landwirtschaft sind Insekten nicht nur aufgrund ihrer Bestäubungsleistung wichtig, sondern auch als Nützlinge, um beispielsweise Läuse zu bekämpfen.

Mitte April 2019 hat Landwirt Phillip Krainbring eine mehrjährige Saatgutmischung ausgesät, die speziell auf seine Region in der Magdeburger Börde angepasst ist. Bereits im Juni 2019 war aus dem kahlen Acker eine üppig bewachsene Wiese geworden. Während 2019 die Kulturpflanzen dominierten, blühen jetzt im Frühjahr 2020 unterschiedliche Wildpflanzen und lassen ein breiteres Spektrum an Wildbienenarten erwarten. Diese Vielfalt an Wildpflanzen ist wichtig, denn nicht jede Blüte passt zu jedem Insekt: Je nach Blütenform braucht es einen bestimmten Rüssel, um an den Nektar zu kommen, und so manche Wildbienenart mag nur bestimmte Pflanzen.

Damit der Blühstreifen ökologisch sinnvoll ist und Insekten das ganze Jahr über Nahrung und Nistplätze finden, beraten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Landwirt.

Blogger, Presse und der MDR haben über die Aktion berichtet und auch die Politik vor Ort hat sie positiv aufgegriffen. Ackerbauer Phillip Krainbring wurde im vergangenen Jahr in die Jury der bundesweiten BurdaHome Bienenschutz-Initiative #beebetter berufen.

In unserem Online-Magazin moderne-landwirtschaft.de sowie auf den Social Media-Kanälen der Modernen Landwirtschaft stellt der junge Landwirt Pflanzen und Tiere vor, die auf der Blühfläche ein Zuhause finden. So wird der Erhalt der biologischen Vielfalt zum Gemeinschaftsprojekt.

Infos über die "Rettet die Bienen"-Aktion unter:
https://www.moderne-landwirtschaft.de/rettet-die-bienen
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Bezug zur biologischen Vielfalt:

Ohne Wildbienen keine biologische Vielfalt

Wildbienen sind vor allem wegen ihrer Bestäubungsleistung wichtig für das Ökosystem. Etwa 30 Prozent aller Arten sind auf bestimmte Pflanzenarten, -gattungen oder -familien spezialisiert und sammeln nur bei diesen Pollen. Im Verlaufe der Evolution haben sich bestimmte Blüten auch an bestimmte Wildbienen angepasst. Die einen können nicht ohne die anderen überleben. Diese Ko-Evolution bedeutet: Verschwindet diese Bienenart, wird auch die entsprechende Pflanze nicht überleben oder bedeutend weniger werden – und umgekehrt. Um es auf den Punkt zu bringen: Wildbienen sind zum Erhalt der biologischen Vielfalt unverzichtbar.

Mehrjährige Blühstreifen, wie sie Landwirt Phillip Krainbring im Rahmen der "Bienen retten"-Aktion angelegt hat, sind für den Erhalt der Biodiversität besonders wertvoll.
Der Grund: Blühmischungen für nur einjähriges Wachstum enthalten Samen von schnell blühenden Kulturpflanzen. Diese sind jedoch nicht winterhart, können also auch erst nach dem letzten Frost ausgebracht werden. Für einige Wildbienenarten ist das zu spät. Sie fliegen, anders als Honigbienen, hauptsächlich im Frühling und Frühsommer Blüten an – wenn auf einjährigen Blühstreifen noch nichts wächst. Auf mehrjährigen Blühstreifen dagegen werden auch immer winterharte Wildpflanzenarten mit ausgesät, die nach dem ersten Winter früh zu blühen beginnen, so dass Insekten ab dem zweiten Jahr zur richtigen Zeit Nahrung finden.

Video:


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Besuchen Sie uns

Gemeinschaftsprojekt "Rettet die Bienen"

Magdeburger Straße
39164 Wanzleben-Börde

Öffnungszeiten: frei zugänglich

Herr Phillip Krainbring

https://www.moderne-landwirtschaft.de/rettet-die-bienen

 

Weitere Infos

Forum Moderne Landwirtschaft e. V. in Kooperation mit Landwirt Phillip Krainbring
Wanzleben-Börde

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