Forschungsfall Nachtigall

Während der Nachtigall-Saison von Ende April bis Anfang Juli können Bürgerinnen und Bürger – insbesondere naturbegeistere Nachtschwärmer – mit der kostenlosen App ‚Naturblick‘ des MfN akustische Aufnahmen des Nachtigall-Gesangs zusammentragen, die auf der Landkarte unserer Website abrufbar sind und anschließend gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewertet werden. Dies geschah 2018 zunächst in Berlin und in 2019 nun bundesweit. Der Gesang und die von der Art besiedelten Habitate werden mit bioakustischen und ökologischen Methoden erforscht. Damit sollen mit Hilfe der Bürgerforschung neue wissenschaftliche Erkenntnisse, zum Beispiel zur regionalen Variabilität des Gesanges und zur aktuellen Verbreitung der Art gewonnen werden.

Ziel des Vorhabens ist die bürgerwissenschaftliche Erforschung der Nachtigall.

Unser Projekt ist modular aufgebaut, so dass jeder Nachtigall-Interessierte Bürgerforschende sich in einem Modul der Wahl beteiligen kann: wir verbinden Natur und Kultur über einen gesangsstarken Singvogel und bieten damit eine ungewöhnliche Brücke zwischen diesen Disziplinen und Partizipationsmöglichkeiten.

Es gibt in unserem Projekt die Optionen, auf breiter Ebene mit Hilfe einer App (Naturblick-App) sich aktiv an der Datenaufnahme zu beteiligen, auf der Ebene der Forschungsrichtung innerhalb von BarCamps eigene Forschungsideen einzubringen, oder auf der Ebene von Workshops (z.B. zu interkulturellen Unterschieden in der Poesie zur Nachtigall oder in Akustikworkshops) sich aktiv im Projekt als Mitforschender in allen Schritten des wissenschaftlichen Arbeitens, d.h. Projektentwicklung, Fragenfindung, Datensammlung und in der Datenauswertung zu beteiligen.

Dadurch erreichen wir in einer neuartigen Weise:
1. Eine Sensibilisierung für biologische Vielfalt (z.B. nachtaktive Tiere, das saisonale Brutgeschehen der Singvögel oder Vogelgesang).
2. Die umfassende Information über Naturschutz und die Ökologie von Tieren in der Stadt (auf der Homepage, in Veranstaltungen, durch Verlinkung mit entsprechenden Apps). Durch die rasante Zunahme der Urbanisierung sind diese Themen von großer Relevanz für StadtbewohnerInnen und Stadtplanung.
3. Eine Reflektion über die kulturelle Wahrnehmung naturkundlicher Phänomene und über die Projektionen menschlicher Sehnsüchte auf Tierverhalten.

Das Ergebnis des Projektes wird eine Revier-Kartierung der Nachtigallen und eine umfassende Analyse des Nachtigall-Gesangs. Auf diese Weise entsteht ein in Umfang und Qualität einzigartiger Datensatz. Die Ergebnisse werden wissenschaftlich publiziert und der gesamte Prozess von der Datengewinnung bis zur Manuskript-Einreichung wird gemeinsam und transparent mit den Teilnehmenden gestaltet.

Dadurch soll nicht nur ein wissenschaftlicher Beitrag zur Erforschung der Nachtigall geleistet werden, sondern insbesondere das Wissenschaftsverständnis verbessert und Interesse für Natur in der Bevölkerung gestärkt werden. Die Beteiligung der „crowd“ an der Datenerhebung und -auswertung unter Nutzung moderner Kommunikationsmittel eröffnen ganz neue Wege des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Neue Zusammenhänge, Muster und Blickwinkel auf die Nachtigall als Teil unserer biologischen Vielfalt und kulturellen Geschichte werden im Projekt erfasst und aufgezeigt.

Video:


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Besuchen Sie uns

Museum für Naturkunde Berlin

Invalidenstraße 43
10115 Berlin

Öffnungszeiten: 09:30-18:00 Uhr

Frau Silke Voigt-Heucke
Tel.:030/889140-8112
silke.voigt-heucke@mfn.berlin
http://forschungsfallnachtigall.de

 

Weitere Infos

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