Blühendes Rheinhessen - Wildbienen und Vielfalt in der Agrarlandschaft

Mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft! Mehr Bewusstsein für Biodiversität in der Agrarlandschaft! Diese Ziele strebt der BUND Rheinland-Pfalz mit dem Projekt "Blühendes Rheinhessen - Wein, Weizen, Wildbienen" an.
Das Projekt fußt auf drei Säulen:
(1) In so genannten Modellprojekten legt der BUND gemeinsam mit Winzer*innen und Landwirt*innen zahlreiche artenreiche Flächen in der rheinhessischen Agrarlandschaft an. Dies ist ein erster Schritt hin zu der Vision einer Biotopvernetzung in der Agrarlandschaft. Die Entwicklung der Flächen wird wissenschaftlich dokumentiert. Je mehr Arten, desto besser!
(2) Ehrenamtliche Wildbienenbotschafter*innen erhalten Schulungen im Rahmen des Projekts und setzen sich anschließend für die Artenvielfalt vor Ort ein, zum Beispiel durch die Betreuung eines oder mehrerer landwirtschaftlicher Modellprojekte oder den Dialog mit Kommunen.
(3) Attraktive Angebote für die Öffentlichkeit begleiten die Aktivitäten: Regelmäßig finden im Projekt Wildbienensafaris, spannende Vorträge und Mitmach-Infostände zu Wildbienen und Landwirtschaft statt.

Wildbienen schützen – Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam für die biologische Vielfalt!
Die Erhöhung der biologischen Vielfalt in der ausgeräumten Agrarlandschaft Rheinhessens steht im Mittelpunkt des Projektes Blühendes Rheinhessen – Wein, Weizen, Wildbienen. Das Leitbild des Projektes ist angelehnt an eines der Leitbilder der Biodiversitätsstrategie des Bundes von 2007: „Die landwirtschaftlich genutzte Landschaft Deutschlands ist geprägt durch die Vielfalt von Agrarökosystemen mit ihren standorttypischen Strukturen. Es besteht eine enge Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Zusammen mit einer nachhaltigen Landnutzung ist damit eine geeignete Lebensgrundlage für eine Vielzahl von typischen Tier und Pflanzenarten gesichert.“ (BMUB, 2007). Wildbienen sind ein wichtiger Indikator für eine vielfältige und wenig schädlingsanfällige Kulturlandschaft, die als funktionierendes Ökosystem im Ganzen ihre „Früchte“ trägt.
Gemeinsam mit Landwirt*innen und Winzer*innen entwickelt der BUND Modellflächen für Wildbienen in der Agrarlandschaft. Wissenschaftliche Begleituntersuchungen dokumentieren den Erfolg der Maßnahmen. Die Ergebnisse werden Landwirtschaft und Weinbau zugänglich gemacht. Vom BUND im Rahmen des Projektes ausgebildete Wildbienenbotschafter*innen beraten Landwirte vor Ort, setzen eigene Projekte um oder bieten Führungen zu Wildbienen und Naturschutz an. Vorträge und Infostände zu Wildbienen und Biodiversität in der Agrarlandschaft begleiten das Projekt. Das Projekt läuft vier Jahre, von April 2018 bis März 2022.
Modellprojekte:
Der BUND RLP legt gemeinsam mit Landwirt*innen, Winzer*innen und Obstbäuer*innen Flächen für Wildbienen in der Agrarlandschaft in Rheinhessen an. Die Maßnahmen, zum Beispiel das Anlegen von artenreichem Grünland, Blühstreifen oder Niststrukturen für Wildbienen sind mit den Naturschutzbehörden und weiteren Projekten abgestimmt und beziehen landwirtschaftliche Akteur*innen mit ein. Mit den Modellflächen leisten BUND und Landwirte einen Beitrag zur Biotopvernetzung und zeigen damit, was man für Wildbienen und damit für die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft tun kann. Ursprünglich war geplant mit vier Kooperationspartnern aus der Landwirtschaft zusammenzuarbeiten, aktuell (März 2019) haben 30 Betriebe Interesse angemeldet. Das zeigt das hohe Interesse der Landwirtschaft an der Biodiversität und den Erfolg des Ansatzes der Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft. Statt vier werden nun zwölf Betriebe als Modellprojekte in das Projekt aufgenommen und durch Wildbienenbotschafter*innen begleitet. Die verbleibenden Bewerber*innen erhalten im Laufe der nächsten zwei Jahre kostenlos eine Biodiversitätsberatung.
Multiplikator*innen: die Wildbienenbotschafter*innen:
Es war vorgesehen, im Rahmen des Projektes zehn Wildbienenbotschafter*innen zu schulen. Etwa 40 Personen haben sich beworben, so dass der BUND die Fortbildung zunächst auf 30 Personen mit den vorhandenen Mitteln erweitert hat. Zu den Lehrinhalten der Fortbildung gehören etwa Ökosystemfunktionen und Insektenrückgang, das Anlegen von naturnahen Flächen für Wildbienen nach Gesichtspunkten der Biodiversitätsentwicklung, Strategien zum Dialog mit der Landwirtschaft, die Kenntnis zu den Lebensweisen und Futterpflanzen von Wildbienen und anderen Insekten sowie Grundlagen der Wildbienenbestimmung. Die Fortbildung umfasst zwei Wochenenden, im November 2018 und Mai 2019. Wegen der hohen Nachfrage wird eine Wiederholung der Fortbildung erwogen.
Veranstaltungen und Homepage:
Jährlich findet im Projekt ein großer Vortrag zu Wildbienen und biologischer Vielfalt statt. Im Jahr 2018 hat Paul Westrich vor mehr als 140 Personen seinen faszinierenden Wildbienenvortrag in Mainz gehalten. Weitere Veranstaltungen im Projekt wie die Auftaktveranstaltung (Oktober 2018 Mainz, ca. 80 Besucher*innen), Vortragsabende (20. Februar 2019 Oppenheim, ca. 130 Besucher*innen) Schulvorträge und Schulaktionen (erste Aktion geplant Juni 2019 in Ingelheim), greifen die Themen Wildbienen, Insekten und Biodiversität in der Agrarlandschaft für unterschiedliche Zielgruppen auf. Das Projekt trägt das Thema Artenschutz durch Präsenz auf öffentlichen Veranstaltungen nach außen: z.B. Saatguttage, den Rheinland-Pfalz-Tag, Familientage sowie Messen und Markttage. Ein stetig wachsender Internetauftritt unter www.bund-rlp.de/wildbienen informiert begleitend.
Wissenschaftliche Begleitung:
Kartierungen von Flora und Wildbienen begleiten die Modellprojekte. Der Erfolg der Maßnahmen misst sich an der Erhöhung der biologischen Vielfalt auf den Flächen. Studierende sind herzlich eingeladen, Abschlussarbeiten auf den Modellflächen durchzuführen. Geeignete Maßnahmen werden in einer Broschüre dokumentiert und mit dieser Landwirtschaft und Weinbau zur Verfügung gestellt. Die Erkenntnisse über geeignete Maßnahmen erreichen so diejenigen, die es in der Hand haben, sich für die Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft stark zu machen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Leitbild des Projektes ist angelehnt an eines der Leitbilder der Biodiversitätsstrategie des Bundes von 2007: „Die landwirtschaftlich genutzte Landschaft Deutschlands ist geprägt durch die Vielfalt von Agrarökosystemen mit ihren standorttypischen Strukturen. Es besteht eine enge Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Zusammen mit einer nachhaltigen Landnutzung ist damit eine geeignete Lebensgrundlage für eine Vielzahl von typischen Tier und Pflanzenarten gesichert.“ (BMUB, 2007). Wildbienen sind ein wichtiger Indikator für eine vielfältige und wenig schädlingsanfällige Kulturlandschaft, die als funktionierendes Ökosystem im Ganzen ihre „Früchte“ trägt. Ziele des Projektes sind, gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft zu schaffen und die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit von Biodiversität, insbesondere in der Agrarlandschaft, zu sensibilisieren.


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BUND Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Hindenburgplatz 3
55118 Mainz

Öffnungszeiten: nach Absprache

Frau Dr Tatjana Schneckenburger
Tel.:06131-62706-0
wildbienen@bund-rlp.de
http://www.bund-rlp.de/wildbienen

 

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Mainz

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