Förderung von Wildbienen

Der BUND ist Eigentümer eines Grundstücks, auf dem sich eine Restdüne befindet. Ziel ist es, den dort vorhandenen Wildbienenbestand zu sichern. Außerdem wurden weitere Maßnahmen durchgeführt bzw. sind geplant, um auch andere Tiere zu fördern.

Die Förderung von Insekten, speziell von Wildbienen, ist seit einigen Jahren zentrales Anliegen der Kreisgruppe Rotenburg des BUND. Das wird besonders deutlich bei einem Sandlebensraum, den die Kreisgruppe pflegt.

Im Zuge einer Flurbereinigung ist der BUND Eigentümer eines ca. 1 ha großen Grundstücks in der Gemeinde Ahausen geworden. Auf dieser Fläche liegt eine Restdüne, auf der früher Sand abgebaut wurde. Der Landkreis Rotenburg hat die Fläche im Jahr 1992 nach § 28a des damaligen Niedersächsischen Naturschutzgesetzes als gesetzlich geschützten Biotop gesichert als “Unbewaldete Binnendüne mit Magerrasen”. Die heutige Rechtsgrundlage ist § 30 Bundesnaturschutzgesetz.

Der BUND-Landesverband führte vor einigen Jahren das Projekt „Netzwerk Wildbienenschutz in Niedersachsen“ durch. Es lief von September 2014 bis Februar 2017. Im Rahmen dieses Projekts war die Restdüne eines von vier Leuchtturmprojekten. Um sich einen Überblick über den vorhandenen Wildbienenbestand zu verschaffen, wurde das BUND-Grundstück von einem Biologen untersucht. Dabei wurden auf der Düne und zwei benachbarten Grünlandflächen insgesamt 38 Wildbienenarten festgestellt. Davon sind 8 Wildbienenarten in mindestens einer Roten Liste-Kategorie enthalten (incl. Kategorie Vorwarnstufe). Das war ein unerwartet positives Ergebnis.

Auf der Düne hat die BUND-Kreisgruppe 2012 erste Pflegemaßnahmen durchgeführt. Es wurden zahlreiche aufgelaufene Kiefern entfernt, um den Offenboden zu erhalten. 2017 wurde im Innenbereich das Moos entfernt. Im äußeren Bereich wurden zwei kleine Steilwände angelegt.

2019 wurde der Innenbereich an zwei Stellen erneut abgeschoben, um weitere Nistmöglichkeiten zu schaffen. Außerhalb des Innenbereichs wurde ein Kiefernbestand komplett entfernt und wieder Rohboden hergestellt. Ferner wurde auf einer ca. 500 qm großen Fläche die Grasnarbe beseitigt.

Der BUND hat auf seinem Grundstück aber nicht nur Wildbienen im Blick. Folgende Maßnahmen sind 2019 zusätzlich durchgeführt worden bzw. werden in den nächsten Monaten durchgeführt:

- Anlage eines Kleingewässers für Amphibien, Reptilien und Libellen (erfolgt).
- Anlage von vier Steinhaufen als Rückzugsgebiet für Reptilien (erfolgt).
- Einsaat einer Magerrasen-Mischung (Regio-Saatgut) auf den 500 qm, auf denen die Grasnarbe entfernt wurde (Frühjahr 2020). .
- Pflanzung einer Hecke, um das Grundstück zu einem benachbarten Acker hin abzugrenzen. Die Fläche ist bereits gefräst worden. Dabei werden ausschließlich gebietsheimische Pflanzen verwendet, die Nahrung für Wildbienen und andere Insekten bieten: Salweide, Faulbaum, Kreuzdorn, Eingrifflieger Weißdorn, Pfaffenhütchen, Schlehe, Schwarzer Holunder, Gemeiner Schneeball, Hundsrose. Die Anpflanzung wird durch einen Wildschutzzaun geschützt (Frühjahr 2020).
- Aufstellen einer Infotafel im Format DIN A0, um auf die Bedeutung des Grundstücks für die biologische Vielfalt hinzuweisen. Die Tafel ist fertig. Sobald der Zimmermann Zeit hat, wird sie aufgestellt (2020).

Sämtliche Maßnahmen sind mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rotenburg abgestimmt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch den immer noch hohen Flächenverbrauch von täglich fast 60 ha, die heutige Form der Landwirtschaft und überwiegend naturferne Gärten sind insbesondere Insekten stark gefährdet. Das betrifft z. B. die 585 Wildbienen-Arten in Deutschland. In Niedersachsen sind es 360 Arten. Gerade Wildbienen sind für die Bestäubung enorm wichtig. Zudem sind Insekten generell Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vögel. Weniger Insekten bedeutet auch weniger Vögel.

Durch die Vielzahl der Maßnahmen auf dem BUND-Grundstück werden außer Wildbienen weitere Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögel gefördert.


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Besuchen Sie uns

Restdüne Ahausen

Am Kamp 31
27356 Rotenburg

Öffnungszeiten: Nach Absprache

Herr Manfred Radtke

http://rotenburg@bund.net

 

Weitere Infos

BUND Kreisgruppe Rotenburg
Rotenburg

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