LIFE+-Projekt "Wachtelkönig & Uferschnepfe"

Die für Wiesenvögel geeigneten Lebensräume sind in den letzten Jahren in ihrer Fläche stark zurückgegangen. Das verbleibende Grünland bietet ihnen oft keine geeigneten Lebensbedingungen mehr, so dass die Zahl der Wiesenvögel in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist. Im Rahmen des LIFE+-Projektes "Wiesenvögel" werden Lebensräume wieder großflächig entwickelt.

Niedersachsen ist das deutsche Wiesenvogelland. Hier brüten zwei Drittel aller Uferschnepfen Deutschlands und etwa die Hälfte des Bestandes des Großen Brachvogels und des Rotschenkels. Durch das Projekt werden bedeutsame Anteile der Wiesenvogel-Populationen Europas gesichert - ein Baustein für die biogische Vielfalt und den Erhalt des europäischen Naturerbes für künftige Generationen.
Zum LIFE-Projekt gehören die 12 wichtigsten Wiesenvogelschutzgebiete Niedersachsens. Diese beherbergen auch die bedeutendsten niedersächsischen Brutplätze von Kiebitz, Großem Brachvogel, Bekassine und Wachtelkönig. Sie sind gleichzeitig EU-Vogelschutzgebiete und damit Teil des europäischen Netzes NATURA 2000.
Die Landwirtschaft hat in den zurückliegenden Jahrhunderten maßgeblich zur Ausgestaltung der norddeutschen Kulturlandschaft beigetragen. In diesem Prozess ist in den Marschen, Niederungen und Mooren auch das weite und offene Feuchtgrünland entstanden, das mit seinen besonderen Pflanzen- und Wiesenvogelgesellschaften dieser Landschaft einen einzigartigen Aspekt gibt. Dieser Lebensraum für Wiesenvögel kann nur durch eine kontinuierliche Bewirtschaftung erhalten werden. Ohne Grünlandbewirtschaftung würden die Flächen dicht zuwachsen und wären als Brutflächen unbrauchbar.
Zum Erhalt des Lebensraumes Grünland für Wiesenvögel muss das LIFE+-Projekt daher auf die Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft setzen. Die Grünlandnutzung muss dabei individuell auf das Auftreten von Wiesenvogelbruten und auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmt werden. Wiesenvogelschutz ist nur erfolgreich, wenn die nötige Balance zwischen den Erfordernissen des Artenschutzes und der Landwirtschaft hergestellt ist.
In den verschiedenen Projektgebieten werden bereits regionalspezifische Kooperationsmodelle gepflegt. Im Rahmen des Life+ Projektes „Wiesenvögel“ sollen diese bewährten Strukturen aufgegriffen und weiter ausgebaut werden.
Vorrangiges Ziel ist es, die Nutzungsintensität, die Nutzungsform (Beweidung und/oder Mahd) und die Zeitpunkte der maschinellen Bodenbearbeitung wiesenvogelgerecht abzustimmen. Dabei soll auch ein auf nahrungsreiche und stocherfähige Böden ausgerichteter, optimierter Wasserhaushalt erzielt werden, der sich an den Lebensraumansprüchen der hochspezialisierten Wiesenvögel orientiert.
Für den Wiesenvogelschutz allgemein und für die unterschiedlich spezialisierten Arten kommt es in erster Linie auf ein vielfältiges Bewirtschaftungsmosaik zur Erreichung möglichst feuchter, struktur- und nahrungsreicher Brut- und Nahrungshabitate an.
Demzufolge werden sich auch die Angebote an die Landwirte regional und je nach den Zielarten unterscheiden, wobei die in den einzelnen Gebieten bereits bewährten und langjährig umgesetzten Regelungen die Basis bilden sollen. Hervorzuheben ist insbesondere die in vielen Gebieten weitgehend noch unterrepräsentierte extensive Bewirtschaftung von Grünland mit erhöhten Wasserständen im Frühjahr.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Bezug zur biologischen Vielfalt ist gegeben durch die Erhöhung der Brutbestände in zwölf Projektgebieten, die Sicherung der erfolgreichen Aufzucht der Jungvögel, die Optimierung der Lebensräume für Wiesenvögel und ihre Nahrungs- und Begleitarten wie Insekten und Pflanzen, sowie durch die Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft.
Die Wiesenvögel reagieren positiv auf die Naturschutz-Maßnahmen, die seit 2014 aus Mitteln der EU und des Landes Niedersachsen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer rund um den Borkumer Tüskendörsee umgesetzt wurden. Der Brutbestand der Uferschnepfe nahm 2018 deutlich zu: 54 Paare dieser stark gefährdeten Zielart des Projektes brüteten in diesem Jahr auf den 280 Hektar umfassenden Borkumer Projektflächen. 2017 waren es noch 44 Paare.
Auch die Bestände anderer Wiesenvogelarten stiegen in den letzten zwei Jahren an: Der Brutbestand des Kiebitz hat sich von 126 Paaren auf über 200 Paare deutlich erhöht. Ebenso der Rotschenkel, dessen Brutbestand im Projektgebiet nunmehr über 120 Paare zählt. Die Spießente, eine sehr seltene Brutvogelart in Niedersachsen, hat im zweiten Jahr in Folge im Projektgebiet gebrütet.

Video:
NDR-Mediathek: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/Die-Seenforscher,naturnah1362.html


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Dokumente

Im Reich von Wachtelkönig und Uferschnepfe

LIFE-Wiesenvögel-Flyer

 

Besuchen Sie uns

Naturschutzstation Dümmer, 49448 Hüde, Am Ochsenmoor 52

Am Ochsenmoor 52
49448 Hüde

Öffnungszeiten: 9-16 Uhr

Herr Heinrich Belting
Tel.: +49 (0) 5443 1393
heinrich.belting[at]nlwkn-ol.niedersachsen.de
http://www.wiesenvoegel-life.de/das-life-projekt.html

 

Weitere Infos

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz
Hüde

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