Main-Kinzig blüht

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen und hat zum Ziel, die Biodiversität im besiedelten Bereich zu erhöhen und eine größere Vielfalt an einheimischen Pflanzen und wildlebenden Insekten auf öffentlichem und privaten Grünflächen zu erwirken. Dies soll über Fortbildung der zuständigen Mitarbeiter aus Kommunen, ihren Bau- bzw. Betriebshöfen und Gewerbebetrieben erreicht werden. Es werden exemplarisch Flächen geplant und die Planung gemeinsam umgesetzt, danach wird die Pflege der umgewandelten Flächen über ein bis zwei Jahre gemeinsam mit den Bearbeitern vor Ort begleitet.

Main-Kinzig blüht!
Auf kommunaler Ebene bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, ökologisch wertvolle Lebensräume und ihre Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten oder gezielt aufzuwerten. Viele Dörfer und Städte sind artenreiche Refugien - oft sogar artenreicher und vielfältiger als die umgebende Agrarlandschaft. Grünflächen in Kommunen erhöhen die Attraktivität in Siedlungsgebieten und verbessern das Kleinklima. Es zählen häufig kleine Flächen wie begrünte Randstreifen, bepflanzte Verkehrsinseln, Böschungen an Verkehrswegen und Mauern dazu. Werden solche Grünflächen naturnah gepflegt, entwickeln sie sich zu Lebensräumen für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren.
Seit mehreren Jahren engagieren sich Landkreis und Ehrenamt mit Unterstützung durch das Regierungspräsidium Darmstadt, im Main-Kinzig-Kreis für dieses Potential für die Biologische Vielfalt zu werben. Es wurden Vorträge und Tagungen zum Thema veranstaltet. Mehrere Beispielflächen der Umwandlung solcher Flächen zu Lebensräumen für einheimische Pflanzen und Tiere wurden als Pilotflächenangelegt von BUND, Imkern, Landkreisverwaltung und Landschaftspflegeverband und so praktische Erfahrung in der Umsetzung gesammelt. Diese Erfahrungen münden in das aktuelle kreisweite Projekt Main-Kinzig blüht.

Projektaufgaben:
Im Rahmen des Projektes wird gemeinsam mit allen 28 Kommunen des Main-Kinzig-Kreises, insbesondere mit den Mitarbeitern ihrer Bau- und Betriebshöfe eine größere Biodiversität im besiedelten Bereich (weiter-) entwickelt. Die Arbeiten werden in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband MKK e.V., BUND und NABU, sowie Imkerverbänden, Landwirten und Kleingärtnern durchgeführt. Die Steigerung der Biodiversität und Erhöhung des Anteils an heimischen Pflanzen soll über spezifische Fortbildung, Beratung und längerfristige Begleitung der damit täglich arbeitenden Personen erreicht werden. Unter fachlicher Anleitung werden beispielhaft Flächen in jeder Kommune umgewandelt. Da die Umgestaltung als längerer Prozess zu sehen ist, bis Ergebnisse sichtbar und dauerhaft sind, wird die Beratung und Begleitung über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren durchgeführt. Es werden nach der erstmaligen Umsetzung alle anschließenden Pflegeeingriffe (und auch zu unterlassende Pflegeeingriffe!) fachlich und praktisch begleitet. Ziel ist es, die mit der Anlage und Pflege der Grünflächen Betraute besser in die Lage zu versetzen, die Umgestaltung und Pflege öffentlichen Grüns zu Flächen mit höherer Biodiversität selbstständig und dauerhaft zu realisieren.
Zur Projektvorbereitung wurden in jeder Kommune ausführliche Gespräche mit Bürgermeister und eventuell weiteren Zuständigen wie Umweltberater und Bauhofleiter geführt. In jeder Kommune werden dann gemeinsam mit Landschaftspflegeverband und beratenden Fachbüro beispielhafte Flächen ausgewählt. Die Kommune wird zu möglichen methodischen Varianten beraten: eine Umwandlung kann z.B. durch Pflegeumstellung erfolgen oder aber auch durch Aufbringen von magerem Substrat und anschließender Aussaat standortgerechten Regiosaatgutes oder Einbringen heimischer Stauden oder Gebüschpflanzen. Für die Beispielflächen werden jeweils Detailplanungen angefertigt. Die Planung wird dabei eng abgestimmt mit der jeweiligen Kommune, um die jeweilig zur Verfügung stehenden Personalkapazitäten, Maschinenverfügbarkeit und Finanzmittel zu berücksichtigen.
Dann erfolgt die gemeinsame Umsetzung mit dem anleitenden Fachbüro. In kurzen theoretischen Erläuterungen vorab werden den für die Pflege der öffentlichen Grünflächen zuständigen Mitarbeitern vor Ort die Vorteile und Erfordernisse einer weniger intensiven Bewirtschaftung und der vorwiegende Einsatz einheimischer Pflanzen auf den Beispielflächen erläutert. Die verwendeten Substrate, Pflanzen und Samen werden im Detail vorgestellt und ihre Pflegeansprüche vermittelt. Es schließen sich jährlich mindestens zwei gemeinsame Durchgänge bei den Pflegeeinsätzen der umgestalteten Flächen an.
Begleitend wurde in fast jeder Kommune auf Wunsch mindestens ein öffentlicher Fachvortrag angeboten - generell zum Thema oder auch speziell zu Möglichkeiten für Garten- und Balkonbesitzer, sich zu beteiligen. Die Kommunen erhielten auch Vorlagen für Pressetexte und Texte für ihre Homepages, um für Verständnis bei der Bevölkerung für die Umwandlungen zu werben. Es können Vorlagen für große Infoschilder angefordert werden, kleine Schilder zur Kennzeichnung der Beete werden derzeit ausgegeben.
Das Angebot ist allen 28 Kommunen des MKK mit Erfolg unterbreitet worden, es beteiligen sich alle. Das Projekt begann 2018 und endet Ende 2019. Die einzelnen Kommunen führen die Pflege der Pilotflächen in der eingeübten Weise im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Flächen selbstständig fort und übertragen die Ergebnisse auf weitere Flächen in den folgenden Jahren. Es ist geplant, das Projekt nach 2019 fortzusetzen und auszuweiten in die landwirtschaftliche Umgebung. Es wird derzeit an Anträgen gearbeitet.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch die Umwandlung kommunaler Flächen im besiedelten Bereich zu mehr Naturnähe wird das Vorkommen einheimischer Pflanzen und darauf lebender Insekten und anderer Tiere gefördert. Dies dient dem Erhalt und der Entwicklung kleinräumiger Strukturen und Lebensräume zur Erhöhung der biologische Vielfalt.


Bild 1
Bild 2

Dokumente

2018-09-06_roll-up-print.pdf

 

Besuchen Sie uns

Landschaftspflegeverband Main-Kinzi Kreis e.V.

Georg-Hartmann Straße 5-7
63637 Jossgrund

Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Frau Barbara Fiselius
Tel.:06059 906688
barbara.fiselius@lpv-mkk.de
http://www.lpv-mkk.de

 

Weitere Infos

Main-Kinzig-Kreis und Landschaftspflegeverband MKK e.V.
Jossgrund

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld