VNP Artenschutzprojekt Birkhuhn

Ein Schutzprojekt
Das südlich von Hamburg gelegene Naturschutzgebiet „Lüneburger Heide“ beherbergt auf rund 5.200 ha großen Heideflächen und angrenzenden, aufgelichteten Wald-Heide-Übergangsbereichen, eine der letzten autochthonen Birkwildpopulationen in Niedersachsen. Zur Stabilisierung und Förderung der Birkhuhnbestände wurde im Jahr 2005 das Artenschutzprojekt „Schutz des Birkhuhns im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide“ ins Leben gerufen. Das Umsetzungsprojekt basiert auf vier Säulen, die im Folgenden erläutert werden.

1. Projektsäule: Monitoring der Bestandsentwicklung
Während des Jahresverlaufs werden die Birkhühner und ihre Spuren auf verschiedene Weise erfasst. In den Herbst- und Wintermonaten wird jede zufällige Birkwildbeobachtung so lange wie möglich ausgedehnt, um möglichst viel über ihr Verhalten und die Habitatnutzung zu erfahren. Eine gezielte Suche nach Birkhühnern in dieser Jahreszeit wäre aufgrund Ihrer versteckten Lebensweise schwierig. Die Gestübersuche (Kotsuche), gibt einen weiteren Aufschluss über die Nutzung von Habitaten und über das jeweilige Nahrungsspektrum. Traditionell werden in jedem Frühjahr von ehrenamtlichen Helfern zeitgleich Synchronzählungen während der Balz durchgeführt um möglichst genaue Bestandszahlen zu erhalten. Nur in dieser Zeit geben die Birkhähne ihre scheue Lebensweise auf. Alle Daten fließen später in die Maßnahmenplanung zur Lebensraumentwicklung ein. Eine Nestersuche findet im Naturschutzgebiet bislang nicht statt. Die Brutplätze der Birkhühner zu erhalten und vor Beunruhigungen zu schützen ist eine der dringlichsten Aufgaben des Birkhuhnschutzes.

2. Projektsäule: Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen
Durch die Mittelbereitstellung im Rahmen des Projektes werden anhand von umfangreichen Maßnahmen die Lebensräume der Birkhühner entwickelt und erhalten. Das Ziel der Heidepflege ist die Schaffung von nährstoffarmen Wuchsbedingungen für die Besenheide. Hierfür wird angesammelter Rohhumus durch Schopper- oder Plaggmaschinen „abgehobelt“, die Heide abschnittsweise gemäht und von Heidschnucken und Ziegen beweidet. Auch der traditionelle Einsatz von Feuer wird durch kontrolliertes Abbrennen kleiner Heideflächen durchgeführt. Neben diesen Maßnahmen, legt der VNP für das Birkhuhn gezielt Offenbodenstellen an, welche vom Birkwild gerne als Huderplätze für die Gefiederpflege genutzt werden. Die Waldränder werden in den Übergangsbereichen zur Heide auf den Flächen der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide und anderen Waldbesitzarten durch die Eigentümer aufgelockert. So entsteht ein reich strukturierter Lebensraum aus Offenland mit Einzelbäumen, Baumgruppen, sehr lichten Kiefernwäldern, mehr oder weniger stark verkusselten Heidebereichen und tiefgestaffelten Waldrändern. Die gezielte Entwicklung von Lebensräumen für das Birkhuhn stellt gleichzeitig eine Lebensraumaufwertung für eine Vielzahl heidetypischer Arten der Flora und Fauna und damit für die biologische Vielfalt des Schutzgebietes dar.

3. Projektsäule: Prädatorenkontrolle
Die Bestandsbeeinflussung der Birkhuhnpopulation durch Prädatoren („Fressfeinden“) wird durch die gezielte Bejagung von Fuchs, Marderartigen, Krähen und Wildschweinen reduziert. Die Kartierung der Fuchs- bzw. Dachsbaue stellt die Grundlage für eine effektive Fuchsbejagung dar. Neben dem Ansitz auf frischen Mahdflächen oder am Luderplatz, stellen besonders die Fallen- und Baujagd einen wichtigen Bestandteil der Fuchsbejagung dar. Gefundene Rupfungen oder Risse von Birkhühnern geben einen Hinweis auf den jeweiligen Prädator. Die Wildschweinbejagung wird schwerpunktmäßig im Rahmen von revierübergreifenden Bewegungsjagden durchgeführt. Diese Jagdmethode hat sich in den letzten Jahren bewährt. Aufwand und Erfolg stehen hier in einem günstigen Verhältnis.

4. Projektsäule: Wissenschaftliche Projektbegleitung
Die Durchführung umfangreicher Untersuchungen zur Habitatnutzung, Reproduktion und Verlustursachen durch ein Telemetrieprojekt am Birkhuhn von 2011- 2013, durch das Institut für Terrestrische und Aquatische Willdtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover, verbessert den Kenntnisstand.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Birkwild stellt für die Pflege- und Entwicklung der größten Reste binnenländischer Zwergstrauchheiden Mitteleuropas, eine Leitart, für die biologische Vielfalt und die enge Verzahnung unterschiedlichster Biotope, des Arteninventars, für Lebensweisen und Wirtschaftsformen einer historischen Kulturlandschaft dar. Die Restvorkommen einer vom Aussterben bedrohten Art sowie die Bemühungen zum Erhalt dieser, stellen in der täglichen Arbeit einer privaten, gemeinnützigen Stiftung eine große Motivation und Ansporn für die Mitarbeiter dar.


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