Waldweide Uhlstädter Heide

Etablierung einer großflächigen, extensiven Waldweide mit Rindern und Pferden auf rund 600ha Wirtschaftswald

Nach über zweihundert Jahren des weitgehenden Waldweide-Verbots in Deutschland versuchen wir, diese alte Form der Waldnutzung wiederzubeleben. Vor diesem Hintergrund wurden für die Planung und Durchführung des Projektes zwei wesentliche Ziele formuliert: 1. Die Eruierung eines aus forstökonomischer Sicht verträglichen Besatzes mit Rindern und Pferden. 2. Die Erfassung der ökologischen Auswirkungen großer Graser in Waldökosystemen und die Ableitung möglicher Ökosystemdienstleistungen im Zusammenhang mit extensiver Beweidung und Forstwirtschaft. Wir gehen davon aus, dass das unterschiedliche Raum- und Fraßverhalten von Rindern und Pferden unter anderem durch folgende Effekte die biologische Vielfalt im Projektgebiet erhöhen wird: a) Eine flächige Vergrasung mit Land-Reitgras (Calamagrostis epigeios) wird zurückgedrängt, die Bodenvegetation verschiebt sich mit der Intensität des Weidegangs hin zu einem kräuterreichen Artenspektrum. b) Durch eine geringe Besatzdichte auf großer Fläche können die Weidetiere ihr arteigenes Komfort- und Wanderverhalten zeigen. Es entstehen Weidepfade, Latrinen und ähnliche Strukturen, die kleinräumig die Grenzlinienanzahl erhöhen. c) Durch die Anwesenheit der Tiere profitiert eine große Menge Insektenarten, weshalb wir sowohl die dungliebenden Insekten, als auch blutsaugende Insekten besonders in den Fokus nehmen und deren Artenspektrum dokumentieren. Zusätzlich haben wir ein flächiges Biomasse-Monitoring mittels Malaisefallen installiert. Damit wollen wir den erhofften Anstieg der Insektenbiomasse bei den fliegenden Insekten nachweisen. d) Mit einem verbesserten Nahrungsangebot durch die oben beschriebenen Umstände erhoffen wir uns auch einen Anstieg bei den Vögeln und Fledermäusen, die wir ebenfalls im Rahmen des Monitorings betrachten.Die Aufgabe unserer Tiere ist die eines Katalysators für Strukturvielfalt und biologische Vielfalt. Wir wollen beweisen, dass die genannten Effekte naturschutzfachliche Relevanz erlangen und aus forstlicher Sicht mit einem geringen Mehraufwand und - hinsichtlich erbrachter Ökosystemdienstleistungen - vertretbaren Schäden einhergehen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Mit unserem Projekt legen wir die Grundlagen für eine forstliche Nebennutzungsart, welche den Schutz biologischer Vielfalt im Wirtschaftswald mit vertretbarem Kostenaufwand verbessern kann.

Video:
https://vimeo.com/378730665


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Besuchen Sie uns

ENL-Projektbüro

Mötzelbach 10
07407 Uhlstädt-Kirchhasel

Öffnungszeiten: Projektgebiet frei begehbar, für Führungen Anmeldung nötig

Herr Felix Tippmann
Tel.:036742703015
uhlstaedt@nfga.de
http://nfga.de

 

Weitere Infos

Naturforschende Gesellschaft Altenburg e.V.
Uhlstädt-Kirchhasel

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