Die Biodiversitätsstrategie „In Herxheim blüht uns was!“

In Herxheim, einer Gemeinde mit 10.000 Einwohnern in Rheinland-Pfalz, wird seit 2016 aktiv etwas für den Erhalt der Artenvielfalt getan. Und zwar mit einer Strategie, die auf allen Ebenen der Gemeinde ansetzt. Sie bindet die Landwirte mit ihren landwirtschaftlichen Flächen, die Kommune mit den Ausgleichs- und Eh da-Flächen sowie die Bürger mit ein. Die auf diesen drei Säulen basierende Biodiversitätsstrategie mit dem Namen „In Herxheim blüht uns was!“ wurde von Hans Müller, Landwirt und Beigeordneter der Ortsgemeinde Herxheim, initiiert und einstimmig vom Gemeinderat Herxheim am 14.04.2016 beschlossen.

Das sind die Ziele der Drei-Säulen-Strategie in Herxheim:

1. Säule: Das kommunale Engagement: Was muss/kann die Kommune leisten? Die Kommune kann auf den eigenen Flächen viele ökologische Aspekte umsetzen und hier mit entsprechenden Maßnahmen etwas für die Biodiversität tun und mit gutem Beispiel vorangehen.

2. Säule: Landwirtschaft: Landwirtschaft braucht Artenvielfalt! Als größter Flächenbewirtschafter muss die Landwirtschaft ebenso dazu beitragen, die Biodiversität zu steigern wie z.B. durch das Anlegen von Blüh- und Gewässerrandstreifen und von Lerchen- und Kiebitzfenstern.

3. Säule: Engagement der Bürger bzw. Bürgerbeteiligung. Durch Bürgerbeteiligung von Beginn an muss gesichert werden, dass sich Bürger und gesellschaftliche Gruppen mit einbringen, z.B. durch Blühbeete, Trockenmauern und Steinlesehaufen in Gärten, Patenschaften für Blumen- und Streuobstwiesen und Verzicht auf Steingärten.

Was bisher erreicht wurde:

Um die Biodiversitätsstrategie in Herxheim mit Leben zu füllen, ist eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen worden, in der alle im Gemeinderat vertretenen Parteien, der Umwelt- und Bienensachverstand, die Landwirtschaft, die Gärtnerei der Verbandsgemeinde und alle Beigeordneten mit umweltrelevanten Geschäftsbereichen vertreten sind. Die Arbeitsgemeinschaft koordiniert die Projekte. In den vergangenen drei Jahren sind auf allen drei Handlungsfeldern viele Projekte für den Erhalt der Artenvielfalt in Herxheim erfolgreich umgesetzt worden.

1. Säule - Kommune:
• Informationsveranstaltungen für Bewusstseinsbildung wurden durchgeführt
• Eh da – und Ökokonto- Flächen komplett erfasst
• An allen Ortseingängen von Herxheim und Hayna und auf 15 Eh da-Flächen wurden Blühstreifen eingesät.
• Die Staffelmahd wurde eingeführt.
• Auf einer 3000 m² großen Fläche am Ortseingang wurde eine Projektfläche nach den Gesichtspunkten der Biodiversität angelegt und im Sommer 2018 eingeweiht. Es finden sich hier eine Streuobstwiese, Totholz- und Steinlesehaufen sowie viele bunt blühende Staudenbeete. Alle Teile der Projektfläche sind so gestaltet und beschildert, dass sie den Bürgern auch Gestaltungsanregungen für den eigenen Garten geben.
• Eine Broschüre über die Biodiversitätsstrategie „In Herxheim blüht uns was“ ist entwickelt und an die Haushalte verteilt worden
• Steilwände in der Gemarkung geschaffen für Bruthabitate für Wildbienen
• Neues Gräberfeld auf dem Friedhof nach Biodiversitätskriterien angelegt.
• Erstellen einer Homepage zum Sensibilisieren und Anregen der Bevölkerung (www.herxheim-blueht.de)
• Grundstückskäufe (1,49 ha) für Feldheckenvernetzung getätigt.
• Artenschutzpreis der Ortsgemeinde Herxheim ausgeschrieben, der am 30. Juni 2017 erstmals vergeben wurde

2. Säule - Landwirtschaft: Die Landwirte in Herxheim und der Bauernverein der Gemeinde unterstützt die Drei-Säulen-Strategie „In Herxheim blüht uns was“ mit großem Engagement.
• In 2018 haben sich 21 Landwirte und ein Winzer beteiligt und auf knapp 64 ha Blühflächen eingesät, das sind rund 4 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Herxheim. Die Flächen wurden zur Information beschildert.
• 52 Lerchen- und Kiebitzfenster wurden in Wintergetreide angelegt, damit diese Bodenbrüter in der modernen Agrarlandschaft optimale Lebensbedingungen finden.
• Es werden auch einzelne Flächen aus der Produktion genommen und mit mehrjährigen Blühmischungen eingesät.
• Für die ein- und mehrjährigen Blühflächen wurden eigene Blühmischungen mit heimischen Pflanzen zusammengestellt, die an den Standort angepasst sind.
• Außerdem wurden Nistplätze für Vögel geschaffen und Getreidestreifen als Winterfutter stehengelassen.
• Verschiedene Labore, die Uni Landau und auch die Umweltschutzabteilung der BASF begleiten das Projekt wissenschaftlich.
• Erste Patenschaften für Blühflächen werden in diesem Jahr vergeben

3. Säule - Bevölkerung:
• Eine Broschüre über die Biodiversitätsstrategie „In Herxheim blüht uns was“ ist entwickelt und an die Haushalte verteilt worden
• Für die Hausgartenbesitzer wurde eine bienenfreundliche Blumenmischung mit dem Namen „Herxheimer Sommer Garten“ kreiert und 3000 Samentüten an die Bevölkerung verteilt.

Wie es weitergeht:

Erste Erfolge der Drei-Säulen-Strategie „In Herxheim blüht uns was“ sind sichtbar. Die Landwirte als größte Flächennutzer engagieren sich in einem großen Umfang, und auch auf kommunalen Flächen wurde viel für die Biodiversität in Herxheim erreicht. Die Einwohner von Herxheim nutzen die Samentütchen mit der Blühmischung „Herxheimer Sommergarten“ gerne für die Aussaat im eigenen Garten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

In Herxheim zeigen die Akteure, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Innerhalb kurzer Zeit wurden viele Maßnahmen beschlossen und umgesetzt. Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten soll fortgeführt werden, ebenso die Projekte. Denn nur wenn die Blühstreifen und die Kommunalen und Naturschutzflächen vernetzt werden, ergeben sich langfristig wertvolle Habitate für Insekten und Vögel.


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Besuchen Sie uns

Platz der Artenvielfalt, Ortsgemeinde Herxheim (Pfalz)

Eisenbahnstraße 31a
76863 Herxheim

Öffnungszeiten: immer

Herr Hans Müller
Tel.:072767405 0174 301 2710
karottenmueller@t-online.de
http://herxheim-blueht.de

 

Weitere Infos

Aktion "In Herxheim blüht uns was" verantwortlich Hans Müller
Herxheim

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