Erhalt der Bonefelder Heide, durch Beweidung mit Heidschnucken

Um die Bonefelder Heide vor dem Verbuschen zu schützen, die Erika-Heide zu Verjüngen und weiter zu entwickeln, wurde die Projektgruppe des Nabu Rengsdorf gegründet. Diese kümmert sich um die Beweidung der Heide mit graugehörnten Heidschnucken. Durch hinzugewinn der angrenzenden Flächen konnte eine komplexe Offenlandschaft geschaffen werden, welche zur Bereicherung der Artenvielfalt beitrug. Seit nunmehr 5 Jahren kann die stete Erweiterung der Heidefläche und anderen Arten beobachtet werden. Der enge Zusammenhalt der Bonefelder Bürger und des Nabu Rengsdorf, wurde durch den zu erkennenden Erfolg, noch verstärkt. Das nette Wesen der Heidschnucken trägt ebenso dazu bei, dass sich alle (Bürger und Nabu Mitglieder) gerne in das Projekt einbringen.

Von den ehemals verbreiteten Erika-Heiden sind nur noch wenige, kleine, Gebiete im unteren Westerwald zu finden. In Bonefeld, am Beulsberg, existiert noch eine kleine Heidefläche, welche es zu schützen gilt. Diese Kuppe, am Ortsrand von Bonefeld, weist noch einige der maßgeblichen Arten des speziellen, kulturhistorisch geprägten Lebensraumes auf und liegt damit im Fokus des öffentlichen Interesses. Bisher bemühten sich die Ortsgemeinde, die Verbandsgemeinde und Naturschutzbehörden um den Erhalt und die Pflege der Heide---mit wechselndem Erfolg.
Seit 2013 übernahm die neu gegründete „Schafstruppe“ des Nabu Rengsdorf das Projekt:
„Erhalt der Bonefelder Heide, durch Beweidung mit Heidschnucken“.
Es wurde eine kleine Herde graugehörnter Heidschnucken angeschafft. Die engagierten Teilnehmer/innen der Projektgruppe steckten und stecken viel Arbeit und Liebe in den Erhalt und die Entwicklung der Heide und der angrenzenden Flächen. Durch Arbeitseinsätze, in denen motormanuell die ungewünschten Birken- und Ginsterbestände zurückgedrängt werden und durch die Beweidung mit den Heidschnucken wird dem Verbuschen der Erika Heide entgegengewirkt. (Bis in die 80er Jahre wurde die Heide abgebrannt.)
Durch den unermüdlichen Einsatz der letzten Jahre konnte die Verjüngung und die Ausweitung der Erika-Heide erreicht werden. Die angrenzenden Flächen konnten in das Projekt mit einbezogen werden. Mit Lichtung der angrenzenden Gehölzbestände und Einbeziehen von mageren Wiesen konnte ein intakter Offenlandkomplex geschaffen werden.
Die Artenvielfalt hat sich, seit der regelmäßigen Pflege der Heide, erhöht. In einer Bachelorarbeit wurden die Heuschrecken erfasst. Im Vergleich zur Erfassung von 1998 (insg. 8 Arten), wurde 2014 alle Arten wiedergefunden (außer dem Warzenbeißer) und noch weitere 4 Arten entdeckt: Heidegrashüpfer, Brauner Grashüpfer, Wiesengrashüpfer und Langfühler-Dornschrecke. Auch die Vogelarten haben zugenommen. Besonders erwähnenswert ist die Ansiedlung des Roten Milans. Ebenso können wir uns über den Gesang der Feldlerche (Vogel des Jahres 2019) erfreuen.
Nicht nur, dass wir durch dieses Projekt die Artenvielfalt erhöht haben, es ist sehr erwähnenswert, dass die enge Zusammenarbeit mit den Heidschnucken nicht nur die Projektgruppe sehr zusammenschweißt. Es schafft auch eine starke Bindung der Bonefelder Bürger zu dem Projekt. Dadurch, dass täglich, abwechselnd, jemand aus der „Schafs-Truppe“ nach den Schafen sieht und diese versorgt, gibt es immerzu Möglichkeiten für Informationsgespräche mit Interessierten.
2018 haben wir gemeinsam mit der Ortsgemeinde Bonefeld das erste Heidefest veranstaltet, um unsere Erfolge zu zeigen und die Entwicklungsmöglichkeiten der nächsten Jahre vorzustellen. Hierbei konnten die Besucher durch Exkursionen über die Heide vieles über die Pflanzen und Tierwelt in diesem speziellen Lebensraum erfahren. Einige der Kinder konnten wir nach dem Heidefest als dauerhaftes Mitglied in unserer NAJU Gruppe (NABU Jugend) begrüßen.
Wir alle freuen uns schon jetzt auf Ende März-Anfang April, wenn wieder kleine schwarze Lämmchen über die Wiesen hüpfen. Vielleicht sehen Sie sich den Beulsberg, in Bonefeld, mal an? Wir freuen uns auf Sie.
gez. Petra Diederich (Nabu Rengsdorf, Projektleiterin Heidschnucken)

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Exemplarisch einige Arten, der Bonefelder Heide:
Biotypische und seltene Arten:
- Flügelginster
- Besenheide
- Blutwurz
- Heil-Ziest
- Gemeines Ferkelkraut
- Harzer Labkraut
- Rundblättrige Glockenblume
- Borstgras

Tierarten:
- Rotmilan
- Turmfalke
- Dorngrasmücke
- Goldammer
- Schachbrettfalter
- Kleiner Feuerfalter
- Malven-Dickkopffalter
- Kleiner Heidegrashüpfer


Bild 1
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56579 Bonefeld, Auf dem Beulsberg

Im Weidenbruch 23
56581 Kurtscheid

Öffnungszeiten: 9-12 Uhr, 15-18 Uhr

Frau Lucia Preilowski
Tel.:026343206
Preilowski@NABU-Rengsdorf.de
http://www.NABU-Rengsdorf.de

 

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Nabu Rengsdorf, Petra Diederich, Lucia Preilowski, Günther Hahn
Kurtscheid

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