Speyer blüht für Biene, Hummel + Co. - Initiative für Artenvielfalt in der Stadt

Vor dem Hintergrund des alarmierenden Insektenschwunds schlossen sich 2017 verschiedene Akteure im Bereich Naturschutz zur Bieneninitiative Speyer (SBI) zusammen.
Das Vorhaben: Über Informations-und Öffentlichkeitsarbeit und durch praktische Maßnahmen und Mitmachaktionen Bürger und Stadtverwaltung sensibilisieren für die Möglichkeiten, Positives für Lebensraumschutz und biologische Vielfalt in der Stadt zu tun. Als Schirmarten wurden die Sympathieträger „Wildbienen“ bestimmt und die Kampagne unter das Motto „Speyer blüht für Biene, Hummel und Co.“ gestellt. Es entstanden gemeinsame Teilprojekte wie u. a.: Frühstücksbuffet für Wildbienen an der Schule, Lebensraum Friedhof, Speyerer Hummelgarten als Schaugarten, Erlebnis- und Lernort.
Diese Teilprojekte werden fortgesetzt und weiterentwickelt.

Im vorgestellten Projekt der SBI geht es um Förderung von biologischer Vielfalt und Lebensraumschutz in der Stadt. Das Projektmotto stellt die Wildbienen als Schirmarten heraus. Diese Artengruppe genießt besondere Sympathien in der Öffentlichkeit und ist daher sehr geeignet um die Bedrohung der Biologischen Vielfalt vor Augen zu führen. Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Mitmachangebote sollen Bürger und Stadtverwaltung sensibilisieren und Handlungsoptionen aufzeigen. Das Projekt umfasst die folgenden Teilprojekte und Aktivitäten:
1. Öffentlichkeitsarbeit und Information: Mit der VHS werden öffentliche Vorträge organisiert. In 2018 wurden in vier Vorträgen ca. 300 Personen erreicht; Höhepunkt mit 140 TN der Vortrag des anerkannten Wildbienenspezialisten Paul Westrich. Vorträge zu Streuobstwiese, bienenfreundlicher Staudenpflanzung, Gartengestaltung besuchten jeweils ca. 50 TN., die Exkursion zu den Wiesen am Rheindamm 20 TN, den Sensenkurs am Deich (insektenfreundliches Mähen) 10 TN.
2019 standen drei Vorträge u. Exkursionen auf dem Programm; es wird 2020 fortgesetzt.
2. Schulprojekte: Angestoßen durch die SBI hat die Rucksackschule (s.u.) das Angebot „Bienenhotel bauen - aber richtig“ entwickelt, das nun schon im zweiten Jahr von jeweils 10 Schulklassen gebucht wurde.
Im Mai 2018 wurde die Aktion „Frühstücksbuffet für Wildbienen an der Schule“ durchgeführt; 11 Schulklassen erhielten Wildstaudensets und Blumenzwiebeln. In Garten-AGs, bei Projekttagen oder im Rahmen des Biologieunterrichts pflanzten Schüler sie auf dem Schulgelände ein.
3. Lebensraum Friedhof: Der Speyerer Friedhof ist die größte Parkanlage in Speyer mit großem Potential als Lebensraum für Insekten. Zusammen mit der Friedhofsverwaltung wurde das Mahdregime für ein Wiesenareal naturschutzfachlich angepasst. Am Freiwilligentag der Metropolregion wurden in einer Gemeinschaftsaktion Maßnahmen der ökol. Wiesenaufwertung umgesetzt (Mähgut abräumen u. Magerwiese nachsähen).
Am Girlsday 2018 wurde unterstützt von Friedhofverwaltung und SBI in einem Scherrasenareal ein großes naturnahes Staudenbeet angelegt. Die SBI erstellte erläuternde Hinweisschilder. Das Teilprojekt Lebensraum Friedhof wird fortgesetzt.
4. Bienenwohnung am Trafohäuschen: In Kooperation mit den Stadtwerken bauten die Umweltförster der Rucksackschule vier große Bienennisthilfen (in Form der Speyerer Dom-Silhouette) die mit Infosschildern ausgestattet an Trafohäuschen im Stadtgebiet angebracht wurden.
5. Speyerer Hummelgarten - ein Biotop für Wildbienen:
5.1 Grundidee: Als Schaugarten und Lernort konzipiert, sollen dort im Sinne von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgehend vom Thema Wildbienen Kenntnisse zur einheimischen Artenvielfalt in Flora u. Fauna, zu Habitattypen und zu deren Schutz- bzw. Fördermöglichkeiten vermittelt werden. Mit allen Sinnen sollen Zusammenhänge in der Natur entdeckt, Wechselbeziehungen zwischen Umwelt und Lebewesen sichtbar und praktisch begreifbar werden. Die im Hummelgarten gewonnenen Kenntnisse werden in Beziehung zur Lebenswelt der Teilnehmenden stehen, sodass Impulse für einen nachhaltigen Lebensstil gesetzt werden. Dieser öffentlich zugängliche Naturgarten soll Besuchern Anregung zur Nachahmung im privaten Garten bieten. Durch zielgruppenorientierte Veranstaltungen können anschaulich Wissen u. Fertigkeiten zu Naturschutzthemen vermittelt, sowie soziale Begegnung ermöglicht werden.
5.2 Umsetzung: 2018 stellte die Stadt ein Areal von 150 m² auf einer für Gemeinschaftsgärten vorgesehenen Brache zur Verfügung. Eine Spende ermöglichte den Start mit professioneller Planung und Geländemodellierung durch eine Fachfirma. Der Trockenmauerbau als öffentliche Gemeinschaftsaktion brachte neue ehrenamtliche Mitmacher.
Sträucher und ein Apfelbaum (Heimeldinger, eine alte Pfälzer Sorte) wurden beim offiziellen Start mit der Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler gepflanzt. Das erste Beet wurde in einem Praxiskurs unter fachlicher Anleitung mit Wildstauden bepflanzt. Weitere Pflanz- und Gestaltungsarbeiten (Sonnenfalle/Eidechsenburg/Totholzhaufen/Zäune/Pavillon) folgten, stets als öffentliche Mitmachprojekte angelegt. Auf einem Zusatzreal (100m²) wurde eine Blühfläche eingesät.
5.3 Naturpädagogische Angebote: Begonnen wurde im Mai 2019 mit einem Angebot „naturnahes Gärtnern für Kinder von 5 - 10 Jahre“ unter Anleitung einer zertifizierten Waldpädagogin (30 Kinder nahmen bisher teil). Eine aktuelle Spende ermöglicht es, das Programm fortzuführen und inhaltlich auszubauen. Die Angebote sollen von pädagogisch/fachlich qualifizierten Experten durchgeführt werden.
6. Akteure: Die Bieneninitiative Speyer ist ein informelles Kooperationsbündnis mit Vertretern von:
Rucksackschule des Forstamtes Pfälzer Rheinauen,
Pollichia-Ortsgruppe Speyer e.V.,
BUND Ortsgruppe Speyer e.V.,
Imkerverein Speyer e.V.,
Netzwerk Umweltbildung Speyer-Rheinpfalz e.V.,
Stadtverwaltung Speyer mit Vertretern von Volkshochschule, Stadtbibliothek und Nachhaltigkeitsmanagement.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Inhaltliche Bezugspunkte zur biologischen Vielfalt sind Lebensraumbedürfnisse von Wildbienen u. anderen Bestäuberinsekten. Die Ausweitung auf damit zusammenhängenden Themen ist mit Blick auf die globalen UN Nachhaltigkeitsziele implizit mitgedacht: Schutz der Artenvielfalt, Klimaschutz, nachhaltiger Lebensstil. Die Wildbienen sind dabei eine bewusst herausgegriffene Artengruppe, die in ihrer Vielfalt bedroht ist, über 50% der etwa 570 in Mitteleuropa vorkommenden heimischen Apideae Arten stehen auf der roten Liste. Da eine dieser Arten, die Westliche Honigbiene, durch die intensive Berichterstattung der letzten Jahre besondere Wertschätzung genießt, ist die Beschäftigung mit ihren „wilden Schwestern“ ein Türöffner für ein weitgehendes Engagement zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Alle Aktivitäten der SBI dienen dem Schutz und der Förderung der biologischen Vielfalt. Informations-und Kommunikationsarbeit soll sensibilisieren für die Bedeutung von Lebensraum- und Artenvielfalt, sowie Kenntnisse über ökologische Zusammenhange u. Arten vermitteln. Praxisangebote sollen Handlungsoptionen zum Schutz der Vielfalt aufzeigen. Dabei soll Bewusstsein für die Bedeutung von Biodiversitätsinseln in der Stadt und für ihre Vernetzung entstehen (Hecken u. Linienstrukturen sind als Themenschwerpunkt für 2020 vorgesehen). Diese Aktivitäten passen gut in den kommunalen Bezugsrahmen, in den sich die Stadt Speyer seit ihrem Beitritt zum „Bündnis Kommunen für Biologische Vielfalt“ gestellt hat.


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Dokumente

Zwei Flyer SBI für Staudenbeet und Steingarten

Programmflyer SBI Halbj. 2019

Programmflyer SBI Halbj. 2018

Info-Schild Lebensraum Friedhof

Schilder Bienenwohnung am Trafohäuschen

Übersicht der Presseveröffentlichungen zu Aktionen der Bieneninitiative Speyer im Zeitraum 11/2017 bis 03/2019

 

Besuchen Sie uns

Speyerer Hummelgarten am "Judomaxx"

Am Germansberg 67
67346 Speyer

Öffnungszeiten: Keine zeitliche Zugangsbeschränkung; Führungen nach Vereinbarung per mail oder an ausgewiesenen "jour fixes"

Frau Doris Hoffmann
Tel.:01711046683
doris.hoffmann@posteo.de
http://www.speyer.de/bienen

 

Weitere Infos

Bieneninitiative Speyer (SBI)
Speyer

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