"grüne Stadt"

Zweck des Projektes „grüne Stadt“ ist, selbst einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten und darüber hinaus als Multiplikator zu wirken.

Einerseits vermitteln wir theoretisches Wissen, sensibilisieren für die Thematik und gleichzeitig geben wir praktische Tipps und Anleitungen, wie alle Menschen selbst auf kleinstem Raum einen wertvollen Beitrag leisten können. Uns ist wichtig, Stimmungen der Ohnmacht und Resignation angesichts der bedrohlichen Veränderungen unserer Ökologie aufzubrechen, das Gefühl für die Beziehung zur Natur zu stärken und zu vermitteln, dass es sich lohnt für deren Schutz aktiv zu sein. Gut installierte Insektenhotels funktionieren und bringen dadurch auch rasch ein positives Feedback.

In den letzten Jahrzehnten hat sich eine paradoxe Entwicklung abgezeichnet. Während wir im ländlichen Raum einen steten Rückgang der Population, gar ganzer Arten in Flora und Fauna zu verzeichnen haben, schien die Natur im urbanen Raum vergleichsweise vielfältig zu sein und sogar vielfältiger zu werden. Viele Imker*innen verlagerten in Folge ihre Tätigkeit in die Städte. Die 5 in Europa vorkommenden Honigbienenarten genießen, da sie einen Wirtschaftsfaktor darstellen, einen gewissen Schutz. Für die etwa 560 allein in Deutschland lebenden Wildbienenarten, sieht es leider noch weniger rosig aus. Einige dieser Wildbienen sind nur 1,2 mm groß und leben anders anders als die Honigbiene nicht im Volk sondern solitär in zum Beispiel Mauern, in der Erde oder in Totgehölzen. Für die Bestäubung kleiner Blüten, Sträucher und Obstbäume sind diese kleinen Bienen nötig. Außerdem bilden sie die Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere und tragen auf diese Weise erheblich zum Gleichgewicht im Naturkreislauf bei.
Während in ländlichen Regionen intensive artenvernichtende Landwirtschaft vorangetrieben wird und dadurch der Bestand an Wildbienen, anderen Insekten, Wildpflanzen, Vögeln und anderen Tieren in bedrohlichem Maße reduziert wird, war die ursprünglich geringere Population in der Stadt stabil. Einige der Arten konnten sich hier sogar einen neuen Lebensraum erschließen. Das „städtische Bewusstsein“ für ökologische Themen hatte sich verändert und zog einen Trend vom englischen Rasen hin zu Wildblumenwiesen, hier und da, Herbstlaub- und Totholz liegen lassen und anderen kleinen Maßnahmen nach sich - mit beträchtlichem Erfolg für die biologische Vielfalt.

Dieser Lebensraum ist jetzt ebenfalls akut bedroht. Neben Pestizideinsätzen, machen verstärkte Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit naturfernen Materialien, Flächen- und Fassadenversiegelungen es Tieren wie Vögeln, Fledermäusen und nicht zuletzt Insekten schwer bis unmöglich, Nahrungsquellen Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten zu finden. Das bedroht deutlich spürbar die urbane Biodiversität. Vor fünf Jahren haben wir begonnen, uns der Thematik aktiv und gezielt anzunehmen und ein Netzwerk mit interessierten fachkundigen Menschen und ökologisch ausgerichteten Initiativen aufgebaut.

Seit zwei Jahren können wir dank geförderter Arbeitsstellen auch einiges praktisch anpacken:

-Wir nehmen mit Infoständen am „Langen Tag der Stadtnatur“ und ca. 6 Straßenfesten pro Jahr teil. Dort führen wir Workshops zum Bau von Insektenunterkünften durch, informieren über die erforderlichen Umgebungsbedingungen wie zum Beispiel Nahrung, Nistmaterialien und ähnlichem. Außerdem geben wir dort kleinere Insektenhotels für Balkone oder zur Installation auf Fensterbänken ab.

-Auf unserer Webseite entsteht eine Datenbank, in der die Lebensbedingungen der einzelnen Wildbienenarten, in Berlin und Umland sind etwa 318 erfasst, in eine Übersicht gebracht werden. Diese Informationen sind nötig, damit die Insektenhotels funktionieren.

-Im Büro können telefonisch oder persönlich Fragen rund um die Thematik diskutiert und geklärt werden. Im Bedarfsfall geben wir auch Tipps zur Balkon- und Gartengestaltung.

-Auf einem benachbarten Gelände haben wir, teilweise auch im Rahmen von Workshops und unter Einbindung von Anwohner*innen, ein größeres Insektenhotel mit Wildblumenwiese angelegt. Dieses Projekt wird behutsam und unter sorgfältiger Beobachtung weiterentwickelt. Zum Beispiel haben wir ein Areal mit schützendem Zaun abgesteckt, in dem wir letzten Frühsommer Sandbienen entdeckt haben. Demnächst, wenn wir wissen, welche weiteren Bienenarten sich dort angesiedelt haben, wird es dazu eine Beschilderung geben. Eine mehrsprachige Tafel mit allgemeinen Hinweisen und Informationen ist bereits in Arbeit. Bis zum Sommer soll auch eine Bewässerungsanlage mit integrierten Basins für die Wildbienen installiert worden sein. Das Gelände ist der Öffentlichkeit zugänglich und das Areal wird von uns gepflegt. Es sollen auch weiterhin Informationsveranstaltungen und Workshops dort stattfinden.

-Etwas kleinere Modelle wurden an verschiedenen Standorten in Berlin (Görlitzer Park, Rosa Rose, Villa Kuriosum, bei SONED e.V., Heilehaus e.V…..) installiert. Teilweise sind die allerdings überholungsbedürftig, da uns Fehler und Ungenauigkeiten unterlaufen sind. Außerdem fehlen hier ebenfalls noch die Beschilderungen.

Insgesamt ist zu sagen, dass wir uns stetig entwickeln und es noch viel zu lernen und noch mehr zu tun gibt. Das Interesse an der Arbeit ist nicht nur bei uns, sondern allgemein recht groß. Jedenfalls erhalten wir regelmäßig Anfragen zum Thema. Gelegentlich sind auch Schulen und Kitas, Kinderbauernhöfe, Gemeinschaftsgärten dabei, die gerne in ihrem Hof ein Insektenhotel haben möchten oder deren bereits vorhandenes nicht funktioniert (weil es eventuell einfach nur falsch ausgerichtet ist o.ä.).

Für weitere Informationen kommen Sie doch vorbei oder besuchen unsere Webseite http://insektenhotels.arbeitsweg.org/

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Bezug des Projektes „grüne Stadt“ ergibt sich aus unserer Liebe zur Natur, dem tiefen Begreifen, dass ein Leben ohne sie nicht möglich ist und dem Wissen, dass es umso bunter und schöner ist, je vielfältiger die Umwelt.


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Dokumente

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Besuchen Sie uns

Arbeitsweg e.V.

Köpenicker Straße 16
10997 Berlin

Öffnungszeiten: 10.00-16.00

Frau Projekt Grüne Stadt
insektenhotels@arbeitsweg.org
http://insektenhotels.arbeitsweg.org

 

Weitere Infos

arbeitsweg.e.V., Ulrike Kremer
Berlin

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