Hotspot-Projekt Gipskarst

Mit dem durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderten Projekt „Gipskarst Südharz - Artenvielfalt erhalten und erleben“ (Hotspot 18) widmet sich der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. dem langfristigen Erhalt und Schutz der biologischen Vielfalt in der einzigartigen Kulturlandschaft des Thüringer Zechsteingürtels. In unserem Projekt wollen wir durch angepasste Landschaftspflege- und gezielte Artenschutzmaßnahmen die naturschutzfachlichen Qualitäten der Gipskarstlandschaft verbessern und zur Absicherung einer dauerhaften Landschaftspflege durch extensive Beweidung beitragen. Neben einer fachlichen Beratung der Tierhalter und Unterstützung bei der zumeist ungeklärten Hofnachfolge wird ein Netzwerk kleiner Privattierhalter und Nebenerwerbslandwirte aufgebaut. Mithilfe vielfältiger öffentlicher Veranstaltungen und der Unterstützung der touristischen Infrastruktur wollen wir das Bewusstsein für die einzigartige regionale Vielfalt fördern und die damit verbundene regionale Identität stärken. Die Nachhaltigkeit in der Landschaftspflege und dem Naturschutz sowie die Vermarktung regionaler Produkte wird durch eine enge Zusammenarbeit mit den Akteuren der Region sichergestellt und damit die Entwicklung der Region gefördert. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz tragen wir wesentlich zum langfristigen Erhalt der Südharzer Gipskarstlandschaft bei und bedienen gleichzeitig die Ziele der Nationalen Strategie für biologische Vielfalt.

Der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. mit Sitz in Nordhausen OT Sundhausen koordiniert seit Januar 2018 das Projekt „Gipskarst Südharz - Artenvielfalt erhalten und erleben“ (Hotspot 18). Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert und widmet sich während seiner sechsjährigen Laufzeit dem langfristigen Erhalt und Schutz der biologischen Vielfalt in der einzigartigen Kulturlandschaft des Thüringer Zechsteingürtels im Hotspot Nr. 18 „Südharzer Zechsteingürtel, Kyffhäuser und Hainleite“ (Ackermann & Sachteleben 2012). Insgesamt stehen für die Umsetzung des Projektes ca. 4,5 Mio. € zur Verfügung, die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit durch das Bundesamt für Naturschutz, dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, der Stiftung Naturschutz Thüringen sowie vom Landkreis Nordhausen zur Verfügung gestellt werden. Das Projektgebiet liegt im thüringischen Teil des Südharzer Zechsteingürtels, der das größte und bedeutendste Gipskarstgebiet Mitteleuropas darstellt. Die durch die Geologie bedingte Strukturvielfalt bietet viele einzigartige und komplexe Lebensräume, sodass hier eine bemerkenswerte Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten beheimatet sind. Aufgrund dieser besonders hohen Biodiversität ist der Südharzer Gipskarst Teil der Hotspot-Region „Südharzer Zechsteingürtel, Kyffhäuser und Hainleite“ (Hotspot Nr. 18; Ackermann & Sachteleben 2012). Die überregionale, bundes- und europaweite Bedeutung der Region spiegelt sich auch in der hohen Dichte an Schutzgebieten wider (u.a. FFH, SPA). Die historisch gewachsene naturschutzfachlich wertvolle Kulturlandschaft im Südharz ist heute durch den drastischen Rückgang extensiver Beweidung, dem Gipsabbau und der zunehmenden Versiegelung stark bedroht. Weitere Herausforderungen ergeben sich aus dem fehlenden Bewusstsein für die Region, für die biologische Vielfalt und einen nachhaltigen Konsum sowie dem unausgeschöpften touristischen Potenzial.
Im Rahmen unseres Projektes haben wir Landschaftspflegemaßnahmen geplant, mit denen die naturschutzfachlichen Qualitäten v.a. der artenreichen Offenlandbiotope erhalten und verbessert werden. Zur Unterstützung dieser Flächenpflege wurde ein Sichelmulcher angeschafft. Die gepflegten Flächen werden nach einer Erstpflege (Entbuschung) in eine regionaltypische extensive Beweidung überführt, um so den langfristigen Erhalt der biologischen Vielfalt abzusichern. Unser dazu im Rahmen des Projektes zu erarbeitendes Konzept sieht neben einer fachlichen Beratung der Tierhalter und der Unterstützung bei der zumeist ungeklärten Hofnachfolge auch den Aufbau eines Netzwerkes kleiner privater Tierhalter vor, um die typischen, sehr wertvollen Klein- und Splitterflächen langfristig durch eine extensive Beweidung zu sichern. Außerdem werden wir uns gefährdeten und schützenswerten Arten der Region (z.B. Feuersalamander, Gelbbauchunke) annehmen und diese über spezielle Maßnahmen in ihrem Bestand fördern. Mithilfe eines vielfältigen Angebotes öffentlicher Aktionen fördern wir das Bewusstsein für die Einzigartigkeit der Region, für biologische Vielfalt und nachhaltigen Konsum und unterstützen den naturverträglichen Tourismus. So laden wir beispielweise zu jahreszeitlichen Wanderungen mit Einkehr beim Landwirt und einem ganzjährig laufenden Fotowettbewerb ein und organisieren mit unseren Partnerinnen und Partnern den „Langen Tag der Natur“ (NABU Thüringen). Ab diesem Sommer wird ein Infomobil in der Region unterwegs sein, dass als „rollendes Museum“ die Umweltbildung in Schulen und Kindergärten sowie auf regionalen Veranstaltungen unterstützt. Das Projekt präsentiert sich zudem regelmäßig durch Presse und Radio und ab April im Internet. In unserem Projekt arbeiten wir eng mit verschiedenen Akteuren aus der Region zusammen und bilden Netzwerke und Kooperationen, um die Bedeutung und Entwicklung der Projektregion nachhaltig zu fördern. In einem Symposium im Herbst dieses Jahres werden wir regionale und überregionale Erfahrungen und Ideen diskutieren, um die Regionalentwicklung zu stärken. Der intensive Austausch mit unseren regionalen Partnern ist dabei wegweisend und in Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg unerlässlich um den Erhalt der einzigartigen und vielfältigen Kulturlandschaft abzusichern und die Akzeptanz für zukünftige Schutzgebietsausweisungen sowie für Landschaftspflege- und Artenschutzmaßnahmen zu verbessern. Der ganzheitliche Ansatz des Projektes aus aktiver Landschaftspflege und Artenschutz, öffentlichen Aktionen und nachhaltiger Umweltbildung, die Förderung der regionalen Entwicklung, eine enge kooperative und partizipative Vernetzung regionaler Akteure und die Umsetzung neuer Ideen unterstreicht den innovativen Kerngedanken des Projektes. All das sichert langfristig den Erhalt und Schutz der einzigartigen Kulturlandschaft und ihrer biologischen Vielfalt in der Region.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Mit dem Schutz der biologischen Vielfalt, ihrer nachhaltigen Nutzung und der Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins für biologische Vielfalt unterstreicht unser Projekt maßgeblich die Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS).
So widmen wir uns mit unseren Landschaftspflegemaßnahmen und der Absicherung einer extensiven Landnutzung dem Erhalt der genetischen Vielfalt in ihrer natürlichen Verteilung. Diese Maßnahmen schützen und erhalten die regionaltypische, natürliche und historisch entstandene Artenvielfalt in der einzigartigen Kulturlandschaft des Südharzes mit charakteristischer Ausprägung ihrer Habitate und einer regionaltypischen Lebensraumvielfalt. Die Absicherung einer extensiven Landnutzung durch Beweidung trägt zudem zum Biotopverbund bei. Den Zielen der NBS entsprechend, wollen wir die regionale Identität und das Bewusstseins für die (regionale) biologische Vielfalt und Nachhaltigkeit fördern, die regionale touristische Infrastruktur unterstützen und die (über-)regionale Bevölkerung für einen naturverträglichen und nachhaltigen Konsum sensibilisieren. Durch eine nachhaltige Umweltbildung soll die Region, ihre Einzigartigkeit und Bedeutung eine zunehmende Wertschätzung durch die hier lebenden Menschen erfahren. Das Zusammenführen regionaler Akteure und eine enge Zusammenarbeit fördert die nachhaltige Entwicklung der Region und sichert langfristig den Erhalt und Schutz der vielfältigen Kulturlandschaft in der Region.


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Geschäftsstelle des Landschaftspflegeverbandes Südharz/Kyffhäuser e.V.

Uthleber Straße 24
99734 Nordhausen OT Sundhausen

Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 07:00 - 16:00 Uhr

Frau Dr Kathleen Prinz
Tel.:03631 496 69 78
hotspot-suedharz@lpv-shkyf.de
http://www.lpv-shkyf.de/?Aktuelle_Projekte___BfN-Projekte___Hotspotprojekt

 

Weitere Infos

Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V.
Nordhausen OT Sundhausen

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