Sonderwettbewerb Soziale Natur

Therapiegarten Grüne Stunde

Der Therapiegarten ist gebaut worden um pflegebedürftigen Personen und ihren Angehörigen wieder einen Zugang zum Naturraum zu ermöglichen. Der Garten ist sozialer Treffpunkt für Menschen aus der Gemeinde, die sich dort zum Austausch und Kaffee trinken treffen. Veranstaltungen im Garten informieren über naturnahes Gärtnern und geben Tipps zum Nachmachen.

Der gemeinnützige Verein Grüne Stunde hat 2014 den 900qm großen barrierefreien Therapiegarten gebaut. Er ist errichtet im alten Bauerngarten eines landwirtschaftlichen Betriebes und ermöglicht den Zugang zu den Tierställen. Die Gestaltung erfolgte unter gartentherapeutischen Gesichtspunkten, Schwerpunkt Demenz. Daraus ergab sich eine naturnahe Bepflanzung, da diesen Menschen vor allem Pflanzen von früher bekannt sind. Unsere Besucher werden stundenweise betreut, es wird zusammen gesät, pikiert, gepflanzt. Viele von ihnen hatten auf Grund des dominanten Pflegealltags lange keine Möglichkeit mit Erde und Pflanzen in Kontakt zu kommen oder die Natur zu beobachten. An zahlreichen Hochbeeten können mobilitätseingeschränkte Besucher und Rollstuhlfahrer aktiv werden oder von vielen Sitzgelegenheiten aus den Aufenthalt im Garten genießen. Die Natur kann mit allen Sinnen erlebt werden. Für uns war es selbstverständlich, auf Grund des Klientels, den Garten mit heimischen Pflanzen zu gestalten, daraus entwickelte sich ein Kleinod nicht nur für unsere Besucher, sondern auch für zahlreiche Insekten, Kleinsäuger und Vögel. Von April bis Oktober ist der Garten jeden 1.+ 3. Samstag im Monat für Publikum geöffnet. Bei Kaffee und Kuchen treffen sich dort die unterschiedlichsten Menschen an der Kaffeetafel, ob zum Klönen oder zum Austausch über besondere Gartenthemen. Die biologische Vielfalt steht bei diesen Themen oft im Mittelpunkt: Welche Pflanzen brauchen Fledermäuse oder Wildbienen? Warum ist Todholz oder ein Steinhaufen so wichtig für Insekten? Warum sollten Blüten lieber ungefüllt sein? Dazu laden wir Experten ein, haben Infomaterial oder Pflanzen zum Mitnehmen. Der Garten hat sich zu einem Ort des Begegnens und Erlebens entwickelt, die Besucher knüpfen neue soziale Kontakte, die der Vereinsamung entgegen wirken.





Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Therapiegarten ist für ein besonderes Klientel angelegt worden, für Menschen mit Demenz. Daraus ergaben sich bei der Gestaltung besondere Strukturen, die positiv auf die Biodiversität wirken. Die Staudenbeete blühen punktuell über das Jahr verteilt - die Besucher dürfen optisch nicht überfordert werden - zeitlich reichhaltigeres Nahrungsangebot für Insekten. Die Blüten der Stauden sind ungefüllt - ist von früher bekannt - reichhaltigere Pollenquelle und Samenbildung möglich. Im Kräuter- und Gemüsebeet pflanzen wir alte Arten und Sorten - hoher Wiedererkennungswert - robuste Pflanzen, die keinen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln benötigen. Generell gärtnern wir ohne Torf , benutzen Erden des regionalen Abfallentsorgers, verwenden keine Pflanzenschutzmittel.
2018 haben wir ein Gutachten zur Bedeutung des Therapiegartens als Lebensraum für Insekten erstellen lassen. Dabei wurde das Vorkommen von 5 Bienenarten der Roten Liste nachgewiesen. Das Gutachten ist Grundlage für eine Broschüre über Insekten und ihren Lebensraum im Therapiegarten. Darin befinden sich zahlreiche Tipps für Gartenbesitzer auch ihren Naturraum dahingehend aufzuwerten. Im Juni findet zu diesem Thema eine Veranstaltung im Garten statt.


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Besuchen Sie uns

Therapiegarten Grüne Stunde e.V.

Grabenweg 6
30900 Wedemark

Öffnungszeiten: 1. + 3. Samstag von April-Oktober - 14:30- 16:30 Uhr und nach Absprache

Frau Corinna Cieslik-Bischof
Tel.:0173 6063708
corinna@bischofs.com
http://www.verein.gruene-stunde.com

 

Weitere Infos

Verein Grüne Stunde e.V.
Wedemark

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