Fairpachten. Gut beraten – Hand in Hand für die Natur

Fairpachten ist das kostenlose Beratungs- und Informationsangebot für alle, die landwirtschaftliche Flächen verpachten und sich mehr Natur wünschen. Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer können sich bei Fairpachten informieren: Wie lassen sich in Absprache mit Landwirtinnen und Landwirten Maßnahmen für die biologischen Vielfalt auf Ackerflächen, Wiesen und Weiden umsetzen. So ist es zum Beispiel möglich, eine naturschonende Bewirtschaftung ohne Pestizide oder das Anlegen von Ackerrandstreifen mit Wildblumen in Pachtverträgen zu vereinbaren. Das Beratungsangebot richtet sich an alle, die landwirtschaftliche Flächen verpachten: Private Grundeigentümer/innen oder Institutionelle, wie Kirchen und Kommunen. Die Beratung wird durch eine Öffentlichkeitskampagne begleitet, die darüber informiert, wie Grundeigentümer/innen mit ihren Flächen einen Beitrag für die biologische Vielfalt leisten können.

Fast alle Menschen in Deutschland wünschen sich eine naturverträgliche Landwirtschaft, wie die Studie „Naturbewusstsein 2015“ belegt. Der Verlust der biologischen Vielfalt und insbesondere das Insektensterben sind Themen, welche die Menschen bewegen. Hier setzt das Beratungsangebot von Fairpachten an. Im Zentrum der Beratung stehen die individuellen Wünsche der Grundeigentümer/innen sowie die örtlichen Gegebenheiten. Im persönlichen Gespräch werden geeignete Naturschutzmaßnahmen identifiziert und erläutert, was deren Umsetzung in der Praxis bedeutet. Im Rahmen der Beratung werden passende Vertragsmuster zur Verfügung gestellt. Wenn für geeignete Naturschutzmaßnahmen Fördermöglichkeiten bestehen, wird darauf hingewiesen. Auf dieser Grundlage können Grundeigentümer/innen mit ihren Pächter/innen Maßnahmen für mehr biologische Vielfalt vereinbaren. Ein entsprechendes Beratungsangebot für Grundeigentümer/innen existierte bisher nicht. Die Beratung wird bundesweit von fünf Regionalberater/innen übernommen, unterstützt durch das Projektbüro in Berlin. Bisher wurden rund 100 Beratungsgespräche geführt. Das Projekt wurde im Mai 2019 mit dem Launch der Beratungswebseite der Öffentlichkeit vorgestellt.

Auf der Webseite des Projektes, www.fairpachten.org, werden Naturschutzmaßnahmen in Form von Steckbriefen vorgestellt. Diese informieren über den Nutzen, den die einzelnen Maßnahmen für die biologische Vielfalt haben. So wird zum Beispiel deutlich, welche Maßnahmen insbesondere Insekten, Ackerwildkräutern oder Feldvögeln zugutekommen. Fairpachten stellt auch einen Musterpachtvertrag zur Verfügung, der auf einem über viele Jahre bewährten Vertragsmuster beruht, das gemeinsam mit einem Fachanwalt für Agrarrecht weiterentwickelt wurde und aktuellen pachtrechtlichen Erfordernissen entspricht.

Der Verlust der Biodiversität, der Rückgang der heimischen Vogelwelt oder das Insektensterben sind Themen, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung gewonnen haben. In vielen Kirchen und Kommunen findet aktuell eine Debatte statt, ob Naturschutzmaßnahmen in Pachtverträge aufgenommen werden sollen. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Harsewinkel in Nordrhein-Westfalen. Auf den landwirtschaftlichen Flächen der Stadt dürfen zukünftig keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Dies hat der Stadtrat nach der Anhörung von Experten beschlossen. Ein Regionalberater von Fairpachten hat hier den Standpunkt des Naturschutzes vertreten.

Fairpachten ist ein Projekt der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Die NABU-Stiftung engagiert sich in rund 300 Schutzgebieten in ganz Deutschland und bewahrt in ihrem Eigentum über 20.000 Hektar Land für die Natur. Im Dialog mit Landwirtinnen und Landwirten wird eine naturfreundliche Bewirtschaftung für die stiftungseigenen Wiesen, Weiden und Äcker vereinbart. Die in über 15 Jahren gesammelten Erfahrungen beim naturschutzfachlichen Management von Landwirtschaftsflächen fließen in das Beratungsangebot von Fairpachten ein.
Das Projekt Fairpachten wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Die Förderung läuft bis Ende 2023. In diesem Zeitraum wird die Beratung durch ein Netzwerk von Ehrenamtlichen ausgeweitet, mit dem Ziel, das Beratungsangebot auch über 2023 hinaus anbieten zu können.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Von allen regelmäßig bewerteten Landschaftstypen ist der Rückgang der biologischen Vielfalt in den Agrarlandschaften am stärksten (Agrar-Report 2017). Das Beratungsangebot von Fairpachten informiert über Naturschutzmaßnahmen für Acker und Grünland, mit denen die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen bewahrt oder gesteigert wird. Ziel des Projektes ist, dass Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer Biodiversitätsbelange in ihren Pachtverträgen vereinbaren. So können sie mit ihren Eigentumsflächen einen Beitrag für die biologische Vielfalt leisten.


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Dokumente

Fairpachten-Flyer.pdf

 

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NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Charitéstraße 3
10117 Berlin

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr

Frau Karoline Brandt
Tel.:030 284 984 1844
Fairpachten@NABU.de
http://www.fairpachten.org

 

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