Sonderwettbewerb Soziale Natur

Grünes Netzwerk für die Nachbarschaft – Vielfalt für das Quartier

Der Schöneberger Norden in Berlin ist ein vielfältiges und heterogen strukturiertes innerstädtisches Quartier mit ca.17.000 BewohnerInnen. Die AG SPAS e.V. ist im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ Träger des Quartiersmanagements Schöneberger Norden (QM). Das Team-QM entwickelt, fördert und unterstützt vielfältige Ideen und Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität im Quartier und zur Identifikation der BewohnerInnen mit dem Stadtteil. Es verfolgt einen kleinteiligen, dezentralen Handlungsansatz, der an den Bedarfen des Quartiers und seiner BewohnerInnen anknüpft. Die Vernetzung aller Kiezakteure - BewohnerInnen, Träger, Verwaltung und Wohnungsunternehmen- und ihre aktive Einbeziehung in den Veränderungsprozess ist eine zentrale Handlungsmaxime.

Beim Handlungsansatz „Gärtnerische Aktivitäten zur Förderung von Begegnung und Teilhabe sowie Schaffung neuer (Erholungs)Orte in einem benachteiligten Stadtteil“ war dieses Herangehen in besonderer Weise erfolgreich. Mit der Entwicklung der Ideen und Projekte für gemeinsames Gärtnern sowie deren Förderung und Umsetzung waren vielschichtige partizipative Prozesse im Stadtteil und einzelnen Kiezen verbunden, die maßgeblich zu einer Stabilisierung der Nachbarschaften beigetragen haben. Es wurden Begegnungen gefördert, gemeinsames Handeln initiiert, Vorurteile abgebaut und grüne Orte geschaffen. Für das Erreichte wurde der Schöneberger Norden von der Deutschen Umwelthilfe 2016 als „Grün-soziales Modellquartier“ ausgezeichnet.

Seit 1999 initiiert und fördert das Team-QM im Schöneberger Norden unterschiedliche Garten- und Begrünungsprojekte. Dabei verfolgt es stets die Beteiligung verschiedener BewohnerInnengruppen und anderer Stadtteilakteure an der Planung neu zu schaffender bzw. zu sanierender Grünflächen sowie an deren Umsetzung. Dabei entstanden verschiedene nachbarschaftliche Aktivitäten und Netzwerke. Besonders hervorhebenswerte Beispiele hierfür sind die Projekte „Pallasgärten“, „Wachse, wachse und gedeihe“ und „GartenAktiv“ mit dem „Frobengarten“:
Die „Pallasgärten“ entstanden zwischen 2009-2016 (Träger: netzwerk stadtraumkultur e.V.), teils auf einem ehemaligen Parkplatz. Mit der Förderung mehrerer bau- und soziokultureller Projekte wurde es BewohnerInnen ermöglicht, am gemeinsamen Gärtnern teilzunehmen. Von der Ideenentwicklung über die Erarbeitung entsprechender Projektanträge bis zur Umsetzung waren interessierte BewohnerInnen einbezogen. Die „Pallasgärten“ umfassen 21 Einzelparzellen (472 m²) sowie einen Gemeinschaftsgarten (500 m²). 2014 gründete sich der Verein „Pallasgärten e.V.“, dessen 21 Parteien gemeinschaftlich die Gartenflächen pflegen, verschiedene nachbarschaftliche Aktivitäten sowie Gartenfeste initiieren.
Ein weiteres kiezbezogenes Projekt mit Fokus auf die Stärkung des nachbarschaftlichen Engagements ist „Wachse, wachse und gedeihe“ (Förderung 2015 – 2020, Träger: Pestalozzi-Fröbel-Haus). Angedockt an ein Nachbarschaftszentrum, wird das Projekt von BewohnerInnen aller Generationen getragen. Zudem wird es von Akteuren des örtlichen Gewerbes unterstützt. Gemeinsam pflegen die GärtnerInnen unter fachlicher Anleitung einen Gemüsegarten, drei Pflanzbeete und sechs Pflanzkübel im öffentlichen Raum. Durch das Gärtnern in der Straße ist für die BewohnerInnen Natur in ihrem direkten Wohnumfeld erfahrbar; nachbarschaftlicher Kontakt zu einer wichtigen Ressource geworden.
„Wachse, wachse und gedeihe“ und die „Pallasgärten“ sind zudem wichtige Partner im Projekt „GartenAktiv“ (Förderung 2016 – 2020, Träger: gruppeF). Es verfolgt vor allem das Ziel, nachbarschafts- bzw. kiezbezogene Aktivierungs- und Beteiligungsansätze quartiersübergreifend zu organisieren und langfristig zu sichern. Hierzu dienen u.a. Gerätepools, wo sich BewohnerInnen Gartengeräte ausleihen können und ein Lastenfahrrad. Fachliche Unterstützung erhalten Initiativen und auch Einzelne bei Workshops oder monatlichen Gartensprechstunden, egal ob sie sich um Baumscheiben, Beete im Wohnhof kümmern oder in Gemeinschaftsgärten werkeln. Für die Teilnahme werden keine besonderen gärtnerischen Kenntnisse vorausgesetzt. Die Vielfalt an Wissen, die in diesem Netzwerk entsteht, wird gesammelt und ausgetauscht sowie in gärtnerischen Aktionen nutzbar gemacht. Sie fördert die biologische Vielfalt im Quartier. Eine im Rahmen des Projekts erarbeitete Gartenfibel zeigt diesen Reichtum. Hier sind vielfältige Gartentipps nachzulesen und 150 Garteninitiativen im Quartier kartiert.
Mit dem „Frobengarten“ (Förderung 2016-2020) ist zuletzt ein zweiter Gemeinschaftsgarten im Schöneberger Norden entstanden. Hier wurde eine öffentliche, als Parkplatz genutzte Fläche zu einer grünen Oase umgebaut. Eine Picknickbank und ein kleiner Sandkasten laden nicht nur die Gartengemeinschaft zum Aufenthalt ein, sondern die gesamte Nachbarschaft. Biologische Vielfalt spielt im „Frobengarten“ eine große Rolle. Zu entdecken gibt es dort Zier- und Nutzpflanzen, Obstbäume und sogar einen Bienenstock. Der „Frobengarten“ (ca. 600 m²) wird derzeit von 44 Parteien gemeinsam gepflegt. In den Jahren 2019 und 2020 soll eine Trägerstruktur für den Garten aufgebaut werden, um die erreichten positiven Entwicklungen auch über das Projektende hinaus zu sichern.
Die gute Öffentlichkeitsarbeit der einzelnen Projektträger sowie des Team-QM erzeugt eine hohe Aufmerksamkeit für diese Projekte im Quartier und trägt zur breiten Beteiligung an ihnen bei. In Veranstaltungen, auf der Homepage des QM und über Flyer wurde auf die Projekte aufmerksam gemacht sowie erreichte Erfolge kommuniziert. Das ehrenamtliche Engagement der Beteiligten wurde wiederholt öffentlich gewürdigt.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Sichtbarmachung und Förderung biologischer Vielfalt durch die verschiedenen Gartenprojekte lässt BewohnerInnen ihr direktes Wohnumfeld neu erfahren. Sie werden angeregt, sich zu Themen rund ums Gärtnern auszutauschen. Dabei wird Wissen aus unterschiedlichen Generationen und Kulturen zusammengetragen. Sich gegenseitig bereichernd, wachsen die Gärten und die GärtnerInnen und mit ihnen die biologische Vielfalt im Stadtteil.


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