Bienen mögen es bunt

Im städtischen Umfeld gibt es zahlreiche Flächen, die statt grüner Monotonie bunte Vielfalt zeigen könnten. Dieses Potential wollen wir nutzen, um mit interessierten Dresdnerinnen und Dresdnern sowohl große Rasenflächen als auch Gärten und Balkone für Wild- und Honigbienen attraktiv zu gestalten. Die Anlage von natürlichen Blühflächen im Stadtbereich ermöglicht es mit einfachen Mitteln ökologische Nischen für Wildbienen zu schaffen. Dabei werden einerseits bestehende Rasenflächen bei Mitmach-Aktionen dauerhaft in naturnahe Wiesen umgewandelt und andererseits wird Wissen vermittelt, wie Gärten und Balkone durch die Auswahl geeigneter Pflanzen dauerhaft Wildbienen Lebensraum geben können.

Das wachsende Bewusstsein vieler Menschen für die Probleme der Insekten erschafft das Bedürfnis im konkreten Lebensumfeld Änderungen herbeizuführen. Aus diesem Grund bieten wir von „Biene sucht Blüte“ Mitmach-Aktionen an, bei denen die Diversität in der direkten Lebensumwelt der Menschen gefördert wird. Dies soll dazu führen, dass Naturkenntnisse und die Akzeptanz stadtbewohnender Menschen steigen und dadurch neue Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten in der Stadt etabliert und auch neue Nahrungsquellen für Honigbienen geschaffen werden. Die praktischen Aktionen sind primär auf die Nahrungsbedürfnisse der Insekten ausgerichtet. Parallel zu Mitmachaktionen wird aber auch auf die speziellen Nistbedürfnisse der Mehrzahl der Wildbienen im Boden von Brachflächen hingewiesen. Indem spezifische Nahrungspflanzen selektiert werden, können sowohl Generalisten unter den Wildbienen, als auch die auf spezifische Pflanzenarten angewiesenen Spezialisten adäquat gefördert werden. Die beteiligten Menschen erfahren direkt den Wert der durch Insekten erbrachten Ökosystemdienstleistungen. Unser Ziel ist es langfristig eine neue Ästhetik der Garten- und Landschaftsgestaltung zu vermitteln.

Unsere Ziele und Projektbausteine sind direkt an die Bedürfnisse der Menschen nach konkreten Angeboten zur Veränderung gekoppelt:
- jährliche Mitmachaktionen mit ca. 10 – 15 Teilnehmern zur Anlage von Blühinseln in Rasenflächen durch die Ausbringung einheimischen Saatgutes oder bienengerechter Stauden mit adäquatem Nektar- und Pollenangebot auf vorbereitete Böden.
- Workshops zur Wiesenpflege mit Sensenkurs und Informationen zur Wiesenökologie sowie der partiellen Mahd jeweils im Sommer und im Herbst: Die jeweils 12 bis 25 Teilnehmer, die mit Interesse an altem Handwerk, aus Naturbegeisterung oder praktischen Erwägungen zusammenkommen, erfahren die Schönheit der Wiesen. Wildbienen können an den partiell nicht gemähten Wiesenbereichen beobachtet werden. Während des Sensens erleben die Menschen die verbindende Kraft des gemeinsamen, aktiven Wirkens in der Natur.
- Etablierung eines Bienenlehrpfads in Dresden mit Bezug zu Wildbienen und Honigbienen. Dabei bieten die einzelnen Stationen per QR Code Informationen an, die auch durch die Nutzung moderner Kommunikations- und Präsentationsmethoden für junge Menschen ansprechend sind.
- Städtische Flächen im Stadtbild werden durch den von „Biene sucht Blüte“ erarbeiteten Maßnahmenkatalog zum Schutz von Wildbienen bienenfreundlicher bewirtschaftet. Dieser Maßnahmenkatalog wurde im Jahr 2016 durch den Stadtrat beschlossen und dient nicht nur als Richtlinie für städtische Arbeiten, sondern bietet auch Anregungen und konkrete Hilfestellung für Maßnahmen des Schutzes von Wildbienen für alle Dresdnerinnen und Dresdner.
- Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen bei bienenbezogenen Projekten – wie z.B. der Erarbeitung von Konzepten zur Förderung von Wildbienen im Rahmen des Projektes „Nachhaltiger Campus“ der TU Dresden an verschiedenen Biotopen in Dresden. Parallel ist es das Ziel ein Monitoring der Wildbienen in Dresden durchzuführen.
- „Biene sucht Blüte“ führt an verschiedenen Schulen bienenbezogene Lernprojekte durch. Dabei wird Wissen über die artgerechte Haltung von Honigbienen vermittelt und die Nutzung von Bienenprodukten (Honig, Wachsprodukte wie Kerzen, Wachstücher) im Alltag erlebbar gemacht. Durch die Anlage von Blühflächen an Schulen wird das Zugehörigkeitsgefühl der Schüler zu den konkret vorhandenen Naturbereichen der Schule gefördert und der Jahresablauf sowie klimatische Bedingungen durch den Bezug auf Pflanzenwachstum und Bienenleben mit konkreten Beobachtungen erlebbar gemacht. Die Vielfalt und der Wert der durch Insekten erbrachten Ökosystemdienstleistungen werden den Schülern bei den einzelnen Aktionen mit Schulklassen bzw. den regelmäßigen, ca. 25 Veranstaltungen im Jahreskreis im Rahmen einer AG mit ca. 10 – 15 Schülern vermittelt.
- Die Aufstellung von Honigbienenvölkern an öffentlichen Orten, wie einem Einkaufszentrum (Centrumgalerie), auf dem Dach der Staatsoperette, im Innenhof des Landtages oder dem Hygienemuseum Dresden, fördert das Bewusstsein von Menschen für die Bedürfnisse der Bienen und ermöglicht die direkte Vermittlung von Wissen.

Zusätzlich soll zukünftig folgendes neue Projekt umgesetzt werden:
- Zusammenarbeit mit Kirchgemeinden zur alternativen Nutzung freier Friedhofsflächen für Umweltbildungsprojekte wie z.B. dem „Hummelköniginnenfrühstück“ – Anlage von Krokuswiesen zur Frühjahrsförderung von Hummelköniginnen. Das Ziel hierbei ist die freien Flächen so zu nutzen, dass sowohl Belange des Naturschutzes (Habitatschaffung/ Habitataufbesserung), der Umweltbildung (Kindergärten, Schulen, Kinder- und Erwachsenengruppen), der Erholung (Parkcharakter), Einbeziehung lokaler sozialer bzw. kirchlicher Projekte als auch die Belange des Friedhofcharakters (Ruhe, Würde) bedacht und miteinander kombiniert werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Indem wir an verschiedenen Orten diverse Blühflächen schaffen, wird botanische Vielfalt gefördert, die Tieren, vor allem Insekten Nahrung, Kinderstube bzw. Überwinterungsort bietet. Indem speziell ausgesuchte einheimische Pflanzen mit attraktivem Nektar- und Pollenangebot im Stadtbild, in Privatgärten und auf Balkonen etabliert werden, erhalten sowohl Wildbienen mit einem breiten Nahrungsspektrum aber besonders auch Spezialisten unter den Wildbienen eine Chance. Der gewählte Ansatz fördert den Artenschutz, insbesondere die lokale Insektenfauna. Diese liefert Nahrungsgrundlagen für Amphibien, Vögel, Kleinsäuger. Blühpflanzenvielfalt wird durch die Förderung von Bestäubern unterstützt. Die Menschen, die unsere Angebote nutzen erfahren den Mehrwert, der mit der Natur verbunden ist und fungieren weiterhin als Multiplikatoren, da sie das praxisnahe, einfach umsetzbare Wissen und ihre Erkenntnisse zur Neugestaltung von Natur im Stadtbild weitergeben.

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Besuchen Sie uns

Wiese am Zelleschen Weg

Niederwaldstr. 27
01277 Dresden

Öffnungszeiten: 0:00 - 24:00 Uhr

Frau Dr Claudia Sperling

http://www.bienesuchtbluete.de

 

Weitere Infos

AG "Biene sucht Blüte" im Imkerverein Dresden
Dresden

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