Wildschutzprogramm Feld & Wiese

Ziel des auf eine Laufzeit von fünf Jahren (2017-2021) aufgelegten Wildschutzprogramms Feld & Wiese (WFW) ist es, die biologische Vielfalt im Offenland zu wahren bzw. sie aktiv zu fördern. Es soll gelingen, wieder einen günstigen Erhaltungszustand (LJG RLP § 31 Abs. 8) für Rebhuhn, Hase, Fasan und Co. in der Feldflur herzustellen. Neben den, dem Jagdrecht unterliegenden Arten, kommen diese Maßnahmen zudem weiteren Leitarten des Offenlandes, wie z.B. der Feldlerche, dem Kiebitz und dem Feldhamster zu Gute. Damit es gelingt, all diesen Arten wieder zu einer positiven Populationsentwicklung zu verhelfen, gilt es die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft und den Behörden zu fördern. Das WFW umfasst Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung und zum Prädatorenmanagement, die durch verschiedene Teilprojekte umgesetzt werden.

Das Wildschutzprogramm Feld & Wiese (WFW) des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. ist ein Projekt zur Förderung der Artenvielfalt im Offenland. Das Programm ist Teil der „Aktion Grün“, eines Aktionsbündnisses im Rahmen der rheinland-pfälzischen Biodiversitätsstrategie. Die Laufzeit des Wildschutzprogramms Feld & Wiese beträgt fünf Jahre (2017-2021). Das WFW wird zu 80% aus Mitteln der rheinland-pfälzischen Jagdabgabe und zu 20% aus Verbandsmitteln finanziert. Die Projektkulisse beschränkt sich auf Rheinland-Pfalz.
Die Biodiversität ist sowohl global, als auch national in großer Gefahr. In Rheinland-Pfalz, wie auch in vielen anderen Bundesländern, stellt die Feldflur einen ganz besonders sensiblen Lebensraum dar. Das Rebhuhn ist mit Abstand der größte Verlierer in unserer heutigen Kulturlandschaft. Allein in den letzten acht Jahren (2009- 2017) ist die deutschlandweite Brutpaardichte je Quadratkilometer um 44 % gesunken. Die Gründe für den Rückgang von Rebhuhn, Feldhase, Kiebitz und Co. sind vielfältig. Täglich werden in Deutschland rund 62 ha Fläche verbraucht, um Siedlungs- oder Verkehrsflächen auszuweisen. Durch diesen anhaltenden Flächenverbrauch gehen u.a. hochwertige Lebensräume wie Hecken und Feldraine, verloren – wertvolle Offenlandstrukturen fallen neuen Baugebieten zum Opfer, Habitate werden zerschnitten, eine Verinselung von Lebensräumen wird billigend in Kauf genommen, ohne die Auswirkungen für unsere Pflanzen und Tierwelt kritisch zu hinterfragen. Auch der Wandel der Agrarlandschaft, allen voran der Wegfall der Stilllegungsverpflichtung im Jahr 2007 und die Monokultisierung im Zuge des erhöhten Bedarfs an Biogas, bleibt nicht ohne Auswirkungen. Um all diese negativen Auswirkungen zu puffern und um einen weiteren Rückgang der Offenlandarten zu verhindern, wurde im Jahr 2017 das Wildschutzprogramm Feld & Wiese (WFW) ins Leben gerufen.
Das WFW fußt auf zwei Säulen: (1) Der Lebensraumverbesserung z.B. durch die Anlage von Blühstreifen, Blühflächen, Hecke und Feldgehölzen und (2) dem Prädatorenmanagement durch aktive Förderung der tierschutzgerechten Fangjagd.
Anhand dreier Demonstrationsreviere in den Landkreisen Mayen-Koblenz, Mainz-Bingen und Alzey-Worms kann ein großes Repertoire an Maßnahmen im Hinblick auf die beiden genannten Säulen auf einer Fläche von 2.000 ha getestet und umgesetzt werden. Durch ein engmaschiges Monitoring der Rebhuhn- und Feldhasenpopulationen wird eine direkte Überprüfung des Einflusses der umgesetzten Maßnahmen gewährleistet. Die intensive Kooperation zwischen dem WFW, der Technischen Hochschule Bingen und dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück garantiert zudem eine fundierte wissenschaftliche und fachliche Betreuung des Projektes. Ein eigens für das WFW gegründeter Expertenbeirat tagt zweimal jährlich und unterstützt das WFW bei verschiedensten Fragestellungen mit fachlicher Expertise. Durch jährlich neu aufgelegte Maßnahmenprogramme haben alle rheinland-pfälzischen JägerInnen und LandwirtInnen die Möglichkeit, Teil des Wildschutzprogramms Feld & Wiese zu werden und damit etwas gegen den drastischen Rückgang der Artenvielfalt im Offenland zu unternehmen. Durch die Subventionierung von greeningfähigen Saatgutmischungen, die Gewährung von Bearbeitungspauschalen für die Anlage von Blühflächen und beetle banks (dt. Käferwälle) und die vergünstigte Bereitstellung von Fallen und Fallenmeldern versucht der Landesjagdverband eine Trendwende hinsichtlich des voranschreitenden Rückgangs der Offenlandarten herbeizuführen. Im engen Schulterschluss zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft und dem Naturschutz sollen so geeignete Lebensräume für das Niederwild in Rheinland-Pfalz geschaffen werden. Erste Erfolge stellt beispielsweise die Anlage von rund 50 ha Blühflächen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2018 dar. In diesem Jahr konnte an diesen Erfolg angeknüpft werden – 2019 werden Rheinland-Pfalz weit mehr als 450 ha Ackerland zum Blühen gebracht und damit in wertvolle Lebensräume verwandelt werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Wildschutzprogramm Feld & Wiese trägt in vielerlei Hinsicht zum Schutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt bei. Um die Populationen von Rebhuhn, Feldhase und Co. zu fördern, ist es notwendig Lebensräume, d.h. Brut-, Nahrungs- und Rückzugshabitate, für diese Arten zu schaffen. Diese Lebensräume in Form von z.B. Blühflächen und beetle banks bieten auch vielen anderen Artengruppen, wie Insekten und Spinnentieren, ein wertvolles Habitat – mit Hilfe des WFWs wird demnach die biologische Vielfalt innerhalb verschiedener Ebenen des Ökosystems gefördert (höhere Anzahl an Blühflächen = höhere Arten- und Biomassezahl an Gliederfüßern (Insekten, Krebstiere, Spinnentiere, Tausendfüßer) = größere Nahrungsgrundlage für Bodenbrüter).


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