Biologische Vielfalt erfahren – Das "Bonner Biodiversitäts-Mobil" (BoBi)

Zur Expedition in den Regenwald oder in die Antarktis? Aber warum in die Ferne schweifen, wenn eine spannende und für die meisten von uns nahezu unbekannte Fauna und Flora direkt vor der Haustür auf uns wartet?
Mit dem Bonner Biodiversitäts-Mobil (BoBi) sind geführte (Tages-)Expeditionen in unwegsames Gelände für Jugendliche und junge Erwachsene in der Großstadt und ihrem Umfeld möglich. Ob urbane Brachflächen, naturnahe Flussufer oder Heidegebiete – die biologische Vielfalt ist oft groß, und so sind diese Gebiete bestens geeignet, um Biodiversität erfahrbar zu machen. Das BoBi ist ein Fahrradanhänger, auf dem sämtliches Material zur Errichtung einer mobilen Forschungsstation im Gelände verstaut ist: Neben einem Zelt, einem Tisch und Stühlen sind Kescher, Lupen, Binokulare, Bestimmungsliteratur und weiteres Material vorhanden, um die Fauna und Flora vor Ort zu erforschen – ohne, dass Tiere und Pflanzen dabei zu Schaden kommen.
Denn: Die Erfahrung biologischer Vielfalt weckt nicht nur Interesse, sondern hilft auch dabei, ein Bewusstsein ihrer Schutzbedürftigkeit zu entwickeln.

Das Bonner Biodiversitäts-Mobil (BoBi) ist Teil einer langfristigen Strategie der Bonner Fachdidaktik Biologie, die zum Ziel hat, attraktive und interessenförderliche Angebote für Jugendliche zur Erkundung und Erforschung heimischer Biodiversität zu entwickeln sowie die Vermittlungsoptionen zukünftiger Biologie-Lehrkräfte zu heimischer Biodiversität auf innovative Weise zu erweitern und zu verbessern.
Diese Projektziele sind insbesondere vor dem Hintergrund abnehmender Naturerfahrung, rückläufigem Wissen über Natur und Naturzusammenhänge bei Jugendlichen und der Bedrohung von Biodiversität durch die Einflüsse des Menschen relevant. Zukünftige Biologie-Lehrkräfte haben hier als Multiplikatoren eine bedeutende Rolle.
Ein aktuelles Einsatzgebiet des BoBis sind Programme für Schüler*innen und Studierende, die gezielt die Vielfalt heimischer Insekten in den Blick nehmen. Trotz ihrer immensen ökologischen Bedeutung und ihrer ungeahnten Formenvielfalt, zeigt die Forschung, dass unter Jugendlichen kaum Interesse an Insekten vorhanden ist. Deswegen bedarf es gezielter Bildungsangebote, um Jugendlichen Naturerfahrungen zu ermöglichen und ihnen Raum für das eigene Entdecken und Erkunden der Vielfalt, Schönheit und Bedeutung heimischer Insekten zu geben. In diesem Sinne stellt das BoBi ein innovatives Instrument für die Umwelt- und Biodiversitätsbildung an der Universität Bonn dar.
Erstmalig kam das BoBi im August 2018 im Rahmen eines Feriencamps zum Thema Insekten zum Einsatz. Das einwöchige Programm wurde gemeinsam mit Studierenden und Schüler*innen (13-14 Jahre) durchgeführt. Dabei wurden verschiedene Biotope rund um Bonn mit dem Fahrrad aufgesucht. Im BoBi waren alle notwendigen Materialien für die Untersuchungen im Feld untergebracht: Kescher unterschiedlichen Typs, Klopfschirme, Einschlaglupen, Binokulare, Pinzetten, Pinsel, Exhaustoren und Sammelgefäße zählten ebenso dazu wie eine umfangreiche Auswahl an Bestimmungsliteratur. Darüber hinaus wurden mit dem BoBi auch ein Zelt, ein Tisch und Stühle transportiert, so dass im Feld eine Forschungsstation aufgebaut werden konnte. In der Woche lernten die Schüler*innen Schmetterlinge, Wanzen, Hautflügler und Co. zu fangen und zu bestimmen. So konnten 109 Insektenarten dokumentiert werden.
Bei den Einsätzen im Feld ist das BoBi zugleich auch in die fachdidaktische Forschung eingebunden, bei der die Interessenentwicklung und deren Auswirkung auf die Einstellung zur Natur im Fokus stehen. In diesem Sinne dient das BoBi als ein wichtiges Hilfsmittel zur Umweltbildung und eröffnet neue Perspektiven zur didaktischen Konzeption und Durchführung von Expeditionen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Bonner Biodiversitäts-Mobil ist ein Instrument, um für Jugendliche und Studierende regionale biologische Vielfalt erfahrbar zu machen. Im Rahmen von Expeditionen mit dem BoBi werden stadtnahe Biotope aufgesucht, bei denen die Vielfalt, Schönheit und Bedeutung heimischer Arten in ihren natürlichen Lebensräumen im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig werden typisch biologische Arbeitsweisen zur Erfassung biologischer Vielfalt wie Beobachten und Bestimmen handlungsorientiert angewendet. Ziel aller Programme mit dem BoBi ist es, Jugendlichen und Studierenden Artenkenntnis zu vermitteln und sie für Biodiversitätsthemen zu sensibilisieren.


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Fachdidaktik Biologie, Universität Bonn

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Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

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Tel.:0228732681
j.kokott@uni-bonn.de
https://www.bobi.uni-bonn.de/

 

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