Sonderwettbewerb Soziale Natur

Insektengarten für Alt und Jung

Im Mittelpunkt des Projektes steht ein Insektengarten, der auf den artenarmen Grünflächen des Seniorenheims "Stift zum Heiligen Geist" angelegt wird. Mithilfe verschiedener Beobachtungsmöglichkeiten der Bestäuberinsekten sowie Info-Schildern sollen der Öffentlichkeit das Thema Biologische Vielfalt sowie eigene Handlungsmöglichkeiten veranschaulicht werden. Wöchentlich statt findende Umweltbildungsangebote für Senioren und Grundschulkinder sorgen für regelmäßige Begegnungen sowie einen intergenerationellen Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Mit dem Projekt „Insektengarten für Alt und Jung“ möchten wir generationenübergreifend Menschen für die Bedeutung von Bestäuberinsekten und Biologische Vielfalt sensibilisieren. Dazu dienen einer festen Gruppe von Senioren aus dem Seniorenheim „Stift zum Heiligen Geist“ und Schüler*innen aus der Grundschule Kestnerstraße wöchentlich statt findende Umweltbildungs-, Planungs- und Bauworkshops. Die Umweltbildungsangebote sollen bei den Senioren und Kindern unmittelbare Naturerfahrungen fördern sowie die faszinierende Insektenwelt sowie ökologische Zusammenhänge veranschaulichen. Der inter-und intragenerationelle Wissens- und Erfahrungsaustausch, auch bezüglich nachhaltiger Lebensweise und aktivem Natur- und Umweltschutz ist dabei von großer Bedeutung. Konkrete Handlungsmöglichkeiten sollen praxisnah erarbeitet und umgesetzt werden.
Am Beispiel der bisher relativ artenarmen Rasenflächen des Seniorenheims „Stift zum Heiligen Geist“ in Hannover soll ein Insektengarten entstehen. In Planungs- und Bauworkshops sollen von der generationenübergreifenden Gruppe Kleinbiotope, wie z.B. Sandflächen, Staudenbeete, Wildblumenwiese sowie Insektennisthilfen geplant und teilweise selbst angelegt werden, mit dem Ziel, Bestäuberinsekten anzulocken. Für die Senioren und Schüler’innen entstehen naturnahe Erlebnis- und Aktionsräume zur gemeinsamen Nutzung.
Die attraktive Gestaltung mit Beobachtungsbänken vor einem großen Insektenhotel sowie den Staudenbeeten und der Wildblumenwiese soll die Nachbarschaft und Öffentlichkeit zum Verweilen und Beobachten einladen. Das hautnahe Erleben dieser emsigen Tiere bei der Futtersuche und ihrem Brutgeschäft in Verbindung mit Informationen über ihre faszinierende Lebensweise führt sowohl emotional als auch kognitiv zu einem Zugang zu diesen Insekten und fördert die Handlungsbereitschaft. Durch die Einbeziehung einer Schülerfirma im Fachbereich Holztechnik der Berufsbildenden Schule 6 der Region Hannover werden außerdem Jugendliche im Rahmen ihres Berufsvorbereitungsjahrs mit den Themen Biodiversität und Insektenschutz konfrontiert.
Die projektbegleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die öffentliche Präsentation und Einweihung des Insektengartens im Juni 2019 sorgen für eine Verbreitung der Idee eines Insektengartens und sollen sowohl andere Einrichtungen als auch Privatleute zur Nachahmung motivieren
Der mit Kleinbiotopen, Beobachtungsbänken und Infoschildern gestaltete Insektengarten soll auch nach Projektlaufzeitende der Öffentlichkeit sowie benachbarten Kitas und Schulen zugänglich sein. Die Pflege wird von Seiten des Seniorenheims gewährleistet. Die im Rahmen des Projektes initiierten Kooperationen mit Grundschüler*Innen und Kita-Kindern sollen fortgesetzt werden. Es wurden bereits Patenschaften zur Pflege und Instandhaltung der geschaffenen Kleinbiotope vergeben. Die bestehenden Kooperationspartner des Seniorenheims, wie z.B. die Kita Solkids, das jüdische Seniorenheim Lola Fischel Haus , die jüdische Gemeinde, die Anwohner*innen sowie der Verein krebskranker Kinder soll den Insektengarten besuchen und nutzen. Darüber hinaus soll das Außengelände des Seniorenheims für die Öffentlichkeit geöffnet werden.
Beispielhafte Projektinhalte: (s. Dokument AG_Bestäuberinsekten)
Im Schuljahr 2018/2019 wöchentlich statt findende Umweltbildungs-Aktivitäten für eine Gruppen von Senioren, Angehörigen (Rentner) in Begleitung der Beschäftigungstherapeutin und Schüler*innen der Grundschule und einer Lehrkraft. Mit dem Projekt möchten wir beiden Generationen in verschiedenen Umweltbildungsprogrammen und Exkursionen unmittelbare Naturerfahrungen ermöglichen. Exkursionen können z.B. zum Schulbiologiezentrum Hannover führen mit zahlreichen Beispielen für Wildbienennisthilfen, Kleinbiotopen und Honigbienenschaukästen sowie zu einer von Schafen beweideten Streuobstwiese (Kooperationspartner des EU-Projektes Transparenz schaffen).
Neben der ökologischen Urteils- und Gestaltungskompetenz werden bei der gemeinsamen Planung und Anlage der Biotope sowie durch inter- als auch den intragenerationellen Austausch Schlüsselkompetenzen gefördert. Durch die fachgerechte Anlage von Biotopen und regelmäßige Pflege- und Schutzmaßnahmen kann sich eine Vielfalt von Pflanzen, Insekten und Vögel ansiedeln. Das Projekt soll Schule machen und möglichst viele andere Einrichtungen – neben den bestehenden Kooperationen, wie z.B. das Lola Fischer Haus zur Nachahmung motivieren. Viele der Projektideen des Insektengartens sind auch auf den Privatbereich übertragbar. Angehörigen des Seniorenheims sowie die Elternhäuser der kooperierenden Grundschule und Kita sollen zu Insektenschutzmaßnahmen im Privatgarten oder auf dem Balkon motiviert werden.
Der Geschäftsführer des Stiftes zum Heiligen Geist hat zugesichert, sich über den Projektzeitraum hinaus um Erhalt und Pflege der Kleinbiotope zu kümmern und diese Flächen dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

In Öffentlichkeit und Medien werden in den letzten Jahren – insbesondere seit der im Oktober 2017 veröffentlichen Krefelder Studie – die Bedeutung der Insekten und vor allem ihre Bestäubungsleistung verstärkt wahrgenommen. Die Aufgabe und Herausforderung für die Umweltbildung/BNE sind, die vielfältigen und komplexen Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge zielgruppengerecht zu vermitteln. „Bestäuberinsekten“ als Thema bieten die Chance, diese Komplexität zu veranschaulichen: die unersetzliche ökologische Bedeutung und menschgemachte Gefährdung, ihre große Artenvielfalt mit faszinierenden Lebensweisen, ihre Bedürfnisse und Schutzbedürftigkeit sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten können praxisnah erklärt werden. Über die große Artenvielfalt dieser Tierartengruppe und ihre Bedürfnisse an verschiedene Kleinbiotope kann man leicht zum Thema biologische Vielfalt gelangen. Bei der Planung und Anlage der verschiedenen Kleinbiotope und Nisthilfen in einer generationsübergreifenden Projektgruppe in 12 Planungs- und Bauworkshops sollen mit den Kindern und Senioren gemeinsam Kleinbiotope und Insektennisthilfen gestaltet bzw. gepflanzt und genutzt werden (z.B.: Bau von Hummelnistkästen und einer Insektennisthilfewand mit verschiedenen Elementen für hypergäische Nestbauer, Einsäen, Walzen und Wässern einer Wildblumenwiese, Anlage einer Sand-Fläche für endogäische Nestbauer, Pflanzung von Staudenbeeten aus Trachtpflanzen).


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Dokumente

2018-09-17_0640_Insektengarten_Seniorenheim.mp3

Presseartikel_Insektengarten

Inhalte_AG_Bestäuberinsekten_Bildungswerk Kronsberghof.pdf

Einladungskarte zur Eröffnung des Insektengartens für Alt und Jung im Juni 2019

 

Besuchen Sie uns

Stift zum Heiligen Geist - Seniorenheim

Heiligengeiststraße 20
30173 Hannover

Öffnungszeiten: 9-17 Uhr

Herr Frank-Herwart Densky
Tel.:0511-28 86-215
densky@stift-zum-heiligen-geist.de
http://stift-zum-heiligen-geist.de/

 

Weitere Infos

Bildungswerk Kronsberghof gGmbH
Hannover

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