Grüner Gürtel Groß-Gerau

Das Projekt „Grüner Gürtel Groß-Gerau“ wurde vom NABU Groß-Gerau initiiert und am 03.03.2018 gestartet. Nach unserem Motto: Naturschutz geht uns alle an, bildete sich eine „Naturschutzallianz“ aus Naturschützern, Landwirten, Jagdpächtern, Imkern, Obst- und Gartenbauvereinen und interessierten Bürgern sowie Beteiligte der Unteren Naturschutzbehörde und der Stadt Groß-Gerau.
Das Planungsgebiet ist ausschließlich die Gemarkung Groß-Gerau.

Überschaubare Planungsgruppe, zügige Entscheidungsfindung und schnelle Realisierung de Maßnahmen ist das Ziel des Projektes. Bisher wurden mehrere Hektar Blühflächen angelegt, teils durch den NABU selber, teils durch die am Projekt beteiligten Partner. Außerdem werden Streuobstwiesen gepflegt, neue Obstbäume gepflanzt und die weitere Vernetzung vorhandener Naturschutzgebiete vornangetrieben.

Zusätzlich ist der NABU Groß-Gerau in der Umweltbildung aktiv. 1 Schule und 5 Kindergärten wurden bisher mit Insektenhotels, Blumensamen und kindgerechten Bestimmungsbüchern ausgestattet, ein weiterer Kindergarten folgt im Frühjahr. Im Sommer wird außerdem eine Umweltpädagogin mit Grundschulklassen Exkursionen zum Thema Wiese durchführen. Und seit September gibt es auch eine eigene NAJU-Kindergruppe.

Das Projekt ist eine Initiative zum Erhalt der biologischen Vielfalt in unserer Stadt. Es ist langfristig angelegt. Kernzonen sind die hessischen Altneckarschlingen (EU-VSG Gebiete), die sich wie ein Band durch die Gemarkung ziehen und die fünf ausgewiesenen Naturschutzgebiete. Durch Trittsteinvernetzung sollen diese miteinander verbunden werden. Dies geschieht vornehmlich in der ausgeräumten Feldflur durch die Anlage von Blühstreifen, Blühwiesen, Feldgehölzen, Heckenstreifen und durch privat angelegte Streuobstwiesen. Schwerpunkt sind die Anlage von Blühflächen, weil Blüten die Grundlage der Nahrungskette sind. Helfen wir den Insekten, dann helfen wir auch allen anderen Lebensformen, die sich von ihnen ernähren. Zudem schaffen wir Wanderkorridore für den, für jede Population wichtigen, Gen-Austausch. Durch Gespräche mit Landwirten, wirken wir darauf ein, dass Wegränder in der vorgeschriebenen Breite eingehalten werden, um die typische Acker-Begleitflora zu fördern.

Auf Flächen, die wir kaufen oder zur Verfügung gestellt bekommen, entstehen dauerhaft verfügbare Brut-, Laich- und Nahrungshabitate für Vögel (Offenlandarten wie Feldlerche und Rebhuhn), Amphibien und andere Arten wie Feldhase und Hamster. Das Projekt fügt sich ein in die „Hessische Biodiversitätsstrategie“ und in die Ziele des „Vernetzungskonzepts Hessische Altneckarschlingen“.

Es steht zwar der Schutz wildlebenden Insekten, wie Hummeln, Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen im Vordergrund, aber damit untrennbar verbunden ist die Hilfe für die Honigbienen. Somit unterstützt das Projekt auch die Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“.

Wichtig für den Erfolg des Projektes ist die Einbindung der Bevölkerung. Dies geschieht durch begleitende Berichterstattung in der Presse, durch eine NABU-Homepage und ein NABU-Umwelttelefon. Fast täglich erreichen uns Mails oder Anrufe in denen wir Flächen angeboten bekommen, die wir zu Naturschutzzwecken nutzen dürfen. Im innerstädtischen Bereich legt die Stadt eigenverantwortlich weitere Blühflächen an. Privatpersonen, die in ihren Gärten etwas gegen den dramatischen Insektenrückgang tun wollen, erhalten den Blühsamen kostenlos.

Für die Pflege der mittlerweile 5,4 ha Blühflächen aus 2018 konnten drei Landwirte gewonnen werden, die im Auftrag gegen Bezahlung arbeiten. So nutzen wir das vorhandene Equipment, die Ortskenntnisse und das Know-how dieser Partner. Das Projekt wird mittlerweile schon als Vorstufe eines geplanten kreisweiten Landschaftspflegeverbands angesehen. Weitere Gemeinden interessieren sich schon dafür.

Mit die wichtigste Aufgabe ist Kinder an die Natur heranzuführen. Was sie in jungen Jahren kennen und lieben gelernt haben, werden sie im Erwachsenenalter auch respektvoll behandeln und schützen. Wir haben inzwischen 5 Kindertagesstätten mit Insektenhotels, kindgerechten Bestimmungsbüchern und Blumensamen ausgestattet, weitere sind in Vorbereitung. Das reicht unserer Meinung nach aber nicht aus. Seit September 2019 gibt es auch wieder eine Naturschutz-Kindergruppe (NAJU), außerdem soll unsere Zusammenarbeit mit Grundschulen intensiviert werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Alle schon ausgeführten und zukünftigen Maßnahmen schaffen, im Rahmen der noch vorhandenen Möglichkeiten und auf lange Sicht, eine reich strukturierte Landschaft. Für unsere Stadt und ihre Bürger entstehen Zusatznutzen im Hinblick auf Erlebniswirkung, Naherholung und Wohnwert und das ist in einem wirtschaftlichen Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet von hervorgehobener Bedeutung.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Kurzpräsentation

 

Besuchen Sie uns

NABU Groß-Gerau

Dornheimer Straße 10a
64521 Groß-Gerau

Öffnungszeiten: ---

Herr Werner Eitle

 

Weitere Infos

NABU Gross-Gerau
Groß-Gerau

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld