Umweltnetzwerk Wupperverband mit den Biologischen Stationen im Bergischen Land

Seit dem 01.01.2013 arbeitet der Wupperverband mit 6 Biologischen Stationen im Einzugsgebiet der Wupper erfolgreich zusammen. Die Vernetzung von gewässerökologischen mit naturschutzfachlichen Fragestellungen wird in gemeinsamen Projekten in und an Gewässerläufen gelebt. Auch auf den Betriebsflächen des Wupperverbandes wird die biologische Vielfalt, z. B. durch Mahdprogramme gefördert. Monitoring und wissenschaftliche Auswertungen sowie Kontakt zur Öffentlichkeit und zu weiteren Akteuren runden das Projekt ab.
Ein Kooperationsbeirat trifft sich mindestens einmal jährlich, um die anstehenden Projekte abzustimmen; Arbeitstreffen finden mehrmals im Jahr anlassbezogen statt. Der Wupperverband unterstützt die Arbeit der Biologischen Stationen durch eigenes Personal und durch eine jährlich neu beantragte finanzielle Förderung.

Der Wupperverband (WV) betreut als Flussgebietsmanager die Wupper von der Quelle bis zur Mündung. Flussgebietsmanagement beinhaltet für den WV eine ganzheitliche, nachhaltige, kosteneffiziente, einzugsgebietsbezogene Betrachtungsweise bei der Bewirtschaftung eines Flussgebiets. Hierzu zählen unter anderem Gewässerentwicklung, Abwasserreinigung, Siedlungsentwässerung, Wassermengenwirtschaft, Hochwassermanagement, Trinkwasser, Energiemanagement, Klimawandel und Artenschutz. Im Rahmen der ökologischen Entwicklung von Gewässern sind auch die Themen Artenschutz und biologische Vielfalt von großer Bedeutung. Ob im Wasser oder an Land: die Flüsse, Bäche und Talsperren, Ufer, Auen und Waldgebiete sind Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Besonders wertvolle Lebensräume sind die Übergangsbereiche zwischen zwei Ökozonen, z. B. zwischen Wasser und Land. In diesen so genannten „Ökotonen“ überschneidet sich das Artenspektrum aus beiden Bereichen, daher ist die Artenvielfalt besonders groß. Auch auf den Anlagen des WV selbst können Aspekte des Artenschutzes berücksichtigt werden: Talsperren, Klärwerke und siedlungswasserwirtschaftliche Anlagen sind auf der einen Seite technische Bauwerke, auf der anderen Seite bieten auch sie Lebensräume mit einer teils artenreichen Flora und Fauna.
Ziel der Biologischen Stationen in NRW (Biostationen) ist eine flächendeckende wissenschaftliche Betreuung von Naturschutzgebieten, Naturdenkmälern und naturschutzwürdigen Bereichen sowie die Förderung der Umweltpädagogik. Die Biostationen dienen der naturschutzfachlichen Betreuung dieser vielen Naturschutzgebiete und sichern den Informationsfluss und die Kooperation zwischen amtlichem und ehrenamtlichem Naturschutz sowie nicht zuletzt den Privatnutzern der Schutzgebiete.
Im Wirkungsbereich des WV liegen derzeit 5 Biologische Stationen: Biologische Station für den Ennepe-Ruhr-Kreis, Biologische Station Mittlere Wupper, Biologische Station Oberberg, Biologische Station Rheinberg, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln und Naturschutzzentrum Märkischer Kreis.
Viele Untersuchungsgebiete der Biostationen beinhalten kleine und größere Fließgewässer, berühren wertvolle Auwald- oder Offenlandbereiche des direkten Gewässerumfeldes oder beschäftigen sich mit der Wechselwirkung zwischen Talsperrenbetrieb und heimischer Fauna und Flora. Gerade Flussauen und Bruchwälder aber auch die zahlreichen kleinen und kleinsten Fließgewässer der Mittelgebirgsregion sind häufig besonders wertvolle Lebens- und Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Doch auch die Wupper selbst ist aufgrund der erfolgreichen Anstrengungen bei der Verbesserung der Gewässergüte wieder zu einem aus naturschutzfachlicher Sicht wertvollen Lebensraum geworden.
Ist beim WV das gewässerbautechnische und –analytische Know-how gebündelt, so verfügen die Biostationen über detaillierte Kenntnisse bedeutsamer floristischer und faunistischer Artenvorkommen, die Rückschlüsse auf die naturschutzfachlich zweckmäßige Gewässer- und Gewässerumfeldentwicklung sowie gewässerbauliche Problemlagen zulassen. Weiterhin bestehen vielfältige Erfahrungen zur Information und Motivation von Mitmenschen über Natur- und Umweltfragen.
Zur Gewährleistung der Verbandsziele betreibt der WV zahlreiche Anlagen, wie z.B. 11 Klärwerke, 14 Talsperren, 29 Hochwasserrückhaltebecken und ca. 60 Regenrückhalte bzw. –überlaufbecken. Darüber hinaus unterhält er ca. 2300 km Gewässer und bewirtschaftet insgesamt 1.500 ha eigene Forstflächen.
Für diese Standorte und Flächen kooperieren der WV und die Biostationen auf folgenden Gebieten:
1. Arten- und biotopschutzbezogene Sicherungs- und Entwicklungsmaßnahmen auf Betriebsflächen von Kläranlagen Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken und Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken, z.B. Fortschreibung von Pflege- und Entwicklungskonzepten
2. Umweltbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter von Betriebsstandorten
3. Informationsvernetzung durch Geoinformationssysteme (als Querschnittskooperations-feld/-aufgabe)
4. Fachliche Begleitung für die Biodiversität bedeutsamer Lebensraumtypen und im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung von Waldflächen
5. Monitoring zur Wirksamkeit von Umsetzungsmaßnahmen im Rahmen der EU-WRRL
6. Monitoring FFH-relevanter Lebensraumtypen und sogenannter Anhangarten auf Betriebsflächen des WV oder durch diesen unterhaltene oder bewirtschaftete Flächen
7. Unterstützung des WV durch die Biologischen Stationen bei der Planung und der Umsetzung von gewässerökologischen Maßnahmen

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Das Umweltnetzwerk des WV mit den Biologischen Stationen lebt von der Vernetzung des Wissens der beteiligten Akteure: durch die gemeinsame Planung von Gewässerschutzmaßnahmen, Pflegeprogrammen oder gezielten Maßnahmen zur Förderung einzelner Arten rücken naturschutzfachliche Belange in den Vordergrund. Ein wichtiger Fokus bei sämtlichen Planungen ist die Förderung der biologischen Vielfalt zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Lebensräume in und an Gewässern, die naturgemäß zum Kerngeschäft des WV gehören, werden dabei als besonders wertvolle Biotope betrachtet. Bedingt durch die gute Flächenausstattung des WV im gesamten Verbandsgebiet ist die Biotopvernetzung über Trittsteinbiotope in den vergangenen Jahren bei der Arbeit des Umweltnetzwerks in den Vordergrund gerückt.


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Pressemitteilung der Preisverleihung

 

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