Sonderwettbewerb Soziale Natur

Begegnungsgarten Rottenburg

Der Begegnungsgarten wird auf einem Grundstück von ca. 2000 qm umgesetzt, genügend Platz, um der sozialen Begegnung beim naturnahen Gärtnern und der Begegnung mit der "ursprünglichen" Natur genügend Raum zu bieten. Menschen, die in ihrem alltäglichen sozialen Umfeld kaum Berührungen zur Natur haben (Geflüchtete, Jugendliche mit schwierigem sozialem Hintergrund, Menschen mit Behinderung) finden quasi spielerisch einen Zugang zu heimischer Flora und Fauna.

Der Rottenburger Garten der Begegnung war ursprünglich ein Projekt der Flüchtlingshilfe mit dem Ziel, Ehrenamtliche und Geflüchtete beim gemeinsamen Gärtnern die Gelegenheit zu geben, sich gegenseitig kennen zu lernen und damit die Integration in der Stadt voran zu bringen. Bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück stellte sich heraus, dass die anderen späteren Kooperationspartner ähnlich Projekte mit ihren jeweiligen Zielgruppen im Sinn hatten. Schnell war man sich einig, dass aus dem "Interkulturellen Garten" ein "Garten der Begegnung" werden sollte, der interkulturellen und inklusiven Charakter haben würde. Das schließlich gefunden Grundstück stellte sich als völlig verwilderte Gartenparzelle heraus, in der offensichtlich seit vielen Jahren keinerlei pflegerische Maßnahmen getroffen wurden.
Alle Beteiligten waren sich von Anfang an im Klaren darüber, dass es sich bei diesem Grundstück um ein Juwel handelt, das auf gar keinen Fall in einen ordentlichen Gemüse- und Blumengarten mit englischem Rasen umgewandelt werden darf. Daher wurde nur ca. ein Drittel der Fläche kultiviert, der Rest mit einem mäandernden Pfad erschlossen, ansonsten aber dem Wildwuchs überlassen, um die biologische Vielfalt auf diesem Teil des Grundstücks zu erhalten.





Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die städtische Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz ist von Anfang an in die Planungen des Projektes eingebunden. So wurde auch auf den kultivierten Flächen darauf geachtet, dass an den Rändern ausreichend Heckenbestand erhalten bleibt, um Insekten und Vögeln genügend Lebensraum zu belassen. Alte Obstbäume wurden nur soweit beschnitten, dass die Sicherheit der Gartenbesucher*innen gewährleistet werden konnte, ansonsten wurde das Totholz bewusst stehen gelassen. Der Erfolg zeigte sich bereits im ersten Jahr: In einem alten Baumstumpf siedelten sich unter anderem Holzbienen und ein Hornissenvolk an. Es konnten die Vogelarten Amsel, verschiedene Meisenarten, Elster, Eichelhäher und Grünspecht beobachtet werden. Ein umfassender Bestandskatalog wurde bisher noch nicht erstellt, würde aber sicher weitere interessante Arten zum Vorschein bringen. An Tagfaltern sind Arten wie Kohlweißling, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Aurorafalter zu beobachten, viele davon in allen ihren Entwicklungsstadien.
Bei den regelmäßigen Festen im Begegnungsgarten, zu denen die gesamte Bevölkerung eingeladen ist, werden neben Naturführungen besonders für Kinder auch Aktivitäten angeboten, die sie der Natur näher bringen sollen. So gibt es jedes Mal entweder Vogelhäuschenbau und Quizspiele. Das Wäldchen lädt außerdem die Kinder ein, sich spielerisch mit der „grünen“ Umgebung zu befassen. Das naturpädagogische Programm steht dabei wie das gesamte Projekt erst am Anfang und wird nach und nach erweitert.


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Besuchen Sie uns

Garten der Begegnung Rottenburg

Dätzweg Höhe Hausnummer 30
72108 Rottenburg am Neckar

Öffnungszeiten: Treffen immer freitags ab 15 Uhr

Herr Wolfgang Jüngling
Tel.:07472 / 165-426
willkommenskultur@rottenburg.de
http://www.begegnungsgarten.de

 

Weitere Infos

Stadt Rottenburg am Neckar, Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, Diasporahaus Bietenhausen e.V., Lebenshilfe Tübingen e.V.
Rottenburg am Neckar

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