Für die Natur in die Spur: Junge Naturwächter Sachsen

Studien ergaben, dass (nicht nur in Sachsen sondern auch bundesweit) dringend Nachwuchs für den ehrenamtlichen Naturschutz(dienst) gebraucht wird. Daher wurde im Rahmen der Kooperation ein Konzept für ein Projekt erarbeitet, über das junge Leute für die Natur und deren Naturschutz begeistert werden können. Und zwar nachhaltig. Für die Umsetzung des Konzeptes wurde ein Handlungsleitfaden erarbeitet – direkt aus der Praxis für die Praxis. Nach- und Mitmachen sind ausdrücklich erwünscht!

Das Problem:
Dass die Natur heute bedrohter ist denn je, wissen wir alle. Auch, dass Naturschutz nicht allein von berufsbedingt Aktiven zu realisieren ist. In Sachsen leisten knapp 1.200 Ehrenamtliche im Naturschutzdienst alljährlich 135.000 bis 178.000 Einsatzstunden für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und die Bewahrung des fragilen ökologischen Gleichgewichts. Noch. Das Durchschnittsalter der Naturschutzhelfer und Naturschutzbeauftragten liegt mittlerweile nämlich bei über 60 Jahren – Tendenz steigend. Studien belegen eine „Erosion“ der Artenkenner. Damit der Aktive im Naturschutzdienst nicht selbst ein Fall für die „Rote Liste“ wird, muss dringend Nachwuchs für den Naturschutzdienst begeistert und fachlich vorbereitet werden!

Der Lösungsansatz:
Klar war den tagtäglich mit diesem Problem konfrontierten Verantwortlichen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) in Mittelsachsen: Das kann nicht über umweltpädagogische „Eintagsfliegen“ funktionieren. Ein Konzept für ein langfristiges, nachhaltiges Projekt muss her! Eins, mit dem man junge Leute auf altersgerechte Art und Weise dauerhaft für Naturschutz begeistern kann.


Dieses Konzept entwickelte die mittelsächsische UNB gemeinsam mit dem Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel in Döbeln, der Naturschutzstation in Weiditz und der Grünen Schule Grenzenlos in Zethau. So konnte 2012 der erste Ausbildungsjahrgang mit ca. 35 jungen Teilnehmenden an den Start gehen. Erfreulicherweise verstärkten ein Jahr später der NABU-Kreisverband Freiberg und ein reger Eppendorfer Naturschutzhelfer die Palette der Projektanbieter im Landkreis und seit 2019 auch die Naturschutzstation Herrenhaide das NABU Burgstädt. Die fünf Einrichtungen betreuen heute rund 130 Junge Naturwächter bei ihrem Einsatz für die Natur und den Erhalt der biologischen Vielfalt in Mittelsachsen – davon viele Teilnehmende seit Jahren...
Die Erfahrungen, die der Landkreis bei der Umsetzung dieses Projektes gesammelt hat und weiterhin sammelt, wurden 2017/18 im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) und dem Landkreis Mittelsachsen zusammengetragen und verallgemeinert. So entstand durch dieses Modellprojekt ein Handlungsleitfaden für die beiden Basiskurse des Projektes, das unter dem Dachnamen „Junge Naturwächter Sachsen“ (JuNa) nun auch in anderen sächsischen Landkreisen zur Gewinnung von Nachwuchs für das Naturschutzehrenamt umgesetzt werden kann. – Aus der Praxis für die Praxis. Und zum Nutzen aller Beteiligten.
Intensive Naturbegegnungen, spannendes Naturerleben und Naturerfahrung sind die Mittel der Wahl in dieser Orientierungsphase für die jungen Teilnehmenden, während der sie entdecken können, wo und wie sie sich nachhaltig für die Natur und ihren Schutz einbringen können. Durch die ganzheitliche, erlebnis- und handlungsorientierte Ausrichtung des Projektes wird Lust auf und Freude an Natur- und Umweltbildung geweckt. Für deren Ausgestaltung finden die Grundsätze einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung Berücksichtigung.
Der Leitfaden „Junge Naturwächter Sachsen“ (JuNA) für den Grund- und Aufbaukurs steht seit Dezember 2018 zum Download bereit auf der Homepage der LaNU. Die Stiftung betreut seitdem auch die zentrale Koordinierungsstelle des Projektes.
Nachmachen ist nämlich ausdrücklich erwünscht!
So wuchs die Familie der JuNa-Akteure inzwischen erfreulicherweise auf 14 Einrichtungen aus sieben kreisfreien Städten bzw. Landkreisen. Erst einmal in Sachsen. Gern würden wir uns darüber hinaus aber auch mit Akteuren ähnlich ausgerichteter, dauerhafter Nachwuchsgewinnungsprojekte für den Naturschutz in anderen Regionen verbinden und verbünden – wiederum zum Nutzen aller.

Perspektiven:
In den Jahren 2019/20 verstärken die Partner der Projektarbeitsgruppe ihre Öffentlichkeitsarbeit, um das Projekt weiter in die Fläche zu tragen, unter anderem über ein Crossmedia-Projekt mit Studierenden der Hochschule Mittweida.
Interessierte Mitmacher erhalten über die JuNa-Koordinierungsstelle „Starthilfe“, Treffen zwischen den Akteuren helfen bei der Vernetzung und beim Ideenaustausch.
Und damit die Jungen Naturwächter wirklich dauerhaft betreut werden können, entwickelt die Projektarbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit schon aktiven JuNa-Akteuren einen zweiten Handlungsleitfaden. Dieser soll Ideen und Konzepte zur Ausgestaltung der Praxisbausteine enthalten, welche die jungen Leute im Anschluss an die beiden Basiskurse belegen können. Hier können die Jungen Naturwächter ihre persönlichen Naturschutzinteressen noch tiefgründiger auszuloten, ihr Wissen weiter vertiefen und lernen, wie sie das später auch selbstständig oder gemeinsam mit Gleichgesinnten tun können. – Im Idealfall so gut, dass die JuNas im passenden Alter mit der nötigen Begeisterung und den nötigen Kompetenzen eigenständig ein Naturschutzehrenamt übernehmen können.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Ehrenamtliche im Naturschutz sind in der Regel mit der Betreuung von Schutzgebieten betraut. Sie kartieren vorkommende Arten, beobachten deren Bestand im Rahmen von Monitorings, identifizieren dadurch potenzielle Gefahren für die biologische Vielfalt und leiten Maßnahmen ein, um diesen Bedrohungen entgegenzuwirken. Dafür brauchen sie die nötigen Kompetenzen. Die Gewinnung und Anleitung von Nachwuchs für das Naturschutzehrenamt durch das Projekt „Junge Naturwächter“ ist also „Artenschutz“ im doppelten Sinne …


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

 

Besuchen Sie uns

Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, Koordinierungsstelle JuNa

Riesaer Str. 7
01129 Dresden

Öffnungszeiten: nach Rücksprache

Frau Simona Kahle
Tel.:+49 (0)351 - 81 41 67 74
poststelle[at]lanu.de
http://www.lanu.de

 

Weitere Infos

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, Landkreis Mittelsachsen
Dresden

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld