Kleine Eulen - Große Wirkung

Moderner Artenschutz und lebendige Umweltbildung gehen neue Wege. Artenschutz in Franken® setzt sich erneut mit einem innovativen, mutmaßlich in dieser Form einzigartigen Projekt für die Erhaltung einer „verborgenen Vogelgruppe“ ein. Das Projekt findet an verschiedenen Standorten innerhalb der Bundesrepublik Deutschland statt und wird dabei von vielfältigen Projektpartnern unterstützt. Im Fokus stehen dabei der Schutz und die Förderung von Kleineulenarten, die bereits vielfach akut im Bestand gefährdet sind. Um den Bezug Eule - Mensch erreichen zu können, wurde die Projektgestaltung anteilig bewusst in das Blickfeld der breiten Öffentlichkeit gerückt. So begleiteten das Projekt neben verschiedenen Kindergartengruppen auch eine Realschule, die hier den Begriff „Kleinen Eulen - Jugend forscht“ inhaltlich vermitteln möchte.

Gerade der breiten Gesellschaft sind zwei unserer Kleineulenarten kaum mehr bekannt. Auch aufgrund dieser Unkenntnis geraten diese Arten zunehmend ins Abseits. Hier gilt es dringlich anzusetzen um zu verhindern das diese Käuzchen vollständig aus unserem Blickfeld und damit der biologischen Vielfalt verschwinden.

Der Mini-Minieule auf der Spur
Zu sehen bekommt man ihn selten, den nur starengroßen Sperlingskauz. Doch an ihren markanten Rufen lässt sich die Minieule sehr gut bestimmen. Und diesen Ruf kann man mit etwas Glück auch noch im Steigerwald vernehmen und das, obwohl der von Buchen dominierte Steigerwald - Mischwald eigentlich so gar nicht dem in der Literatur beschriebenen typischen Lebensraum (... dunkle ... Fichtenwälder) entspricht. Jedoch sind es im eigentlichen Sinn nicht die Fichten, die den Sperlingskauz ansprechen, sondern vielmehr ein intakter, mehrschichtig kreierter Lebensraum, der gleichfalls dem Buntspecht als „Wegbereiter des Sperlingskauzes „eine Chance lässt. Denn der recht anspruchsvolle Sperlingskauz frequentiert bevorzugt gerade auch die verlassenen Bruthöhlen der im Vorfeld benannten Spechtart. Dies jedoch nicht nur hier ihre Jungen aufzuziehen, sondern auch um vielfältige Nahrungsdepots zu platzieren. Als Notreserve für schlechte Zeiten werden hier hinein Wald- und Rötelmäuse (wie es auch andere Eulenarten praktizieren) abgelegt.

Der Mini-Eule auf der Spur
Nicht viel anders sieht es beim (etwas größeren) Raufußkauz aus. Wobei für diesen Kauz der Schwarzspecht als „Lebensraumöffner“ fungiert. Als Nachmieter zieht er sehr gerne in dessen verlassene Nisthöhlen ein. Im Steigerwald sind die Rufe des Raufußkauzes noch zu vernehmen. Die Bayerischen Staatsforsten AöR setzen seit Jahren innerhalb der wirtschaftlich genutzten Waldabteilungen ein Naturschutzkonzept um das auch die Biotopbaumförderung beschreibt. Dadurch werden auch die Lebensräume für die Eulenarten verbessert, die sehr gerne in Baumhöhlen nisten.

(Klein) -Eulen – häufig im Bestand gefährdet
Doch viele unserer Eulen und Käuze in Deutschland sind zwischenzeitlich akut in ihrem Bestand bedroht. Gerade auch durch eine zunehmend industrielle Land- und Forstbewirtschaftung mit einem immensen Pestizideinsatz sowie der Zerstörung wichtiger Lebens- und Fortpflanzungsräume haben wir Menschen zahlreiche Eulenarten bereits nahe an den Rand des Aussterbens gebracht. Umso mehr Lebensräume wir mit unserem Handeln beeinträchtigen umso mehr gefährden wir nicht nur eine faszinierende Vogelgruppe. Nein mehr noch, wir setzen mit diesem Tun gar eines der (auch und gerade für den Menschen) wichtigsten Ökosysteme aufs Spiel. Mit dem Projekt "Kleine Eulen – große Wirkung" wollen wir deshalb auch auf die Bedeutung dieser so wichtigen, regulativen Tiere auch für uns Menschen hinweisen. Das innovative Kooperationsprojekt möchte hier auch zum intensiven Umdenken anregen. Nur weil Tiere aufgrund ihres nachtaktiven Auftretens kaum bewusst wahrgenommen werden, zeigt sich ihre Funktion im Ökosystem nicht minder wertvoll.

Korridore als Garant des Kleineulenschutzes
Häufig sind Lebensräume facettenförmig unterbrochen. Naturnahe Wirtschaftsräume wechseln sich mit intensiv bewirtschafteten Bereichen ab. Und so war es ein Anliegen neben staatlichen Bereichen auch kommunal- und privat ausgerichteten Waldflächen zu integrieren. Dies gelang sehr gut und so konnte ein „Korridor des Kleineulenschutzes“ kreiert werden der sich über zwei Regierungsbezirke und drei Landkreise erstreckt!

Das Management des Waldes
Neben der Bereitstellung von sekundären Fortpflanzungselementen kommt der naturnahen Waldbewirtschaftung eine wichtige Funktion zu. Und so wird von den Projektpartnern auch darauf geachtet das sich auch bislang noch als artenschutzrelevant untergeordnete Bereiche zu Habitaten entwickeln können die den Ansprüchen der Leitarten genügen.

Aussichten – das Monitorring
Das Projekt wird von einem mehrjährigen Monitoring und verschiedenen Umweltbildungseinheiten begleitet. Die Untersuchungseinheit soll detaillierte Rückschlüsse und Aussage über die Funktionalität des Kooperationsprojektes vermitteln. So wurden neben der bewusst differenzierten Habitatauswahl auch GPS- gestützte Vermessungen der ausgestatteten Biotopbäume und der Lebensraumstrukturen uvm. durchgeführt.

Neue Wege beschreiten
Besonders stolz sind die Projektpartner darauf, dass es projektinhaltlich gelingen, konnte neuartige Prädatoren-Sicherungselemente an die Nistmodule zu bringen. Diese Elemente machen es Beutegreifern wie z. B. dem Baummarder nahezu unmöglich an die Frontplatte der Nisthilfe zu gelangen. Auch für den „Regulator Waldkauz“ sind die Kleineulennisthilfen kaum anfliegbar. Damit stehen die Chancen zur erfolgreichen Reproduktion sowie einem deutlich erhöhten Reproduktionserfolg sehr gut. Darüber hinaus wurde die Atmungsaktivität, sowie die geführte Flüssigkeitsableitung (Regenwasser – Eintrag durch das Gefieder der Alttiere) der Module stark verbessert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Bezug zur biologischen Vielfalt
Ohne Frage zeichnet sich gerade auch dieses innovative Projekt als der Erhaltung der biologischen Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet. Nur, wenn es gelingt, die Vielfalt der Eulenarten in lebendiger Form zu konservieren, eröffnen wir der uns nachfolgenden Generation eine nachhaltige und artenreiche Perspektive.


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