Hortus-Netzwerk. Vielfalt. Schönheit. Nutzen.

Das Projekt wurde am 31. August 2019 offiziell als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet.

Markus Gastl, der Gründer des Netzwerks, macht eine zweieinhalb Jahre dauernde Radreise von Feuerland nach Alaska. Sein Versprechen, das daraus erwächst, etwas für die heimische Natur zu tun, steckt immer mehr Menschen in Europa an. Angespornt durch sein Tun bildet sich das Hortus-Netzwerk, ein lockerer Zusammenschluß von Menschen, die ebenfalls im eigenen Garten etwas für die Natur und gegen das Artensterben tun wollen. Die Mitglieder unterstützen und ermutigen sich gegenseitig, das von Markus Gastl erfundene "Drei-Zonen-Garten"-Prinzip direkt vor ihrer Haustür umzusetzen. Was 2007 im Hortus Insectorum, dem Garten der Insekten, in Beyerberg beginnt, begeistert mittlerweile Netzwerker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Kroatien und den USA.

Die Entstehung des Hortus-Netzwerks

Nach einer zweieinhalb Jahre dauernden Radreise von Feuerland nach Alaska über fast 42.000 Kilometer, bei der er viele Wunder der Natur, aber auch brennende Wälder, endlose Monokulturen, Massentierhaltung, verpestete Flüsse und verschmutzte Meere, schmelzende Gletscher und riesige Müllhalden erlebt, gibt der Gründer des Hortus-Netzwerks Markus Gastl ein Versprechen ab. Sein Versprechen ist, sich für die bedrohte einheimische Natur in Deutschland und Europa einzusetzen. Dies macht er allerdings nicht dadurch, daß er durch die Lande reist und nur über Naturschutz und die Zerstörungen redet, die er auf seiner Reise erleben mußte. Nein, er kauft sich stattdessen 2007 ein 7000m² großes Grundstück und gestaltet es nach seinen Ideen um. Er läßt den nährstoffreichen Mutterboden abfahren und verwirklicht das von ihm entwickelte "Drei-Zonen-Konzept". Ein Konzept, daß jeder in seinem eigenen Garten verwirklichen kann. Und das ist auch das große Anliegen von Markus Gastl. Mit dem Naturschutz im eigenen Garten, sei er auch noch so klein, zu beginnen. Aus dieser Idee erwächst seit 2007 das Hortus-Netzwerk unter dem Motto: "Machen ist wie Wollen, nur krasser!"

Das „Drei-Zonen-Konzept“

Ein Hortus (lateinisch für Garten) ist ein Garten für die Förderung der biologischen Vielfalt und den Menschen gleichermaßen. Er gliedert sich in die drei Zonen Pufferzone, Hotspotzone und Ertragszone. Die drei Zonen sind ein Modell, das jeden Gartenbesitzer dabei unterstützt, den Garten ökologisch zum Besseren zu verändern und ihm aber die Freiheit läßt, seinen Garten auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort anzupassen.
Die Pufferzone umgibt den Garten und grenzt ihn nach außen hin durch eine Hecke aus heimischen Sträuchern ab. Hier werden auch Naturmodule angelegt, um die Tierwelt zu fördern. Etwa durch Totholzhaufen, Reisighaufen, Käferkeller, Eidechsenburgen.
Meist direkt am Haus liegt die Ertragszone mit Gemüse- und Kräuterbeeten, Beerensträuchern, Apfelbäumen usw. Diese Zone ist also für das Ernten und damit die Versorgung des Menschen gedacht.
Anders als bei anderen Gartenkonzepten, gibt es noch die Hotspotzone. In diesem meist sonnigen Bereich des Gartens wird der Boden abgemagert, da auf dem mageren Substrat ein Vielfaches von einheimischen Arten gegenüber einer fetten, gedüngten Fläche wächst. Hier gilt der Grundsatz: „Magerkeit schafft biologische Vielfalt!“ Diese an einheimischen Blüten reiche Zone, kann mit Steingartenanlagen, Sandarien, Sumpfbereichen oder Teichen (je nach Möglichkeit im eigenen Garten) ergänzt werden, um hier für Insekten, Vögel, Reptilien und Amphibien neue Lebens- und Bruträume zu schaffen.

Nachdem die 3 Zonen angelegt wurden, bzw. im besten Fall schon existieren, ist der Garten ein geschlossener Kreislauf. Grünschnitt von der Magerwiese, ein- oder zweischürig mit der Sense gemäht, wird entweder kompostiert oder es werden direkt die Gemüsebeete gemulcht. So wird die Ertragszone gedüngt, die Wiese aber gleichzeitig mager gehalten. Auch andere unerwünschte oder überwuchernde Pflanzen werden von der mageren Hotspotzone entfernt, um ihr die Nährstoffe zu entziehen und für biologische Vielfalt zu sorgen. Äste und Zweige die beim Beschnitt von Hecken und Bäumen anfallen, werden, je nach Stärke, zu einem Totholzhaufen oder einem Reisighaufen aufgetürmt. Das System erhält sich selbst. Es muß kein Dünger mehr zugekauft werden, Erde bildet sich neu, die Biotonne oder die Grüngutsammelstelle wird nicht mehr benötigt. Pflanzenschutzmittel, Pestizide, Chemie, Schneckenkorn und Dünger werden in einem Hortus nicht eingesetzt. Durch die Vernetzung der Zonen stehen Schädlingen genügend Nützlinge gegenüber.

Das Hortus-Netzwerk

Daß dieses Konzept funktioniert, zeigen mittlerweile über 300 private Gärten der Hortus-Netzwerk Mitglieder, die damit eine Gesamtfläche von über 57 Hektar (Deutschland 44 Hektar) umgestaltet haben, und sich so für bedrohte Tier- und Pflanzenarten in Deutschland und Europa engagieren. Die Horti beginnen bei Balkongärten mit wenigen Quadratmetern und reichen bis zu Grundstücken mit über 7 Hektar. Eine Übersicht über die eingetragenen Horti finden Sie unter www.hortus-netzwerk.de/hortus-karte/
Das Hortus-Netzwerk wird nicht durch öffentliche oder private Geldgeber finanziert. Alle Kosten werden von den Mitgliedern selbst getragen. Je nach Können und Wissen beraten und unterstützen sich die Hortus-Infizierten gegenseitig über ein Internetforum oder in Facebook-Gruppen. Es gibt mittlerweile sogar eine eigene Forumseite in französischer Sprache: www.hortus-france.org. Viele Mitglieder führen regelmäßig durch ihre Gärten oder öffnen ihre Gartentüren gerne nach Rücksprache. Weitere Informationen über das Netzwerk und das Drei-Zonen-Konzept finden Sie auf www.hortus-netzwerk.de oder in den beiden Büchern von Markus Gastl mit dem Titel „Drei-Zonen-Garten: Vielfalt. Schönheit. Nutzen“ und „Permakultur und Naturgarten: Nachhaltig gärtnern mit dem Drei-Zonen-Modell".

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die biologische Vielfalt und die damit verbundene Förderung und der Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt im eigenen Garten, steht beim Drei-Zonen-Gartenkonzept an erster Stelle. Durch den Aufbau der drei Zonen und die sich darin befindenden Naturmodule, wie Sandarium, Totholz- und Reisighaufen, Steinhaufen, Pyramiden, Käferkeller, Wurmfarmen, Teiche und Tümpel, Feuchtbeet, Fledermauskästen, etc. (siehe auch: www.hortus-netzwerk.de/mini-tipps/) wird verstärkt auf die Hauptbedürfnisse der Tierwelt "Nahrung", "Nistbereich", "Gewinnung von Nistmaterial" und "Überwinterung" eingegangen und diese innerhalb des eigenen Gartens realisiert. Auch im Bereich der Ertragszone werden von vielen Hortus-Netzwerkmitgliedern bevorzugt historische Obst- und Gemüsesorten zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln angebaut und auch hier die biologische Vielfalt gesteigert bzw. erhalten. Viele Gärten einzelner Mitglieder wurden bereits durch die Initiative „Deutschland summt!“ der „Stiftung für Mensch und Umwelt“ ausgezeichnet, deren Ziel es ist, Bürger durch das Thema Wild- und Honigbienen für die biologische Vielfalt zu mobilisieren. Im Netzwerk finden sich immer mehr ein, die jetzt und direkt vor ihrer Haustür, in ihrem Garten, einen ökologischen Wandel herbeiführen wollen, um die Vielfalt in Deutschland und Europa zu erhalten und zu stärken, und um ein durchgängiges und vielfältiges Netz des Artenschutzes quer durch unser Land zu legen. Denn: "Machen ist wie Wollen, nur krasser!"

Video:


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Dokumente

Interview mit dem Hortus-Netzwerk Gründer Markus Gastl und Gerlinde Strnad

Hortus-Netzwerk Flyer

Hortus-Netzwerk Plakat

 

Besuchen Sie uns

Hortus Insectorum

Schreinergasse 10
91725 Ehingen, OT Beyerberg

Öffnungszeiten: Es finden regelmäßige Führungen im Hortus Insectorum und im Hortus Felix statt, die auf der Webseite www.hortus-insectorum.de eingesehen werden können.

Herr Markus Gastl

http://hortus-netzwerk.de/

 

Weitere Infos

Hortus-Netzwerk - Vielfalt.Schönheit.Nutzen
Ehingen, OT Beyerberg

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