Mit F.U.N. in die Wildnis!

Spaß am Erkenntnisgewinn ist das zentrale Anliegen des Citizen Science-Projektes "Mit F.U.N. in die Wildnis!" Das Projekt richtet sich an alle, die sich für Fledermäuse, Wissenschaft und Naturschutz interessieren und so zum Erhalt der Biodiversität beitragen, unabhängig von Alter und Vorkenntnissen.

Fledermäuse bilden hinter den Nagetieren die Gruppe der Säugetiere mit der höchsten Artenvielfalt weltweit. Am Beispiel von Fledermäusen will das Projekt "Mit F.U.N. in die Wildnis" Forschung (im Sinne von Citizen Science), Umweltbildung und praktischen Naturschutz in einer einzigartigen Naturlandschaft Deutschlands eng verzahnen. Das Angebot richtet sich an alle, die sich für Fledermäuse, Wissenschaft, Naturschutz und dem Erhalt der biologischen Vielfalt interessieren: unabhängig vom Alter und den Vorkenntnissen.

Neben der breiten Bürgerbeteiligung ist ein zweiter Schwerpunkt die enge Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Bildungseinrichtungen, von Kindergärten über Schulen bis hin zu Universitäten. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Der Ort, an dem die Daten, welche die Grundlage der Forschung bilden, erhoben werden, ist der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort, im kleinen Ort Wooster Teerofen befindet sich die "Gerhardt-Cornelssen-Citizen Science-Station, welche nach einem ehemaligen Oberförster benannt ist, der hier die erste Naturschutzstation errichtete. Hier nahm auch vor 30 Jahren die "bürgerliche" Fledermausforschung in dieser Gegend ihren Anfang. F.U.N. will es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, sich aktiv an angewandter Naturschutz-, Biodiversitäts- und Fledermausforschung zu beteiligen, und zwar ausgehend von einer selbst gewählten oder gestellten Forschungsfrage, über die Hypothesenbildung hin zur Datenauswertung, deren Interpretation und somit zur Beantwortung der ursprünglichen Frage.

F.U.N. schafft somit die Voraussetzung, dass die Beteiligten sich in den gesamten Forschungsprozess einbringen können. Lediglich die Datenerhebung erfolgt weitestgehend automatisiert an Fledermauskolonien der Nossentiner/Schwinzer Heide (MV). Die hier erhobenen Daten (Daten zu den Quartieren, Klimadaten, Videos, Fledermausrufe, etc.) werden auf der Projekt-Homepage www.fledermausfun.de zur Verfügung gestellt und bilden die Grundlage zum Stellen und Beantworten vielfältiger Fragen. Zum Auswerten der Daten müssen die Teilnehmenden zuerst unterschiedliche Tutorials und Tests durchlaufen. Dies garantiert eine hohe Qualität der ausgewerteten Daten.

Die erzielten Ergebnisse werden auf der Homepage, in internationalen Fachjournalen aber auch anhand von Pressemitteilungen und populärwissenschaftlichen Artikeln der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Außerdem sollen Handlungsrichtlinien zu einem verbesserten Schutz von Fledermäusen beispielsweise für die Forstwirtschaft erstellt werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Indem das Projekt einen Beitrag zur Erforschung und zum Schutz von Fledermäusen leistet, unterstützt es auch die Wahrung der Biodiversität dieser Säugetiergruppe und dem Erhalt der biologischen Vielfalt im Forschungsgebiet der Nossentiner/Schwinzer Heide. Da es sich um ein überregionales Citizen Science-Projekt handelt, lernen die Teilnehmer allgemein über die Notwendigkeit des Arten- und Biodiversitätsschutzes auch außerhalb des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide. Einen konkreten Beitrag zum Schutz bzw. zur Erforschung der Biodiversität leistet F.U.N. besonders in zwei Forschungsprojekten, für welche derzeit die notwendigen Daten gesammelt werden: 1.) Zusammenhang zwischen Nahrungsverfügbarkeit und Fledermausaktivität. Vor dem Hintergrund des Klimawandels werden über einen längeren Zeitraum und zu unterschiedlichen Zeiten automatische Fotos an Lichtfallen zur Feststellung der Insektenzusammensetzung und -dichte gemacht und auf die Homepage gestellt, welche von den teilnehmenden Citizen Scientists ausgewertet und etwa anhand von akustischen Daten mit der Fledermauszusammensetzung und -dichte in Zusammenhang gebracht werden kann. 2) Zusammenhang zwischen Waldnutzung und Aktivität verschiedener Fledermausarten. Im Untersuchungsgebiet gibt es sowohl Wälder, die forstlich genutzt werden, als auch Wälder, die in den letzten Jahren sukzessive in die Wildnis entlassen wurden. Wie unterscheiden sich diese Wälder hinsichtlich der darin vorkommenden Fledermausarten?


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Besuchen Sie uns

Gerhardt Cornelssen-Haus, Wooster Teerofen

Loitzer Str. 26
17489 Greifswald

Öffnungszeiten: jederzeit online möglich; vor Ort nach Absprache

Herr Dr Michael Schöner
Tel.:03834/420-4273
fun@uni-greifswald.de
http://www.fledermausfun.de

 

Weitere Infos

Angewandte Zoologie und Naturschutz der Universität Greifswald; Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide; weitere Kooperationspartner: Fledermausforschungsverein Wooster Teerofen e.V.; Didaktik der Biologie der Universität Rostock
Greifswald

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