Sonderwettbewerb Soziale Natur

„Auf dem Grabeland mit Nachbarn und Schülern"

Auf dem Grabeland mit Nachbarn und Schülern

Der alte ummauerte Blüchergarten in Kassel mit seiner großen Obstbaumwiese, den wilden Hecken und Steinmauern und den bunten Beeten mit Gemüse, Sträuchern und Blumen lebt im Austausch mit „seinem Dörfchen“.
Besonderen Wert wird in dieser Gartengemeinschaft, die in dem ca. 0,5 ha große Gartengelände an der Fulda seit 25 Jahren gemeinsam gärtnert, auf den ökologischen Anbau, biologische Vielfalt sowie das soziale Miteinander gelegt. Es entstand hieraus ein Verein „GartenKinder e.V.“ mit dem Schwerpunkt, generationsübergreifende gärtnerische, ökologische, künstlerische und kulturelle Aktivitäten für die Nachbarschaft anzubieten.
So kommen seit einiger Zeit drei Klassen der nahegelegene Unterneustädter Schule wöchentliches zum Gärtnern.
Eine wöchentliche Natur- & Kunstwerkstatt ist geplant.

Die Kinder, die zum großen Teil aus binationalen- und Migrantenfamilien stammen, haben hier die Möglichkeit, selbst ein Beet zu bewirtschaften: zu säen, Pflanzen heranzuziehen und zu ernten. Die geernteten Früchte und das Gemüse werden z.T. in der anschließenden Pause genossen oder mit in den Schulhort zur Essenszubereitung genommen. Die Kinder lernen dabei Kulturpflanzen mit allen Sinnen kennen; durch die geleistete Arbeit bis zur Reife und Ernte der Pflanzen lernen sie diese ebenso wertschätzen und einen achtsamen Umgang mit der Natur.
Im Garten machen die Kinder auch Bekanntschaft mit Hühnern, Bienen, Vögeln, Insekten... und den Gartennachbarn.

Der Blüchergarten ist eine kleine Oase mitten in der Stadt.
Seit seiner Gründung durch das Ehepaar Christian und Gretel Balcke ist er ein beliebter Treffpunkt für die Anwohner. An den Nachmittagen und Wochenenden ist er ein Anziehungspunkt für Groß und Klein; bei Veranstaltungen treffen sich hier oft 30 bis 50 Anwohner.
Mit den Pumpen zum Wasserholen, den kleinen Holzhüttchen für Werkzeug, dem Lehmpizzaofen und den Kletterbäumen läd er zum Spielen und Tätig werden ein. Zudem bietet er mit seinen vielfältigen Ecken und Winkeln ein Paradies für Kinder (wie auch Tiere). Auch in den Wintermonaten gibt es immer etwas zu tun, z.B. Äste zu sägen, kleine Mäuerchen oder Weidenzäune zu errichten, das Hühnergehege auszubessern, oder die im Herbst aufgesammelten und gelagerten Äpfel nun zu Bratäpfeln zu verarbeiten und genießen...
Im Garten wird die biologische Vielfalt gefördert und erfahrbar.
So verwenden wir biologisches Saatgut und vorgezogene Pflanzen von der "essbaren Stadt" und betreiben untereinander einen regen Austausch auch über "alte Sorten" und "neue Anbaumethoden".
Jeden letzten Samstag im Monat findet ein Treffen statt, an dem gemeinsam Instandhaltungsarbeiten für das Gartengelände verrichtet werden.
Wir organisieren im Garten jahreszeitlich gegebene Aktivitäten wie Gartenbaulehrgänge für ökologischen Landbau, gemeinsames Zwetschgenmuskochen, Apfelsaftpressen, Kräuterölherstellung, ein "Erntedankessen aus den Gartenprodukten. Hierbei wird die biologische Vielfalt im Garten für die ganze Nachbarschaft erfahrbar und wörtlich auch "genossen".
Alle zwei Jahre findet ein selbstorganisierter Gartenzirkus für das Stadtteil im Garten statt. Auch Workshops wie z.B. Holzschnitzen, Filzen, Modellieren von Tierplastiken, Drucken, Upcycling wurden hier für Groß und Klein angeboten.
Die älteren Menschen im Garten freuen sich über die Kinder und haben (nicht nur) ihnen viel von ihrem Erfahrungsschatz weiterzugeben.
Die Gartengrabeland-Gemeinschaft ist einem ständigen Wandel unterworfen; so entstehen neue Ideen und Ziele mit jedem hinzukommenden Menschen. Im letzten Jahr kamen so mehrere Flüchtlingsfamilien hinzu, die die Gemeinschaft bereichert haben.
Das Zusammenleben und der Austausch untereinander, von Jung und Alt, Einheimischen und Hinzugezogenen sowie von verschiedenen Kulturen ist sehr bereichernd. Das Bewusstsein für einen achtsamen Umgang miteinander wie mit der Natur kann hier gleichsam wachsen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Durch die Aktivitäten und Projekte, die im Garten stattfinden,
wird die biologische Vielfalt gefördert, erhalten und erfahrbar.
Vor allem Kreisläufe in der Natur werden hier sichtbar:
So werden durch die Bienenstöcke im Garten die vielen Obstbäume befruchtet; die Hühner, die sich über Gemüseabfälle freuen, legen Eier und geben Hühnerdung. Der Kompost wird wieder dem Boden zugefügt. Das Windrad im Garten sorgt für Strom für den elektrischen Rasenmäher und ab und zu für das Waffeleisen. Das Wasser zum Gießen wird aus den Pumpen im Garten mit Muskelkraft heraufbefördert.
Der Garten bietet mit seinen alten Obstbäumen (Zwetschge, Apfel, Birne, Kirsche, Quitte, Aprikose, Walnuß, Haselnuß), mit den vielfältigen Hecken, Steinmäuerchen und seinen versteckten Winkeln und Ecken auch für vielen Insekten und wildlebende Tiere einen Unterschlupf.


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Besuchen Sie uns

Blüchergarten Ecke Blücherstr./Jahnstr. Unterneustadt Kassel

Blücherstr.34
34123 Kassel

Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag vormittags

Frau Elisabeth Schwanse
Tel.:0561871465
elisabeth.schwansee@gmx.de

 

Weitere Infos

Gartenkinder e.V. Elisabeth Schwanse
Kassel

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