Insektensommer

Mehr als eine Million verschiedene Insektenarten summen und brummen auf der ganzen Welt. Mit ihrer biologischen Vielfalt ohne Grenzen sind die kleinen Krabbler faszinierend und zudem sehr wichtig für die Umwelt - denn Insekten sind für das Gleichgewicht aller Ökosysteme unentbehrlich. Doch in den letzten Jahren sind ihre Bestände dramatisch zurückgegangen.

Mit der Mitmachaktion „Insektensommer – Zählen, was zählt“ will der NABU erstmals die kleinen, fleißigen Helfer unserer Ökosysteme näher in den Fokus rücken. Der Insektensommer ist eine bundesweite Aktion mit der eine kontinuierliche Erfassung der Insekten etabliert werden soll. Die Meldeaktion ist die erste Zählung dieser Art in Deutschland und wird künftig jährlich durchgeführt. An dem Citizen Science Projekt kann jeder Bürger teilnehmen. Mit dem Zählen der Insekten in seiner Umgebung helfen die Menschen mit die Bestände der Insektenarten in Deutschland zu erfassen. Gleichzeitig soll die Bestimmung und das Wissen über die Sechsbeiner in der Bevölkerung gestärkt werden.

Projektdesign und Methodik
Jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt im Juni und August werden in zwei Zählperioden für zehn Tage bundesweit Insekten gezählt.

Der Fokus liegt dabei auf 16 Kernarten der Insekten, auf die besonders geachtet werden soll. Diese Arten sind gut mit bloßem Auge erkennbar, decken aus verschiedenen Insektengruppen eine große Bandbreite der Insektenfamilien ab und sind durch Größe und markantes Aussehen auch für Laien unverwechselbar. Pro Zählzeitraum sind jeweils acht Kernarten im Fokus, die verstärkt mit Infos und Artenporträts dargestellt sind. Alle weiteren Insekten, die von den Menschen erkannt und gezählt werden, sollen ebenfalls erfasst und gemeldet werden.

Das Beobachtungsgebiet für die Zählung ist festgelegt, um einen Standard für die Erhebung zu gewährleisten. Jeweils bis zu zehn Meter um den eigenen Standort herum darf gezählt werden. Bei weiterer Entfernungen ist eine zweite Meldung abzugeben. Beim Insektensommer darf überall beobachtet werden. Es wurden als Beispiele zur Orientierung an die Hand gegeben: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich oder Bach und Fluss zugeordnet.

Erfassung der Meldungen
Die Zählungen der Bürger werden per App "Insektenwelt" oder per Onlineformular über die Website des NABU eingegeben. Die rein digitale Erfassung der Daten ermöglicht es beide Zählungen sehr schnell zu erfassen. Die Meldungen werden geografisch durch die Übermittlung des genauen Beobachtungsstandortes (GPS/Adresse) in einer Karte dokumentiert.

Transparenz der Meldungen
Anhand der Punktverortung auf einer Karte werden die Meldungen in ihre Verteilung aufgezeigt. Sowohl das Vorkommen der Arten in Bezug auf die Lebensräume, Bundesländer und die bundesweite Verteilung der gemeldeten Arten wird online dargestellt.
Ebenso gibt es anhand der Top 100 der am häufigsten gemeldeten Arten ein Ranking, in dem aufgelistet ist, welche Insekten am häufigsten durch Meldungen erfasst sind.

Auswertung
In Zusammenarbeit mit Experten aus der Entomologie und dem Bereich Citizen Science werden die erhobenen Daten quantitativ und qualitativ auf ihrer Plausibilität und Aussagekraft analysiert. Da das Projekt auf eine Langzeiterhebung ausgerichtet ist, werden sich Jahr für Jahr die Fragestellungen und Aussagen der Auswertung ausbauen lassen.

Ziel der Mitmachaktion
Durch die jährlich wiederkehrenden Zählungen sollen Bestandsaufnahmen zu unterschiedlichen Insekten erfasst werden. Der NABU will damit im Laufe der Jahre herausfinden, in welchen Lebensräumen sich welche Arten besonders wohlfühlen. Der Insektensommer erfüllt zwei zentrale Aspekte einer Bürgerwissenschaft. Es werden wissenschaftliche Daten zu Insekten erhoben und gleichzeitig das Wissen der Bevölkerung zu dieser Tiergruppe gestärkt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der Insektensommer ermöglicht es den Bürgern sich mit der biologischen Vielfalt der Insekten direkt auseinanderzusetzen. Durch die Teilnahme an der Insektenzählung beschäftigen sich die Menschen (teilweise zum ersten Mal) mit dieser artenreichen Tiergruppe. Parallel dazu leisten die Bürger einen wichtigen Beitrag für die Erhebung von Daten zu den einzelnen Insektengruppen. Bisher gibt es keine bundesweite Erfassung von Insekten. Die Daten- und Wissenslücke zu dieser wichtigen Tiergruppe zu schließen sind die beiden Säulen dieses neuen Citizen-Science Projektes.

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=rt8l1tsndII


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Besuchen Sie uns

Bundesweite Zählung

Charitéstraße 3
10117 Berlin

Öffnungszeiten: Zwei Zählzeiträume Juni/August

Frau Daniela Franzisi
insektensommer@nabu.de
http://www.insektensommer.de

 

Weitere Infos

NABU Bundesverband
Berlin

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