Sonderwettbewerb Soziale Natur

Aller-Welts-Garten

Der Aller-Welts-Garten in Neunkirchen besteht seit 2012 und bietet einheimischen und zugewanderten Menschen die Möglichkeit, ökologischen Landbau zu betreiben, sich beim gemeinsamen Arbeiten kennenzulernen und Freizeit miteinander zu verbringen.


Die Idee, einen „Interkulturellen Garten“ in Neunkirchen anzusiedeln, entstand nach/ während einer Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche 2011.
Eine Diplomandin im Fach "Vergleichende Kulturwissenschaften" referierte auf Einladung von uns aus ihrer Diplomarbeit zum Thema: „Soziale Konstruktion von Landschaft bei Migrantinnen.“
Der Berichtsteil über Interkulturelle Gärten in Deutschland weckte unser Interesse unter den Blickwinkeln:
1. Schaffung einer Begegnungsstätte für Zuwanderer und Einheimische in Neunkirchen
2. Erweiterung der interkulturellen Öffnung des Diakonischen Zentrums Neunkirchen unter Einbeziehung der unterschiedlichen Klientengruppen.
3. Anbau von Lebensmitteln unter dem Gesichtspunkt des ökologischen Landbaus und der biologischen Vielfalt.
Der Landesverband der Kleingärtner im Saarland unterstützt den Ansatz und stellt ein zu bewirtschaftendes Grundstück von ca. 500 qm in der Kleingartenkolonie Neunkirchen-Forststraße zur Verfügung.
Das Gartenprojekt ist Teil des „Bündnis für Familie“ im Landkreis Neunkirchen und erhält von dieser Seite wertvolle Beratung und Unterstützung.
Folgende Zielgruppen sind angesprochen und eingeladen sich an der Neugestaltung des Gartens zu beteiligen:
-Einheimische und zugewanderte Personen über die örtliche Presse und die regionalen Migrationsdienste
-Klienten der ökumenischen "Wärmestubb" (Wohnungslosenhilfe)
-Kindergärten und Schulen in der näheren Umgebung
-Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
In der Folgezeit wurde das Freizeit-Rasengrundstück in einen Nutzgarten mit 12 Parzellen umgestaltet.
Es entstand ein Gemeinschaftsplatz neben der Laube für Veranstaltungen wie z.B. Klassenzimmer im grünen, zum gemeinsamen Feiern, als zentraler Treff im Garten.
Um alle Nutzer mit Kräutern zu versorgen, haben wir eine Kräuterschnecke angelegt.
Zum Gießen wird ausschließlich Regenwasser genutzt, das in mehreren Tanks gesammelt wird.
Regelmäßig finden Treffen der Gartennutzer statt, um Absprachen zu treffen, sich auszutauschen und notwendige gemeinsame Arbeiten zu besprechen.
In den Jahreskalender sind ein Frühlingsfest zu Beginn der Saison, das Erntedankfest und eine Veranstaltung im Rahmen des sog. "Lebendigen Adventskalenders" fest verankert.
Allen Teilnehmenden steht das Gelände sowie die Infrastruktur auch für (gemeinsame) Feiern zur Verfügung.
Aufgrund der persönlichen Voraussetzungen und der unterschiedlichen Lebensplanungen der Gärtner wechseln einige Teilnehmer an dem Projekt und es werden permanent neue Menschen integriert. Aus Altergründen oder wegen gesundheitlicher Einschränkungen werden Parzellen aufgegeben, Menschen mit Migrationshintergrund wechseln den Wohnsitz, Kindergärten müssen ihre Aktivitäten wegen Personalengpässen einschränken. In diesen Fällen können neue Gärtner zu dem Projekt stoßen und Teil der Gemeinschaft werden. Das ist eine Herausforderung für die "Stammbelegung" und eine permanente Aufgabe für den Projektträger.
Wir sind im Netzwerk "Anstiftung" (www.anstiftung.de) vertreten und Unterzeichner des Manifests "Urban Gardening (www.urban-gardening-manifest.de).

Bezug zur biologischen Vielfalt:

In Absprache mit allen Nutzern des Gartens wird sichergestellt, dass keine Monokultur entsteht. Wir ergänzen uns, in den Produkten, die angebaut werden.
Alle, die sich an dem Gartenprojekt beteiligen verzichten auf industrielle Sämereien und Kunstdünger. Wir beziehen alle Sämereien ausschließlich von "Dreschflegel", einer Gruppe von Menschen, die auf 15 Höfen biologische Saatgutvermehrung und -Züchtung sowie die Kultivierung alter Gemüsesorten betreibt.
Aufgrund der Empfehlung des BUND werden in unserem Garten Vögel ganzjährig gefüttert.
Im Jahr 2019 wird mit jugendlichen Migranten ein Insektenhotel entstehen und die Ansiedlung von Wildbienen ins Auge gefasst.


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Dokumente

SZ 10.10.2012 - Eröffnung

Radio Neunkirchen - Interview anlässlich der Eröffnung

Saarländischer Rundfunk SR3 - Bericht über Eröffnung

 

Besuchen Sie uns

Aller-Welts-Garten

Bahnhofstraße 26
66538 Neunkirchen

Öffnungszeiten: nach Absprache

Herr Walter Schnell
Tel.:06821-25025 oder 06821-926 9045
walter-schnell@dwsaar.de

 

Weitere Infos

Diakonisches Werk an der Saar
Neunkirchen

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