Die „Humboldtwiese“

Gemeinsam mit den BürgerInnen vor Ort entwickelt die Hansestadt Lübeck mit einer Vielzahl von Akteuren auf einer vormals brachliegenden Fläche im Stadtteil St. Lorenz Nord einen Bewegungstreffpunkt für Jung und Alt als interdisziplinäres Modellprojekt im Bereich der Gesundheitsprävention. Herzstück ist ein Bewegungsparcours mit zehn Gerätepaaren, jeweils eines für Jung und Alt im unmittelbaren räumlichen Miteinander. So gelingt es, dass alle Altersstufen gemeinsam Sport treiben.

Die Humboldtwiese ist Teil des „Netzwerks Essbare Stadt Lübeck“. Im Vordergrund steht eine bienen- und insektenfreundliche Lübecker Stadtnatur und Kulturlandschaft. Ein wesentliches Anliegen ist das gemeinsame Lernen und (Natur-) Erleben und die Weitergabe von Wissen um bewährte, nachhaltige Kulturtechniken. Urbanes Grün verbessert das Klima, fördert die menschliche Gesundheit und stärkt die Biodiversität.
Die Humboldtwiese als Pilotprojekt der wissensbasierten Stadtentwicklung empfiehlt sich zugleich als ein erfolgreiches Beispiel für kommunales Fundraising.

In Würdigung dieses interdisziplinären Konzepts ist der Bewegungstreffpunkt Humboldtwiese am 08. März 2019 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden.

Der Bewegungstreffpunkt Humboldtwiese als Modellprojekt im Bereich der Gesundheitsprävention steht für Bewegung und Kommunikation, Natur und Naherholung, Sport und Gesundheit. Gemeinsam mit den BürgerInnen vor Ort entwickeln die Hansestadt Lübeck in Kooperation mit der Interessengemeinschaft Dornbreite sowie einer Vielzahl weiterer Akteure auf einer vormals brachliegenden Fläche im Stadtteil St. Lorenz Nord auf der Dornbreite einen Bewegungstreffpunkt für Jung und Alt.
Hervorgegangen ist dieser aus dem "Stadtteilkonzept/Wissenschaftspfad“ des Lübecker Wissenschaftsjahres 2012 mit dem Motto "Hanse trifft Humboldt".

Herzstück ist ein Bewegungsparcours mit zehn Gerätepaaren, jeweils eines für Jung und Alt im unmittelbaren räumlichen Miteinander. So gelingt es, dass alle Altersstufen gemeinsam Sport treiben und dabei in Kontakt bleiben. Kinder und Kleinkinder können in spielerischer Form ihre Grenzen erkunden. Ältere Menschen haben die Möglichkeit, ihre alltagsrelevante Geschicklichkeit zu verbessern. Herz und Kreislaufsystem, der Gleichgewichtssinn und das Körpergefühl werden trainiert und die Ausdauer gesteigert.
Hiermit wird nicht nur die gesellschaftspolitische Dimension des Sports aufgegriffen, es findet sich auch die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Idee des Volksparks wieder. Gleichzeitig soll der öffentliche Raum für alle Menschen bewegungsfreundlich gestaltet werden. Bereits heute bietet sich dort die Trendsportart „Calisthenics“ („Street Workout“) an.
Begegnung und Bewegung für alle im Grünen. Naturerfahrung durch Bewegung in der Natur.

Urbaner Natur- und Artenschutz auf der Humboldtwiese steht dabei im Einklang mit Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Stadtgrün ist ein wichtiger Standortfaktor.
Viele Teilprojekte sind integriert, z.B. die Förderung von Wildblumen und ein Konzept zur Obstbepflanzung. Soziale Integration wird durch gemeinsames ehrenamtliches Engagement befördert – so z.B. durch die Pflanzung von über 30 Obstbäumen im Rahmen der Hanse-Obst-Initiative e.V. oder die Anlage einer großen Wildblumenwiese in 2017.
Mit aktiver Beteiligung gestalten die BürgerInnen vor Ort ein attraktives Lebensumfeld in ihrem Stadtteil. Es steht nicht die Fertigstellung im Vordergrund, sondern der Prozess, der durch diese Bürgerbeteiligung gekennzeichnet ist: von AnwohnerInnen der Siedlung Dornbreite über die Freiwillige Feuerwehr Schönböcken bis hin zu der Emil-Possehl-Schule, die als SchülerInnen-Projekt einen Info-Point errichtet hat.
So entscheiden das ehrenamtliche und soziale Engagement der BürgerInnen und die finanziellen Fördermöglichkeiten durch Spenden über den Projektablauf. Iin Abhängigkeit dessen schreitet die Realisierung des Bewegungsparcours auf der Humboldtwiese voran. Nach und nach werden weitere Elemente und Geräte ergänzt. Aktuell sind bereits 17 der 20 geplanten Geräte durch Spenden finanziert.
Durch diesen partizipativen Ansatz ist es mit gemeinsamen Kräften gelungen, ohne aufwendige Baumaßnahmen auf der Humboldtwiese mit ihren 4,7 ha Fläche eine Aufwertung einer zuvor nicht bewirtschafteten Grünfläche zu erhalten.
Die Humboldtwiese stellt damit nicht nur ein Pilotprojekt der wissensbasierten Stadtentwicklung dar, sondern empfiehlt sich zugleich als ein erfolgreiches Beispiel für kommunales Fundraising und Public-Private-Partnership.

Die Realisierung des Projektes erfolgt in Kooperation von Stabstelle Wissenschaft und den städtischen Bereichen Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz, Stadtgrün und Verkehr, Schule und Sport sowie Gesundheitsamt.
In der Interessengemeinschaft Dornbreite e.V., gegründet 1922, sind rund 330 Dornbreiter Familien organisiert, ein starker sozialer Verbund, eine wichtige Säule des Projekts mit identitätsstiftender Bedeutung für das gesellschaftliche Miteinander und die Aufwertung des Stadtteils.

Der Raum ist offen für Veranstaltungen zur Kommunikation und Wissensvermittlung in den Themen Sport, Gesundheit, Ernährung und biologische Vielfalt.
Mit einem "Wissensglobus", einem mobilen 360-Fulldome Kino, i zum 250. Geburtsjahr von Alexander von Humboldt wurde dieser Ort anl. der Auszeichnung UN-Dekade zum Experimentierraum im Grünen: Humboldtwiese 360°.
Nachhaltigkeit und Digitalisierung wachsen zusammen.

Die „Humboldtwiese“ ist ein Erlebnisraum, ein „Grünes Labor“: Lernen entsteht, wenn man selbst eine Erfahrung macht. Das Erleben fördert ein stärkeres Naturbewusstsein. Aktivitäten in der Natur tragen zum Wohlbefinden und zur Erholung bei.
Voraussetzung für ein neues Denken und Handeln ist das Wissen um die Zusammenhänge des Lebens und der Wechselbeziehungen mit unserem Wirken. Nur die Achtung vor der Schöpfung, nur die Wertschätzung von Vielfalt und Nutzen der Natur wird die Menschen bewegen, Rücksicht zu nehmen. Nur was man kennt, schützt man.

Unsere Wissensgesellschaft wird an Profil gewinnen, wenn es gelingt, über kreative Projekte die Teilhabe aller Menschen zu gewährleisten. Die „Humboldtwiese“ leistet hierzu ihren Beitrag.


Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Humboldtwiese ist Teil des übergreifenden Netzwerks „Essbare Stadt Lübeck“, eine Plattform für Initiativen und Projekte, in denen BürgerInnen in ihrer Nachbarschaft kreativ und gemeinschaftlich Freiräume erschaffen. So entstehen zusammen mit städtischen Partnern vor der eigenen Haustür „Stadtoasen“, die wachsen dürfen: Für ein gutes Miteinander, zum Gesunden und Genießen, zum Teilen von Wissen um die biologische Erzeugung von Obst, Kräutern und anderen Lebensmitteln und zur Weitergabe bewährter nachhaltiger Kulturtechniken. Mittlerweile gibt es ein Netzwerk von über 30 einzelnen Projekten. Wildblumenwiesen sind ein wichtiger Baustein der Essbaren Stadt und der städtischen Biodiversität. Aus diesem Grunde hat der Bereich Umwelt-, Natur und Verbraucherschutz mit Förderung der Stiftung Grönauer Heide und mit Unterstützung von AnwohnerInnen der Siedlung Dornbreite auf der Humboldtwiese ein nachhaltiges Projekt zur Förderung von regionalen Wildkräutern initiiert. Unsere heimischen Wildbienen, Schmetterlinge und zahlreiche andere Tiere profitieren von dem vielfältigen Nebeneinander blütenreicher Nahrungsquellen und geeigneter Nistplätze. Das Ausbringen von regionalem Saatgut und die regelmäßige Pflege der Wiese erhöht die Artenvielfalt, fördert die Tierwelt, dient dem Biotopschutz und erfreut durch den Farben- und Formenreichtum auch alle BesucherInnen. Das Thema Biologische Vielfalt wird in die Mitte der Gesellschaft getragen.


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Besuchen Sie uns

„Bewegungstreffpunkt Humboldtwiese“

Dornbreite – Grünfläche gegenüber Haus Nr. 138
23556 Lübeck - St. Lorenz Nord

Öffnungszeiten: Rund um die Uhr

Frau Susanne Kasimir / Ingrid Bauer Friedhelm Anderl
Tel.:+49(0)451 122 1320
susanne.kasimir@luebeck.de
http://www.humboldtwiese.wissen-luebeck.de

 

Weitere Infos

Hansestadt Lübeck in Kooperation mit der Interessengemeinschaft Dornbreite e.V.
Lübeck - St. Lorenz Nord

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