Sonderwettbewerb Soziale Natur

Streuobstwiese-Stahnsdorf: In jeder Jahreszeit ein Ort spannender Begegnungen

Alte und junge Obstbäume auf einer Streuobstwiese, Trockenrasen und knorrige Robinien, Bienen und eine Schafherde: Das und vieles mehr bietet ein 12 ha großes Gelände in Stahnsdorf im Südwesten von Berlin. Die Mitglieder des BUND und ehrenamtliche Helfer kümmern sich um dieses wunderschöne Biotop.
Die Diplom-Biologin Maren Heppchen bietet hier seit 2015 naturkundliche Veranstaltungen an, bei denen das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen im Vordergrund steht. Große und besonders kleine Besucher werden durch eigenes Entdecken an die faszinierende Welt einer Streuobstwiese herangeführt und sensibilisieren ihre Sinne für die spannenden Zusammenhänge in der Natur. Die Streuobstwiese mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt eignet sich dafür zu jeder Jahreszeit. Das Angebot ist besonders geeignet für Tagesausflüge von Kitakindern und Grundschulklassen, aber auch für höhere Altersgruppen. Naturerlebnisse, kombiniert mit praktischen Aktivitäten, bestätigen: Was die Neugier der Kinder erregt, prägt sich leichter ein, schult ihre Beobachtungsgabe und ist ausschlaggebend für ihren künftigen Umgang mit der Natur.
Jährlich nehmen durchschnittlich 200 Besucher an dem Umweltbildungsprogramm auf der BUND-Streuobstwiese teil. Dabei handelt es sich vor allem um Grundschulklassen. Aber auch Familien, die den Berliner Familienpass oder das Angebot der Bürgerstiftung Berlin nutzen, genießen die Wiese.

Die Geschichte der BUND-Streuobstwiese in Stahnsdorf:
Die ersten Kirschbäume wurden in den 1930er Jahren auf dem Gelände gepflanzt, das damals schon den Berliner Stadtgütern gehörte. Später kamen hochstämmige Apfelbäume dazu, in den 50er Jahren dann vorwiegend niederstämmige. Damit entwickelte sich eine Obstplantage. Seit 1996 ist der BUND Berlin Pächter und setzt sich für die Wiederherstellung und den dauerhaften Erhalt des Geländes als Streuobstwiese ein. Kennzeichnend für diese traditionelle Art des Anbaus von Obst ist die Zweietagennutzung. Die hochstämmigen Obstbäume meist unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Arten und Sorten dienen der Obsterzeugung. Die Wiesenflächen darunter werden als Grünland, entweder zur Heugewinnung oder direkt als Viehweide genutzt. Streuobstwiesen zählen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Der Erhalt dieses Lebensraums mit seiner artenreichen Tier- und Pflanzenwelt leistet einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der biologischen Vielfalt.

Der Arbeitskreis: Die ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises treffen sich jeden zweiten Sonntag im Monat, um gemeinsam Wiese und Bäume zu pflegen. Letzteres wird fachkundig von unserem Baumwart betreut. Jeder, der helfen möchte, ist herzlich eingeladen.

Die Schafe: Seit 2013 lebt eine Herde Ostpreußischer Skudden auf der Wiese. Die Schäferin trägt mit ihren Tieren durch maßvolles Abweiden dazu bei, dass die Wiese wieder ihren ursprünglichen Streuobstwiesen-Charakter erhält.

Die Bienen: Gleich zwei Bioland-Imker nutzen die Streuobstwiese für zeitweise 20 Völker. Die Bienen helfen bei der Bestäubung der Obstbaumblüten.

Die Umweltbildung mit Maren Heppchen: Ich bin Diplom-Biologin mit den Fächern Botanik, Zoologie und Biochemie. Als Biologie-Redakteurin bei der Schroedel Verlag GmbH und Cornelsen Schulverlage GmbH war ich 13 Jahre für die Erstellung von Schulbüchern, Handreichungen sowie digitalen Materialien verantwortlich. Seit 2014 übe ich diese Tätigkeit freiberuflich aus. Außerdem bin ich seit 2014 an verschiedenen Umweltbildungsprojekten beteiligt. Neben meiner Tätigkeit auf der BUND-Streuobstwiese in Stahnsdorf, führe ich Workshops für Kitagruppen im Rahmen des BUND-Projektes MEKKI (Mehr Klimaschutz im Kiez Steglitz) durch. Ich habe zahlreiche naturkundliche Veranstaltungen für Kitagruppen und Grundschulklasse auf der IGA 2017 durchgeführt und biete in dem Umweltbildungszentrum Kienbergpark biologische Workshops an.
Die BUND-Streuobstwiese besitzt eine ganz besondere Atmosphäre, die Kinder und Erwachsene sofort erspüren. Das weitläufige Gelände mit seinem alten und jungen Baumbestand sowie die weidende Schafherde verströmen viel Ruhe und man muss unweigerlich erst einmal tief durchatmen. Durch die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt gibt es dann an jeder Ecke etwas zu entdecken. Meine Veranstaltungen zur Umweltbildung richten sich vor allem an Kitagruppen und Grundschulklassen, aber auch Eltern mit ihren Kindern, die den Berliner-Familienpass oder das Angebot der Bürgerstiftung Berlin nutzen, besuchen mit mir die Wiese. Ich verbringe mit den Teilnehmern in der Regel drei Stunden auf der Wiese. Wir suchen Heilkräuter wie die Schafgarbe, das Pflaster der Wiese. Brennnesselsamen werden gekostet und jeder weiß danach, warum die Bauern in Frankreich diese vor dem Verkauf an ihre Pferde verfütterten. Die Kinder beobachten die so verschiedenen Nester der Roten Waldameise und der Glänzendschwarzen Holzameise. Sie staunen, dass sie selbst zwei Pferde tragen könnten, wären sie so stark wie eine Ameise. Dass jene einem Marienkäfer zum Schutz ihrer Blattläuse die Beine abbeißt, erscheint etwas gruselig. Die Kinder sammeln schillernde Mistkäfer und betrachten Grashüpfer mit der Becherlupe. Beim Picknick mit Streuobstwiesen-Honig lese ich ein Märchen vor. Wir beobachten bunte Schmetterlinge und danach gestaltet jeder eine Malvorlage eines heimischen Schmetterlings. So entsteht ein tolles Plakat für den Klassenraum. Je nach Jahreszeit pflücken wir Kirschen, Birnen oder Äpfel. Nun ist durch eigenes Erleben klar, woher das Obst kommt, das die Kinder häufig nur aus dem Supermarkt kennen. Einige Gruppen nutzen das gesammelte Obst für einen Projekttag in der Schule. Natürlich haben die Kinder auch die Möglichkeit, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen und ausgelassen herumzutollen. Ich stimme die Inhalte jede Veranstaltung mit den Lehrkräften bzw. betreuenden Personen ab. So kann ich die Interessen der Kinder, ihre Stärken und Vorkenntnisse berücksichtigen. Ein Besuch auf der Streuobstwiese ist ein tolles Erlebnis für die Klassengemeinschaft. Die Kinder können in der wunderschönen Umgebung frei miteinander umgehen, sie lernen sich besser kennen und entwickeln gemeinsam Ideen. Es ist berührend zu sehen, dass ausländische Kinder, die neu in der Klasse sind, auch ohne große Deutschkenntnisse, schöne Erfahrungen in der Gruppe machen. Spielerisch lernen sie zudem einen Teil der heimischen Tier- und Pflanzenwelt kennen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Streuobstwiesen sind ein altes Kulturgut. Sie gehören mittlerweile zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Der Erhalt dieses Lebensraums mit seiner artenreichen Tier- und Pflanzenwelt leistet einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der biologischen Vielfalt.
Kinder können im Rahmen der Umweltbildungsveranstaltungen Natur direkt erleben und in die Welt der Pflanzen und Tiere eintauchen. Sie werden durch eigene Erlebnisse für ihren späteren Umgang mit der Natur sensibilisiert.


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Besuchen Sie uns

BUND-Streuobstwiese in Stahnsdorf

Schenkendorfer Weg
14532 Stahnsdorf

Öffnungszeiten: Treffen des Arbeitskreises an jedem 2. Sonntag im Monat, Termine für Umweltbildungsveranstaltungen nach persönlicher Absprache

Frau Maren Heppchen
Tel.:0176/ 83715076
maren.heppchen@web.de
http://www.biologie-erleben.de

 

Weitere Infos

Maren Heppchen - Biologie erleben, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
Stahnsdorf

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