Sonderwettbewerb Soziale Natur

Wunderkammer Natur

In der Erfahrungswelt der Kinder spielen naturwissenschaftliche Phänomene per se eine Rolle. Es regnet, es öffnen sich Blüten bei Sonnenschein, Tiere geben unterschiedliche Laute von sich….
Die Kinder wollen ihre Welt begreifen, oftmals im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind in der Lage, Ideen zu entwickeln und Vermutungen aufzustellen, die durch eigene Versuche überprüft, verworfen oder bestätigt werden.
Wunderkammer Natur will Bedingungen für die Kinder schaffen, die Forschen, Entdecken und Lernen ermöglichen. Bei der Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen sollen Neugier, Interesse, Lernfreude und Freude am Lösen von Rätseln der Natur gefördert werden. Im Zusammenhang damit entwickeln die Kinder geistige Kompetenzen oder entwickeln vorhandene Kompetenzen weiter.
Unser Schulzentrum „Janusz Korczak“ besteht aus einer Förder-, einer Werkstufen-, einer Grund- und einer Gemeinschaftsschule. Die verschiedenen Schularten verteilen sich dabei auf zwei Standorte, die auf dem Konzept „Zwei Schulen unter einem Dach“ beruhen. Das Gebäude, welches die Förderschule und die Grundschule beherbergt, befindet sich im ländlichen Umfeld, in einem Vorort von Mühlhausen.
Um unsere Schülerinnen und Schüler der Förderschule und der Grundschule für Zusammenhänge der Natur zu begeistern und diese zu schützen, entstanden in den vergangenen Jahren mehrere Projekte.

Im Herbst 2006 entstand in unserer Schule die erste Idee, auf unserem großen, schönen Schulgelände einen Bibelgarten zu gestalten. Diese Idee hat „Kinder“ bekommen und wir haben einen „Schul-Bibel-Klang-Kunst-Garten“ geplant.
Der Name Bibelgarten steht inhaltlich für den Anbau von Pflanzen, die in der Bibel erwähnt sind, in Klostergärten wachsen,
nach Personen der Bibel, christlichen Begriffen oder nach Heiligen benannt sind , aber auch für Bilder zu biblischen Geschichten und einen Barfuß-Pfad aus organischen Materialien.
Der Begriff Klanggarten kam hinzu durch Klangelemente, wie Windharfen, Glücksbecken (Wasserschale), Gong, Hängexylophon und Chladnische Platten.
Unser Kunstgarten zeichnet sich aus durch Kunstelemente, wie die Tiere der Arche (von R. Klement), die Wanderung durch die Wüste (von U. Zänker), Keramik-Tonkugeln (von M. Walter) ein Weidenschiff als Arche und Sinneserfahrungen (Fußpfade-keramische Platten…). Persönlichkeiten wurden gefunden, die gemeinsam mit unseren Schülern diese „Werke“ schufen.
Neben diesen Elementen gibt es Schautafeln, Materialen und Hörkassetten für unsere Lernwerkstatt und Schüleruniversität, die zur Wissensvermittlung genutzt werden. Entstehende Materialien können dann auch von anderen Schulen oder Gästen ausgeliehen werden, wie unter anderem das Hörbuch zu unserem Schul-Bibel-Klang-Kunst-Garten, welches die Bedeutung der Pflanzen oder biblische Zusammenhänge/Geschichten erzählt.

Warum diese Idee?
1. Wir hoffen sehr, dass sich durch dieses Projekt Kinder– und Jugendgruppen sowie Menschen aus Nah und Fern für unser Projekt interessieren. Hier denken wir nicht nur an Besuche, sondern auch an Übernahme von Pflege von Gestaltungselementen bzw. Pflanzen. Gemeinsam ein „Werk“ schaffen, könnte ein guter Beitrag zur Integration, Kooperation und Teilhabe sein. „MITEINANDER – FÜR EINANDER“! „NICHT NUR NEHMEN – SONDERN AUCH GEBEN“!
2. Wir wünschen uns, dass der Garten von vielen interessierten Gästen besucht wird und sich dadurch Kontakte zu unseren Schülern entwickeln.
3. Wir möchten für unsere Schüler und Schülergruppen anderer Schulen ein Klassenzimmer im Freien bieten. Wir denken, dass dies auch eine neue und vielseitig nutzbare Idee ist, anstelle eines üblichen Schulgartens/Pausenhof. Unterrichtsinhalte aus Biologie-, Heimat- und Sachkunde-, Geographie-, Geschichte-, und Religionsunterricht werden wesentlich anschaulicher (auch entsprechend der Lernvoraussetzungen unserer Schülerschaft) vermittelt.
4. Wir tragen mit diesem Projekt auch zur Attraktivität des Ortes bei. Der Schulbibelklanggarten ist zu Schulöffnungszeiten für alle Interessierten offen.

Schüler mit hohem Unterstützungsbedarf lernen anders. Damit sie ihre Umwelt wahrnehmen, entdecken und verstehen können, brauchen sie konkrete sinnliche Erfahrungen. Um diesen Schülern die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren sowie die Wettererscheinungen in den verschiedenen Jahreszeiten wahrnehmbar zu machen, wurde der Sinnesgarten im Außenbereich der Schule erbaut. Nun wachsen dort duftende Pflanzen, die vom Rollstuhl aus betrachtet, erkundet und über den Geruch wahrgenommen werden können. Anhand der Pflanzen, Sträucher und Bäume können dann die Veränderungen in den Jahreszeiten ganz unmittelbar erfahren werden. Auf kleinen Rasenteppichen können die Kinder und Jugendlichen bei warmem Wetter das Gras und die Erde spüren, ihre Bewegungsmöglichkeiten ausprobieren und mit den Händen Grashalme zupfen.

In unserem Schulgarten können die Kinder Wissen rund um Natur und Umwelt erwerben. Das selbst angebaute Gemüse kann anschließend in unserer Sommerküche zubereitet und beim gemeinsamen Essen im Freien genossen werden.

Insbesondere unser Forscherhaus bietet unzählige Möglichkeiten auch sprachliche, soziale und motorische Kompetenzen zu entwickeln.
Die zu vermittelnden Inhalte im Forscherhaus orientieren sich an den Lehrplänen und Bildungsvorgaben Thüringens. Die Pädagogen und die wissenschaftliche Begleiter sind Assistenten, die die Kinder beim offenen, selbstbestimmten Erkunden naturwissenschaftlicher Fragestellungen unterstützen und den Kindern das Sammeln vielfältiger Erfahrungen ermöglichen. Das Forscherhaus ist nicht als Auslagerung von Unterricht in andere Räumlichkeiten gedacht. Durch den Perspektivwechsel wird eine Veränderung der Wahrnehmung erzielt, die Phantasie wird beflügelt. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für kreatives Forschen, die wiederum Grundlage für innovatives Denken ist. Forscherdrang und Interesse für Wissenschaft und an der natürlichen Umgebung sollen geweckt werden. Das bedeutet auch, dass es zum Erforschen einzelner Naturphänomene keinen starren Zeitrahmen für das Kind geben kann. Das multisensorische Erkunden steht im Vordergrund. Dabei ist es relativ bedeutungslos, an welchem Problem geforscht wird. Der Prozess des Erforschens, der Prozess der Erkenntnisgewinnung ist das Entscheidende.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Neben den biblischen Pflanzen im Schul-Bibel-Klang-Kunst Garten und den wahrnehmungsfördernden Pflanzen in den Sinnesgärten, wird insbesondere in und um unser neu eröffnetes Forscherhaus „Andreas Kieling“, den Kindern die Wichtigkeit von Biodiversität für unser Leben bewusst gemacht. Andreas Kieling, der Namensgeber und Schirmherr, will unser Projekt wissenschaftlich begleiten und in Zukunft Workshops für die Kinder und auch für die Mitarbeitenden gestalten. Für die Gestaltung saß eine Steuergruppe bestehend aus Mitarbeitern der Schule, Schülern, zwei Landschaftsarchitekten sowie wissenschaftlichen Begleitern von der NABU und der Vogelschutzwarte Seebach zusammen, um ein einmaliges und interessantes Projekt zum Leben zu erwecken. Die Freifläche um das Haus bietet alles, was ein kleines Forscherherz begehrt. Neben Plattformen, von denen aus die Flora beobachtet werden kann, sind unser Wildkaninchengehege und das Biotop Highlights, die es erlauben sich intensiv mit der Natur zur befassen. Vogelhäuser werden mit Kameras ausgestattet, um die Vögel bei der Aufzucht ihrer Küken zu beobachten. Die Pflanzen rings um das Forscherhaus wurden so ausgewählt, dass sie Tiere anlocken und ihnen Raum zum Leben bieten, z.B. Schmetterlinge, Igel etc.
Was die Kinder entdeckt haben, können sie schließlich im Haus erforschen: Mikroskope, Kameras, ein Lichttisch, Computerarbeitsplätze, ein Teleskop, Experimentierkästen und vieles mehr laden dazu ein.


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Besuchen Sie uns

Schulzentrum "Janusz Korczak"

Thomas-Müntzer-Weg 6
99998 Höngeda

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag innerhalb der Schulzeit von 08:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Frau Anne Fischer

https://www.muehlhaeuser-werkstaetten.de/forscherhaus_forscherhaus_de.html

 

Weitere Infos

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Höngeda

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