Plan Birke - forsch voran

Mit diesem Forschungs- und Bildungsvorhaben wollen wir ökologische Zusammenhänge im Wald greifbar machen. Die prominente, aber forstwirtschaftlich häufig vernachlässigte Birke dient uns als Versuchsbaumart, um Vorurteile und Halbwissen abzubauen. Im Zentrum des Projektes steht der Laubbaum mit der charakteristischen, weißen Spiegelrinde. Die Birke wird von den meisten Menschen sofort erkannt und ist darüber hinaus durch seine lange kulturgeschichtliche Verwendung emotional überaus positiv besetzt. Das Projekt stellt die ökologischen und forstwirtschaftlichen Potentiale der Birke, gerade auch mit Blick auf die bevorstehenden Klimaveränderungen in den Vordergrund. Der Aspekt der Biodiversität in unseren Wäldern spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Im Rahmen des Verbundprojekts werden verschiedene Teilprojekte umgesetzt:
1. Praxisnahe Forschung: auf 5 Wald-Versuchsflächen mit Kiefern und Birken erforschen wir den Wasserhaushalt
2. Bildungsangebote: „Wissenschaft macht Schule“ - Schüler*innen der Sekundarstufe lernen forstwissenschaftliche Themen kennen
3. Erlebnisausstellung: „Die Birke - Dame des Waldes“ - wir zeigen eine interdisziplinäre Ausstellung rund um die Birke
4. Forscher-App: Die App für zuhause und unterwegs - für Bürgerforscher und Waldinteressierte
5. Bildungsmaterialien: Der „Birkenkoffer“ bietet Experimente für Waldschulen und digital als Download
6. Waldwerkstatt: Fachveranstaltungen für Waldbesitzer und –bewirtschafter

Die Birke ist als gebietsheimische Baumart in nahezu allen Wald- und Forstgesellschaften des Norddeutschen Tieflandes vertreten. Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit und guten Regenerationsfähigkeit leistet sie einen bedeutsamen Beitrag zur biologischen Vielfalt und damit zur Anpassungsfähigkeit unserer Wälder an den Klimawandel.

Ein wichtiges Anliegen des Projekts ist es, die Öffentlichkeit für die Zusammenhänge des Klimawandels und die daraus abgeleiteten waldbaulichen Maßnahmen zu sensibilisieren. Komplexe Inhalte werden anschaulich aufgearbeitet und knüpfen an den Alltag der Menschen an. Die Voraussetzungen sind günstig, ist doch die Birke in der Öffentlichkeit positiv besetzt und wegen ihrer weißen Spiegelrinde allgemein bekannt.

Die im Rahmen des Projekts entstandene Ausstellung „Die Birke – Dame des Waldes“ lädt ein, mehr über die Birke, Biodiversität und Klimaschutz durch Wald und Holz zu erfahren und trägt somit verstärkt zur Sensibilisierung und Wissensvermittlung bei. Die in Eberswalde (Nordost-Brandenburg) verortete Ausstellung ist auch aus der Ferne, in einem 3D-Rundgang virtuell erlebbar.

Gleichzeitig werden eigene Forschungen zum Wasserhaushalt auf Birken-Waldflächen betrieben. Auf den festgelegten Untersuchungsflächen wird auch gemeinsam mit forschungsbegeisterten Laien geforscht. Die Ergebnisse dieser Bürgerforschung werden verwendet, um Wachstumsmodelle unter verschiedenen Klimaszenarien zu entwerfen. Durch die Einbindung der Öffentlichkeit möchten wir für die Belange des Waldes begeistern.

Mit unserer Bildungsarbeit laden wir dazu ein, sich intensiv mit der Birke und dem Ökosystem Wald zu beschäftigen. Im Projektteil "Wissenschaft macht Schule" ist die Arbeit der Waldwissenschaftler „zum Anfassen“ in didaktische Module verpackt. SchülerInnen der Sekundarstufen treten im Wald in Aktion. Zusätzlich entstehen Birken-Bildungskoffer, die mit unterschiedlichen Materialien und Methoden zum Erforschen anregen. Die Koffer selbst sind dabei an Brandenburger Waldschulen untergebracht, die didaktischen Anregungen digital für alle zugänglich.

Darüber hinaus wendet sich das Projekt auch an Entscheider aus den Bereichen Forst und Holzvermarktung. Im Projekt entstandene Handlungsempfehlungen werden durch Fachveranstaltungen kommuniziert und in Workshops diskutiert, um die wirtschaftlichen und klimawirksamen Produktionspotentiale der Birke im Sinne einer multifunktionalen Waldwirtschaft auszuschöpfen.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Wälder gehören zu den terrestrischen Ökosystemen mit der höchsten Artenvielfalt. Im Land Brandenburg dominiert jedoch die Nadelbaumart Kiefer mit ausgedehnten strukturarmen Reinbeständen. „Plan Birke“ stellt die Potentiale der Laubbaumart Birke in den Fokus.
Birken fördern die biologische Vielfalt in unseren Wäldern: Als Baumart, die sich frech und ungefragt in Reinbestände hineinschmuggelt, kann sie dort die Artenvielfalt stark erhöhen. Bis zu 100 Tierarten mehr gibt es im Nadelwald, wenn darin ein paar Birken vorhanden sind. Über 160 Insekten haben sich bei uns auf sie als Nahrungsquelle spezialisiert, 118 davon sind Großschmetterlinge.
Die Birke lässt viel Licht zum Waldboden durch. Damit können sich unter ihrer Krone lichtbedürftige Gräser und Kräuter ansiedeln, die wiederum Nahrungsgrundlage weiterer Tiere sind. Gleichzeitig verbessert ihr im Herbst herabfallendes Laub die Bodenqualität derart, dass sich vermehrt Kleinstlebewesen ansiedeln. Davon profitieren alle Pflanzen und Tiere im Wald.
Nach aktuell zunehmenden, großflächigen Schadereignissen wie Sturmwurf oder Waldbrand ist die Birke eine der ersten Gehölze, die zurückkehren und sich unter den schwierigen Verhältnissen ansiedeln können. Pioniere wie die Birke bilden einen wertvollen Vorwald. Abgelöst durch schattenertragende Baumarten wie der Buche, kehrt der Lebensraum Wald zurück. Für diese Übergangsphase liefert die Birke wertvolle Nahrung und Schutz vor extremen Bedingungen wie Kälte und Wind.


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Dokumente

Wissenschaft macht Schule - Infoflyer

 

Besuchen Sie uns

Ausstellung "Die Birke - Dame des Waldes" im Zentrum für Erneuerbare Energien

Brunnenstraße 26a
16225 Eberswalde

Öffnungszeiten: auf Anfrage sowie zu unseren Büroöffnungszeiten

Frau Danica Clerc
Tel.:03334-2779133
danica.clerc@sdw-brandenburg.de
http://www.plan-birke.de

 

Weitere Infos

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald LV Brandenburg e.V. (SDW), Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V. (FIB), Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB)
Eberswalde

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