Biologische Vielfalt in der Klimawerkstatt

Das Team der Grundschule Bayreuth- St. Georgen gestaltet gemeinsam mit Schüler*innen, Lehrkräften, Ehrenamtlichen und externen Fachleuten in der "Klimawerkstatt" auf dem Gelände des Schulgartens der Grundschule Bayreuth-St. Georgen Lebensräume für Pflanzen, Insekten, Wild- und Nutztiere und Menschen.

Unser Projekt "Klimawerkstatt" läuft seit dem Jahr 2012. Der Wettbewerbsgewinn des Bundesbildungsminsteriums war der Startschuss für eine rasante Entwicklung. Seit 2012 wurde in wöchentlichen Projekttagen unter Einbeziehung aller Schüler*innen und vieler Eltern und externer Partner das Gelände unter dem Aspekt biologische Vielfalt neu gestaltet. Lehrkräfte, Kinder, Eltern, externe Partner und am Nachmittag auch Gruppen aus dem Stadtteil trugen mit ihren Ideen zu dieser Umgestaltung bei. Die Bedürfnisse aller Beteiligten wurden bei der Anlage der unterschiedlichen Bereiche der "Klimawerkstatt" berücksichtigt.
Das Leitmotiv über allem war und ist, die biologische Vielfalt auf unserem Gelände zu fördern. Dabei sind mittlerweile folgende Bereiche von uns schwerpunktmäßig gestaltet worden bzw. in Planung:
- Hoch- und Hügelbeete im Feldversuch mit selbst hergestellter Terra Preta
- Sandmagerrasen zur Förderung der darauf spezialisierten Insektenarten
- Bienenweide als Nahrungsgrundlage für Bienen
- Hühner- und Kaninchenhaltung im Freigehege um die soziale Verantwortung der Kinder zu stärken
- Teich als Lebensraum für Molch, Kröte, Libelle
- Honigbienen als Bindeglied zwischen Kultur- und Naturlandschaft
- Schaffung von Ruhezonen für Menschen
- Schaffung von Erholungsräumen für heimische Tiere und Pflanzen um Übernutzung zu vermeiden

Seit der Änderung der Rahmenbedingungen des Kultusministeriums 2015 haben wir die Offene Ganztagsschule eingerichtet und in der 16-Uhr-Gruppe, genannt "Waldschule" auch hier den Fokus auf Ökologie und Natur und biologische Vielfalt gelegt. Damit hat unsere "Klimawerkstatt" nochmals eine höheren Stellenwert im Schulbetrieb und während der Ferienprogramme bekommen. Die Kinder verbringen nicht nur wöchentliche Projekttage draußen, sondern auch jeden Nachmittag auf dem Gelände und gestalten und genießen die Arbeit und Freizeit in der freien Natur. Wir beobachten seit des Starts der "Klimawerkstatt" ein deutlich besseres Verständnis der Kinder für natürliche Zusammenhänge, ein höheres Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt und eine höhere psychische Ausgeglichenheit. Darüberhinaus konnten ehrenamtliche Mitarbeiter gewonnen werden, die ihr Können und Wissen bei uns in die Arbeit einbringen, so z.B. ein Schreiner in Ruhestand, der bei allen Holzarbeiten hilft und so mit den Kindern zusammen Holzlager, Hühner- und Hasenställe mit Freigehege, Bienenbeuten etc. gebaut hat, einen Schmied der Rankgitter für Kletterpflanzen gemeinsam mit den Kinder schmiedet, einen Landschaftsgärtner, der bei Anlage des Feuchtbiotops half, den Hohlraumbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung der während der Projekttage mit den Kindern die Bodenschichten bis ca. 1,5 m Tiefe erschlossen und das Phänomen Boden umfassend und sachkundig bearbeitet hat. Auch eine völlig neue Elternmitarbeit hat sich aus dem Projekt entwickelt. Eltern, die sonst eher wenig Kontakt mit Bildungseinrichtungen halten, kommen an Projekttagen dazu und helfen z.B. beim Kochen in der Freiluftküche, wo einfache Gerichte aus naturbelassenen Lebensmittel aus der Ernte, zubereitet werden Reibekuchen, Kartoffeln mit Kräuterquark, Suppen, Börek, Arabische Leckereien, Nudelaufläufe, "Klimaburger . Auch bei den handwerklichen Herausforderungen finden sich immer wieder Talente aus Elternkreisen, die Kinder bei der Arbeit anleiten und unterstützen.

Die Biotope die oben aufgelistet wurden, entstanden und werden weiter bearbeitet an den Projekttagen und während der Nachmittage. Vormittags arbeiten immer ganze Klassen unter Anleitung unserer Natur- und bald Umweltpädagogin und Schulimkerin, gemeinsam mit Lehrkräften, unserer Mitarbeiter*in im FöJ, Eltern und ggf. externen Partnern. In der Regel haben die Projekttag mehrere Module an denen sich die Kinder nach Neigung beteiligen können. Nach der Begrüßung in der "Klimawerkstatt" werden diese Module vorgestellt und die Kinder entscheiden was sie tun. Je nach Anzahl und Witterung können es mehr oder weniger Module sein, in der Regel sind fünf Möglichkeiten im Angebot. Auf jeden Fall ist immer "Kochen", "Tierpflege", "Schnitzen und Bauen" dabei. An diesen Tagen ist immer der Fokus auf einem Schwerpunkt, z.B. Anlage eine Hochbeetes. Der Rahmen des Beetes wurde gemeinsam gemauert, die Füllung des Beetes eingebracht, die in einem Kontikiofen gemeinsam hergestellt Terra Preta untergemischt und die Ernteergebnisse aus diesem Hochbeet werden nun mit den Ergebnissen eines Hochbeetes ohne Terra Preta verglichen. Bei der Arbeit am Hochbeet hatten wir Unterstützung von einem Biologen der Umwelteinrichtung "Lindenhof" in Bayreuth, der auch tatkräftig mitgeholfen hat. Das Projekt "Klimawerkstatt" ist bei uns im Schulprogramm langfristig verankert. Der konkrete "Arbeitsplan für 2019 steht und die Naturpädagogin und zwei neue FöJ und die Waldgruppen der OGTS stehen in den Startlöchern. Seit unserem Start 2012 unseres Leuchtturmprojekts konnten wir schon viele mit dem "Klimawerkstattvirus" infizieren.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Aus dem Gelände des ehemaligen, monotonen Schulgartens mit Rasenbewuchs und einem Beet, wurde durch die Arbeit all der wirkenden Akteure ein Lebensraum , der biologische Vielfalt in großer Bandbreite par Excellence abbildet. Über die Jahre hat sich nicht nur der Schulgarten hin zur "Klimawerkstatt" verändert, auch die Menschen, die darin arbeiten und leben haben einen engen Bezug zum Naturraum, dessen Schutzbedürftigkeit, große Wertschätzung und ein positives Bewusstsein für Selbstwirksamkeit entwickelt.


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Dokumente

Jahresbericht - Waldschule

Regenwurmprojekt

Schulteich

Schmetterlinge

Flyer Waldschule-Offene Ganztagsschule

 

Besuchen Sie uns

"Klimawerkstatt" Grundschule Bayreuth-St.Georgen

Riedelsberger Weg 20
95448 Bayreuth

Öffnungszeiten: Montag-Freitag 8-16 Uhr

Frau Gabi Hemmer
Tel.:0921/7896410
g.hemmer@gsstg.de
http://www.gsstg.de

 

Weitere Infos

Förderverein der Grundschule St.Georgen
Bayreuth

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