Durch Erleben lernen- Die WaldErlebnisStation Ottersweier

Eine natur- und waldpädagogische Einrichtung der Gemeinde Ottersweier für Jung und Alt im mittleren Schwarzwald bei Hundseck mit Waldklassenzimmer, Rätsel-, Pirsch- und Balancierpfad.

Die WaldErlebnisStation (WESO) der Gemeinde Ottersweier liegt in den Hochlagen des mittleren Schwarzwaldes auf ca. 800 m ü. M.. Eingebettet in ausgedehnte Wälder, tief eingekerbte Täler und Schwarzwaldbäche bietet die Landschaft ein wahres Paradies für alle Naturbegeisterten, die einmal versuchen wollen, die biologische Vielfalt dieses Naturraums mit allen Sinnen hautnah zu erleben und zu erforschen.

Das Motto „Durch Erleben lernen“ zieht sich durch das Gesamtkonzept der WaldErlebnisStation. Ein Schwerpunkt der Einrichtung liegt darauf, den Wald und die Natur, Kindern und Jugendlichen aber auch Erwachsenen näher zu bringen. Die einzelnen Stationen und ihr weitläufiges Außengelände erlauben vor Ort eine intensive Beschäftigung mit dem Ökosystem Wald und ein phantasievolles Spielen in der Natur. Die WESO steht Schulen und Kindergärten aber auch anderen Gruppen zur Verfügung. Ca. 2.000 Besucher pro Jahr erkunden die Erlebnispfade rund um die WaldErlebnisStation. Das Stationsgebäude wird im Zeitraum April-Oktober rege gebucht von Schulen, Kindergärten, Behindertenorganisationen, für Fortbildungsveranstaltungen der Forstverwaltung und vom Lehrerseminar Freudenstadt. Für Kräuterwanderungen und viele Veranstaltungen im Rahmen von Kinderferienprogrammen ist die WESO beliebter Treffpunkt. Ob Blätter, Rinde, Fichtenzapfen oder Moos - Das Angebot des Waldes an Bastelmaterial ist unerschöpflich. Für kleine und große Waldforscher stehen Kescher, Becherlupen und Mikroskope bereit, um im Wald gesammelte "Schätze" genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Außenbereich mit einem Pirsch-, Rätsel- und Barfußpfad steht allen Waldbesuchern zur Verfügung. Neben der Möglichkeit den Wald selbstständig zu erforschen, bietet die Gemeinde auch Führungen mit dem zuständigen Förster an. Den Besuchern kann somit ein noch individuelleres und zugleich intensiveres Programm angeboten werden.
Den Wald und dessen biologische Vielfalt mit allen Sinnen zu erforschen ist wortwörtlich zu verstehen und wird an den einzelnen Stationen nochmals verdeutlicht. Eine spannende At-traktion für Klein und Groß bietet dabei der rund 70 Meter lange Balancierpfad. Vom Balken hinauf auf die Holzpoller, weiter auf ein dickes Seil und ähnlich wie ein Eichhörnchen von Seil zu Seil schwingen. Hier ist neben der richtigen Balance auch die Fähigkeit des vorausschauenden Denkens gefragt. Wie setze ich meine Schritte richtig, um nicht vom Weg abzukommen?
Wer sich am angrenzenden Rätselpfad mit einem Fragebogen ausrüstet, kann die Waldmeisterprüfung ablegen. Dazu müssen an 16 Stationen mindestens 12 richtige Antworten angekreuzt werden. Je nach Alter stehen verschiedene Fragebögen zur Verfügung. Wer hat an den Fichtenzapfen genagt - Maus, Specht oder Eichhörnchen? Welche Holzsortimente können aus einem Baumstamm gesägt werden? Welche Aufgaben erfüllt die Forstwirtschaft und woher stammt eigentlich die Holzkohle im Waldboden? Diese und weitere Fragen runden das Rätsel ab. Am Ende steht ein Lösungsautomat, an dem die Richtigkeit des Fragebogens sofort überprüft werden kann.
An der nächsten Station, dem Barfußpfad, heißt es nun Schuhe und Strümpfe ausziehen, um die Natur am eigenen Körper zu erspüren. Wie fühlen sich verschiedene Naturmaterialien im Wald an? Wie weich und wohltuend fühlt sich Moos im Vergleich zu spitzen Fichtenzapfen oder Ästen an? Die kostenlose Massage von Laubstreu und Tannennadeln bieten dabei einen harten Kontrast zur oftmals urbanisierten Landschaften in der beispielweise Kinder oder auch Erwachsene immer weniger die Möglichkeit haben, solche Erfahrungen hautnah zu erleben.
Zuletzt hat der Besucher die Möglichkeit den Fokus auf die Wahrnehmung der Umwelt und im speziellen auf den Wald zu richten. Nach dem Motto „Auf leisen Sohlen zu den Tieren des Waldes“, können auf dem etwa 500 Meter langen Rundweg die Tiere des Waldes entdeckt werden. Wer kann dabei alle Tiere finden und bestimmen? Wie bewegt sich ein Fuchs und ist das Reh die Frau vom Hirsch? All diese Fragen werden entlang des Pfades beantwortet. Fähigkeiten wie genaues Beobachten und Erkennen von Tieren sind hier gefragt.
Neben den bereits genannten Stationen können die Besucher weitere Themenbereiche erforschen. So bietet beispielsweise ein Krötenteich die Möglichkeit, den Lebensraum von Amphibien und weiteren Wasserlebewesen genauer unter die Lupe zu nehmen. Der in der nähe gelegene Gressbach ergänzt zudem diesen Lebensraum. Zuletzt bietet ein neu errichtetes Insekten- und Wildbienenhotel die Möglichkeit einen Einblick in deren spannende Lebensweise zu erhalten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

An die Station angrenzend befindet sich ein Schonwald und das FFH (Fauna-Flora-Habitat) Gebiet Talschwarzwald. Als Teil des Vogelschutzgebietes Nordschwarzwald bietet die Landschaft einer Vielzahl an Vogelarten einen wichtigen Lebensraum. Die WESO befindet sich zudem in einem Landschaftsschutzgebiet und im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Typisch sind dabei naturnahe und urwüchsige Mischwälder mit Weißtannen. Hier finden viele seltenen Tier- und Pflanzenarten ideale Voraussetzungen um zu Überleben. Die über Jahrhunderte entstandene Kulturlandschaft aus Wiesen, Wäldern und Weiden sind typisch und charakteristisch für diese Gegend.
Der Mensch, der in diesen Lebensräumen wohnt, arbeitet oder seine Freizeit verbringt ist dabei ein Teil eines noch viel größeren Ökosystems, dass sich immer wieder durch individuelle Bedürfnisse beeinflusst. Zukünftig wird es immer wichtiger sein, an der Schnittstelle zwischen Mensch und Natur gezielte Kenntnisse und Zusammenhänge zu vermitteln, die ein Zusammenleben in den verschiedenen Ökosystemen ermöglicht. Genau an dieser Stelle setzt das Konzept der WESO an. Die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen, die im Wald vorkommen, können dabei erforscht, gezeigt und erlebbar gemacht werden. Immer wieder ist der Besucher dabei aufgefordert, durch Beobachtungen und Eigeninitiative gezielt Lebensräume zu erkennen und diese zu verstehen. Auf diese Weise können auch zukünftigen Generationen ein nachhaltiger Umgang mit der Natur vermittelt werden.


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Dokumente

Liste der besonderen Schutzgebiete, Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensraumtypen

 

Besuchen Sie uns

WaldErlebnisStation Ottersweier an der Schwarzwaldhochstraße

B 500 Schwarzwaldhochstraße; ca. 500 m ausgeschilderter Fußweg (Auerhahn-Symbol)
77833 Ottersweier (postalisch 77815 Bühl-Hundseck)

Öffnungszeiten: Waldklassenzimmer auf Anfrage; Erlebnispfade von April bis November frei zugänglich

Frau Helga Gutmann
Tel.:07223/9860-45
Helga.Gutmann@ottersweier.de
http://www.ottersweier.de

 

Weitere Infos

Gemeinde Ottersweier
Ottersweier (postalisch 77815 Bühl-Hundseck)

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