Unterricht in der Natur

Raus aus dem Klassenraum - rein in die Natur: Wer kennt sie nicht, die "Vogelhochzeit"? Das Kinderlied ist in aller Munde. Aber nur wenige kennen die Vogelarten, von denen das Lied erzählt. Manche dieser Arten gibt es in Hessen nicht mehr. Andere, wie Lerche oder Drossel, sind den meisten Kindern unbekannt. Den Uhu halten sie für einen Klebstoff, den Kuckuck für ein Pfandsiegel und tragen den Salamander am Fuß. In die Kinderzimmer haben Fernseher und Computer Einzug gehalten. Naturerlebnis ist zum exotischen Vergnügen für Randgruppen geworden. Daraus folgt wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Umweltveränderungen oder der Bedeutung der biologischen Vielfalt. Die Schule kann diesen Trend nicht aufhalten. Es mangelt an entsprechend ausgebildeten Lehrkräften. Die klassische Biologie, der Umgang mit Pflanzen und Tierarten, ist an den Universitäten auf dem Rückzug und findet in der Lehrerausbildung kaum noch statt.

Die HGON wurde vor mehr als 40 Jahren gegründet. Sie ist mit annähernd 1.400 Mitgliedern die größte ornithologische Landesvereinigung im deutschsprachigen Raum. Neben ihrem naturkundlichen Auftrag zählt die HGON zu den Schwergewichten im hessischen Naturschutz. Sie ist der größte private Flächenbesitzer im Naturschutz Hessens und die Mehrzahl der hessischen Naturschutzgebiete geht auf ihre Initiative zurück.

OVAG und HGON bringen Schüler in die Natur. Unter dem Motto "Hier gibt's ordentlich Natur" (HGON) können sich sechs Schulklassen um jeweils drei naturkundliche Vormittage mit HGON-Experten bewerben. Der Wettbewerb wird in "Unser Oberhessen" ausgeschrieben. Beteiligen können sich Schulklassen aus dem Versorgungsgebiet. Jeweils zwei Klassen der Sekundarstufe (5. bzw. 6. Klasse) aus Vogelsbergkreis, der Wetterau und dem Landkreis Gießen gewinnen.

Die Gewinner bekommen naturkundliches Wissen in die Schule gebracht, zentrales Thema dabei ist die biologische Vielfalt Hessens. Auf jeweils drei Entdeckungsreisen in die Umgebung der Schule wecken die HGON-Experten die Begeisterung für das verborgene Leben vor der Haustür. Im Vordergrund steht das direkte Naturerlebnis, Spiele, Experimente und Beobachtungen. Jeder der drei Vormittage hat dabei ein anderes Thema. Dieses können die Schulen aus einer kleinen Auswahl selbst bestimmen. Dabei kann es beispielsweise um Vögel gehen: Welche Vogelarten gibt es und wer singt wie? Was sind die Anpassungen verschiedener Vogelarten und wie schützen wir unsere heimische Vogelwelt? Wer weiß, welche Vögel bei der Exkursion alle beobachtet werden können.

Weitere Themen sind zum Beispiel Wald, Gewässer oder Insekten (Wiese). Es werden die jeweiligen Habitate gemeinsam mit den Kindern aufgesucht, um auf eine spannende Entdeckungsreise zu gehen und die Bewohner der jeweiligen Lebensräume kennenzulernen. Welches Tier bewohnt welches Stockwerk im Wald? Leben im Bach andere Tierarten als im Teich? Und was hüpft eigentlich alles auf unseren Wiesen umher? Es gibt viel Spannendes zu entdecken! Ein eher botanisches Thema bietet die Naturapotheke, bei welchem die Kinder mehr über essbare Pflanzenarten ihrer Heimat lernen und dabei auch gleich in praktischen Übungen gezeigt bekommen, wie lecker diese beispielsweise in Quark oder als Salat schmecken können.
Je nach Thema kommen unterschiedliche Materialien wie Schautafeln, Lupenbecher oder Kescher zum Einsatz. Im Vordergrund steht die eigenständige Entdeckung der Artenvielfalt vor der eigenen Haustür, unterstützt durch die HGON-Experten.

Kosten:
Die HGON arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich. Die Betreuung von Schulklassen in den Vormittagsstunden fällt aber in die Arbeitszeit der meisten Ehrenamtlichen. Zudem erfordert die Arbeit mit Kindern, neben der Kompetenz in der Sache, pädagogisches Geschick und Einfühlungsvermögen. Wir setzen deswegen geschulte HGON-Experten ein, die für Ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung erhalten. Neben dieser Aufwandsentschädigung fallen Kosten für die Organisation und Unterrichtsmaterialien an. Sämtliche Kosten des Projekts übernimmt die OVAG, sodass für die Schulen keinerlei Kosten entstehen.

Nähere Stundenbeschreibung:
Die Referenten sind gemeinsam mit den Kindern unterwegs und als Ansprechpartner anwesend, lassen diese aber eigenständig den jeweiligen Lebensraum erkunden. Spezielle Unterrichtsmaterialien zum jeweiligen Thema gibt es nicht. Jeder Referent setzt andere Schwerpunkte bei den jeweiligen Themen, gestaltet die Exkursion nach seinem Ermessen und bringt ggf. auch zusätzliche Materialien wie Schautafeln oder Fanggefäße etc. mit. Im Wald suchen die Kinder nach Insekten, Spinnen, Pflanzen und Pilzen, lernen etwas über die verschiedenen Bewohner des Waldes, die Stockwerke des Waldes und dessen Schutz. Beim Thema Gewässer werden der Lebensraum Fließgewässer und/oder Stillgewässer behandelt und verglichen. Den Kindern werden die unterschiedlichen Lebensräume nähergebracht und die unterschiedlichen Lebewesen vor Ort gezeigt. Dafür haben unsere Referenten Kescher im Gepäck, so dass die Kinder in die faszinierende Welt unter Wasser eintauchen können. Beim Thema Insekten sollen die Kinder auf der Wiese ebenfalls eigenständig die Insektenwelt erkunden. So fangen die Kinder unterschiedliche Insekten- und Spinnenarten und unsere Referenten zeigen Besonderheiten auf, erklären dem Umgang mit den Tieren, sowie die Artenvielfalt und deren Schutz. Bei der Naturapotheke oder „aus der Natur Nutzen ziehen“ liegt der Fokus auf der Botanik. Bei einem Kräuterspaziergang werden den Kindern verschiedene Wildpflanzen, die zum Verzehr geeignet sind, vorgestellt. Im Anschluss werden einige der Pflanzen direkt verarbeitet, so dass die Kinder erleben können, dass nicht nur das Gemüse aus dem Supermarkt lecker sein kann.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Zentrales Thema des Projekts ist die biologische Vielfalt Hessens.


Bild 1

Dokumente

HGON_Mittelpunktschule_Wartenberg.pdf

Gewinner-Rückblick HGON.pdf

OVAG-konzept2.doc

 

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Mai 2019

Hanauer Strasse 9-13
61169 Friedberg

Öffnungszeiten: 8-15 Uhr

Frau Anne Naumann

https://www.ovag-gruppe.de/konzern/engagement/schule-jugend/unterricht-in-der-na

 

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