Regionalpark-ScienceTours: Forschendes Lernen in der Region

Die Regionalpark-ScienceTours sind ein für alle Schulformen und Schulklassen der Sekundarstufe I kostenlos angebotenes Kooperationsprojekt des Regionalpark RheinMain, der Goethe-Universität Frankfurt und des Regionalverbands FrankfurtRheinMain. In insgesamt drei Touren werden die Themen Biodiversität, Klima und Mobilität an unterschiedlichen außerschulischen Lernorten behandelt. Dabei wurde Wert darauf gelegt, die Touren so zu konzipieren, dass diese an Unterrichtsinhalte und Denkprozesse anknüpfen sowie Lernen und Forschen - im wissenschaftlichen Sinne - auf eine explorative Art und Weise vor Ort zu ermöglichen. Im Fokus der Touren steht dabei, sich mit verschiedenen Ökosystemen auseinanderzusetzen und zu klären, wie anthropogene Einflüsse sich auf die lokale Biodiversität und unsere Gesundheit auswirken können (siehe jeweilige Projektbeschreibung).

Die „Regionalpark ScienceTours“ als Kooperationsprojekt des Regionalpark RheinMain, der Goethe Universität Frankfurt und des Regionalverbands FrankfurtRheinMain haben sich seit 2016 erfolgreich an der Schnittstelle zwischen Universität und Schule etabliert. Dabei umfasst das Angebot insgesamt die drei Touren „Biodiversität“, „Klima“ und „Mobilität“, die sich in der Metropolregion Frankfurt-RheinMain und deren Umland großer Beliebtheit erfreuen. In den vergangenen Jahren haben bereits 58 Lerngruppen von 37 verschiedenen Schulen, insgesamt nahezu 1300 Schülerinnen und Schüler, an den Regionalpark ScienceTours teilgenommen und auch in 2019 zeichnet sich durch die bisher eingegangenen Anmeldungen ab, dass weitere 30 Tourtermine durchgeführt werden.
Die Touren sind für alle Schulformen und Schulklassen der Sekundarstufe I ausgelegt und werden kostenfrei angeboten. Nach der Anmeldung erhalten die Lehrkräfte ein gesondertes Lehrerheft um den Tour-Tag vor- und nachbereiten zu können. Am Tag der Tour bekommen alle Schülerinnen und Schüler ein Schülerheft, in dem alle Stationen und Arbeitsaufträge des Tages didaktisch aufbereitet sind. Das Schülerheft wird genutzt, um die Ergebnisse des Tages zu dokumentieren. Jede Tour fokussiert anteilig Themenfelder der unterschiedlichen Unterrichtsfächer und verschiedenen Fachbereiche an der Universität (u.a. Biowissenschaften und (Human)Geographie).
Die Tour „Biodiversität“ beschäftigt sich mit Themen und Methoden der Gewässerökologie und der Frage „Wie geht‘s denn eigentlich dem Schwalbach im Taunus?“. Die Teilnehmenden sollen dabei das Tätigkeitsfeld eines Limnologen näher kennenlernen und vor Ort am Schwalbach selbstständig eine Gewässeranalyse durchführen. Dabei erforschen sie einige wichtige chemische und physikalische Parameter des Schwalbachs und dessen Artenvielfalt um eine Aussage über die Gewässergüte treffen zu können. Darüber hinaus erfassen und diskutieren sie anthropogene Einflüsse auf den Gewässerverlauf. Die Ergebnisse werden nach jeder Station im Plenum diskutiert und festgehalten und sollen so zu Denkanstößen führen, was die gesammelten Ergebnisse für das Ökosystem und den Erhalt biologischer Vielfalt vor Ort sowie unsere eigene Gesundheit bedeuten könnten.
Die Klima-Tour richtet das Augenmerk auf das Unterrichtsfach Erdkunde mit dem Schwerpunkt auf Stadtklima und der Fragestellung „Wieso herrscht in Städten ein anderes Klima als im Umland?“. Der Tourort, der Wetterpark in Offenbach, welcher sich am Stadtrand befindet, setzt schon mit der Anreise der Schüler einen stillen Impuls und Kontrast zwischen Stadt und Umland. Im ersten Teil der Tour werden die Schüler durch den Wetterpark geführt und erhalten so einen Überblick über Wetter- und Klimaphänomene. Im zweiten Teil der Tour erforschen die Schüler an insgesamt drei Stationen das Stadtklima, dessen Einflussfaktoren (z.B. Wärmespeicherung von Baumaterialien mittels Wärmebildkamera analysieren) und vergleichen diese mit dem Umland. Daran gliedert sich dann die Frage an, was dies für die biologische Vielfalt und das Wohlbefinden des Menschen sowie deren Gesundheit in Ballungszentren bedeuten könnte.
Die dritte Tour behandelt das Thema Mobilität im Spannungsfeld zwischen (Human)Geographie, PoWi sowie Ökologie mit der Fragestellung „Wie sieht der Verkehr von Morgen aus?“. Sie beschäftigt sich mit den anthropogenen Einflüssen der heutigen Zeit mit Blick auf die Infrastrukturen, die es uns ermöglichen, Waren zu transportieren und Personen zu befördern. Diesen schnell voranschreitenden Wandel kann man an der Aussichtsbastion in Flörsheim am Main, direkt an der A3 gelegen, authentisch erleben. Man blickt in Richtung Frankfurt direkt auf die siebenspurige Autobahn mit unmittelbar seitlich parallel verlaufender ICE-Trasse und kann die Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen beobachten. Auf der anderen Seite der Bastion bietet sich ein konträres Bild: Man blickt über Felder, Wiesen und auf die kleinen Stadt Flörsheim, der man einen geradezu idyllischen Charakter zuschreiben würde, wenn der Lärm des Verkehrs nicht wäre. Hier setzt dann auch die Tour an. Was bedeutet ein hohes Verkehrsaufkommen für den Menschen und dessen Wohlbefinden als Individuum sowie als Teil einer fortschrittlich ausgerichteten Gesellschaft, für die Natur und biologische Vielfalt einer Region? Die Schüler messen das Verkehrsaufkommen innerhalb von 10 Minuten in Richtung Frankfurt und aus Richtung Frankfurt kommend. Sie berechnen daraus exemplarisch CO2-Werte, die durch Mobilität verursacht werden. Sie setzen das Ganze dann in Bezug zu möglichen Auswirkungen auf die durch erhöhte Mobilität und von den Verkehrswegen beeinflussten Ökosysteme. Im nächsten Teil der Tour wird erforscht, welchen Schalldruck Mobilität verursacht und welche Maßnahmen zu einer Reduzierung führen können. Am Ende der Tour soll in kleinen Gruppen der Verkehr der Zukunft im Sinne visionärer Ansätze auf Papier skizziert sowie diskutiert und im Plenum präsentiert werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Schülerinnen und Schüler sollen in allen drei Touren mit (anthropogenen) Einflussfaktoren auf unterschiedliche Ökosysteme konfrontiert werden, mit dem Ziel Denkprozesse anzuregen, was dies für die biologische Vielfalt regional und für unsere Gesundheit (hohe Temperaturen in Großstädten, belastete Gewässer, hohe Schalldruckpegel durch Verkehr) bedeuten könnte. Während der Biodiversitäts-Tour erforschen Schülerinnen und Schüler beispielsweise hautnah, was im heimischen Bach lebt und wächst in Abhängigkeit von biotischen und abiotischen Faktoren, die auch anthropogenen Ursprungs sein können, und sich auf den lokalen Kreislauf des Wassers auswirken. Hier findet zugleich auch eine Sensibilisierung für das Thema Biodiversität statt, denn nicht alle Lebewesen (Zeigerorganismen), die bei den gegebenen physikalischen Parametern vorkommen könnten, findet man auch vor Ort. Die Schüler merken dann schnell, dass chemische Parameter sowie die Gewässerstruktur auch noch eine wichtige Voraussetzung sind und einen Einfluss auf die biologische Vielfalt haben.
Alle Touren zeichnen sich durch eine spannende Aufbereitung der Fragestellungen an authentischen Lernorten aus in Kombination mit explorativen Experimenten. Die Auseinandersetzung mit der natürlichen, bebauten und sozialen Umgebung soll im Vordergrund stehen und eine Grundverständnis für biologische Vielfalt und Gesundheit des Einzelnen fördern.


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Dokumente

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3 Standorte der Projekte; Termine und Zeitpunkte wann diese stattfinden können gerne erfragt werden

Max-von-Laue-Straße 13; Biologicum; Raum -1.409
60438 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: in der Regel 9-13 Uhr an den ausgeschriebenen (und belegten) Terminen

Herr Christian Dietz
Tel.:+49(0)69 798-42278
kontakt@regionalpark-sciencetours.de
http://www.regionalpark-sciencetours.de/

 

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