Eremiten im Klosterwald Maria Eich

Im westlichen Landkreis München liegt um die Wallfahrtskirche Maria Eich ein kleines Eichen-Hainbuchenwald-Relikt mit herausragender Bedeutung für die biologische Vielfalt in Bayern.
Zur Erhaltung der jahrhundertealten Biotoptradition mit ihrem außergewöhnlichen Artenspektrum hat sich eine besondere Allianz zusammengefunden. Sie hat gemeinsam ein zukunftsfähiges Entwicklungskonzept erarbeitet, das sukzessive umgesetzt wird.

Jahrhunderte lang genossen Eichen in den Wäldern rund um München wegen ihres stabilen Holzes und ihrer nahrhaften Früchte fürstlichen Schutz. Heute existieren nur noch wenige Relikte dieser ehemals verbreiteten Hutewälder. Im Wald bei Maria Eich ist die Vergangenheit noch lebendig. Mehr als 50 uralte und knorrige, teils absterbende, vereinzelt auch bereits tote, Eichen zeugen von der historischen Wald-Weide-Nutzung.
Im Rahmen einer nur einjährigen Untersuchung konnten 238 Holzkäferarten und damit ein Sechstel der rund 1.370 xylobionten Käferarten Deutschlands nachgewiesen werden. Unter den 88 Arten der Roten Listen, sind auch mindestens acht Urwaldreliktarten, darunter der Eremit (Osmoderma eremita) und der Schwarzbraune Kurzschröter (Aesalus scarabaeoides), Deutschlands seltenste Hirschkäferart.
Nicht zuletzt wegen der beeindruckenden Ergebnisse haben die Bayerischen Staatsforsten – Forstbetrieb München, die Gemeinde Planegg und der Landkreis München auf staatlicher sowie das Erzbistum München und Freising und das Augustiner-Kloster Maria Eich auf kirchlicher Seite zu einer besonderen Allianz zusammengefunden. Ziel der Partner ist es, den bedeutsamen Waldrest mit seiner jahrhundertealten Biotoptradition und außergewöhnlichen biologischen Vielfalt „über die Zeit“ zu bewahren.
Auf Basis der Kartierungsergebnisse und Empfehlungen der Spezialisten, wurde ein dynamisches Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeitet. Es sieht vor, Methusalem- und Alt-Bäume bis zum natürlichen Zerfall zu erhalten. Zudem sollen auf einer Fläche von 40 Hektar ausgewählte Biotopbäume gefördert und der Totholzanteil stark erhöht werden. Um eine störungsarme Waldentwicklung zu ermöglichen, wird der Besucherverkehr gelenkt. Zur Förderung der Insektenfauna werden im Waldumfeld artenarme Grünflächen in blütenreichen Wiesen umgewandelt. Die Bevölkerung wird im Rahmen von Ausstellungen und Führungen über die besondere Bedeutung des Gebiets für die Waldbiodiversität im Raum München informiert.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die Projektmaßnahmen dienen der Erhaltung und Förderung der Flora und insbesondere der Fauna alter sturkturreicher Eichen-Hainbuchen-Wälder, wie es sich heute in Deutschland kaum noch gibt.


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Dokumente

Projektskizze

Ausstellungsrollups

 

Besuchen Sie uns

Wallfahrtskapelle Maria Eich - Ansprechpartner Landratsamt München

Frankenthaler Str. 5-9
81539 München

Öffnungszeiten: ganztags

Herr Michael Wagner
Tel.:089/6221-2367
wagnerm@lra-m.bayern.de
http://www.landkreis-muenchen.de/themen/tiere/urwaldkaefer-im-klosterwald-maria-eich/

 

Weitere Infos

Allianz zum Schutz des Klosterwaldes Maria Eich
München

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