F.R.A.N.Z. – Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft

Im Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft) entwickeln und erproben Landwirte und Naturschützer gemeinsam auf bundesweit zehn landwirtschaftlichen Demonstrationsbetrieben praxistaugliche und betriebswirtschaftlich tragfähige Maßnahmen zur Steigerung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft. Ökologische und sozioökonomische Forschungen liefern Erkenntnisse sowohl zur naturschutzfachlichen Wirksamkeit als auch zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit der umgesetzten Maßnahmen. Ziel ist die Übertragung der erfolgreich erprobten Maßnahmen auf andere Betriebe deutschlandweit.

Biologische Vielfalt ist eine wichtige Grundlage für intakte Ökosysteme und damit auch für die Landwirtschaft. Die weltweit wachsende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten auf der einen und die Bewahrung der Artenvielfalt auf der anderen Seite führen häufig zu Zielkonflikten. Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. hat es sich zur Aufgabe gemacht, effiziente Biodiversitätsmaßnahmen zu entwickeln und zu erproben, die dieser Herausforderung nachkommen. Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft“ zeigt F.R.A.N.Z., dass eine moderne, leistungsfähige Landwirtschaft mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt vereinbar ist.
Im F.R.A.N.Z.-Projekt werden Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt in intensiv genutzten Agrarlandschaften entwickelt und erprobt, die neben dem naturschutzfachlichen Nutzen auch gut in die betrieblichen Abläufe integrierbar und gleichzeitig für den Landwirt wirtschaftlich tragfähig sind. Die Maßnahmen werden unter Einbeziehung aller Projektpartner aus Landwirtschaft und naturschutzfachlicher Forschung partizipativ und kooperativ entwickelt.
Die Erprobung der aktuell insgesamt 14 verschiedenen und gemeinsam zwischen Landwirtschaft und naturschutzfachlicher Forschung erarbeiteten Maßnahmen im Ackerbau und Grünland erfolgt deutschlandweit auf zehn Demonstrationsbetrieben. Die Betriebe sind repräsentativ über Deutschland verteilt und jeweils typisch für ihre Region. Dies bietet die Voraussetzung für die Entwicklung von bundesweit anwendbaren Konzepten. Im 2. Jahr wurden auf durchschnittlich mehr als 5 % der Betriebsflächen Maßnahmen umgesetzt. Die umfassende ökologische und sozioökonomische Forschung liefert Erkenntnisse sowohl zur naturschutzfachlichen Wirksamkeit als auch zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit der umgesetzten Maßnahmen. Erste positive Beobachtungen im Hinblick auf die Ökologie liegen bereits vor: So führen Extensivgetreideflächen und Feldlerchenfenster in großen Wintergetreideschlägen beispielsweise zu höheren Feldvogeldichten. Ebenso verzeichnet wurde eine höhere Anzahl an Wildpflanzen im Extensivgetreide gegenüber normalen Getreidebeständen sowie eine höhere Anzahl an Schmetterlingen auf Blühstreifen als auf Vergleichsflächen.
Um die erfolgreich erprobten Maßnahmen auf andere Betriebe bundesweit übertragen zu können, werden neben einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit die Hemmnisse im bestehenden Förder- und Ordnungsrecht identifiziert. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt werden an die politischen Entscheidungsträger in Ministerien und Parlamenten in Berlin und Brüssel kommuniziert und fließen somit in die Weiterentwicklung der Agrar- und Umweltpolitik ein. Ein erstes Ergebnis ist die „F.R.A.N.Z.-Studie - Hindernisse und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft“, welche den politischen Vertretern auf nationaler und europäischer Ebene bereits vorgestellt wurde.
Mit verschiedenen Instrumenten und Veranstaltungsformaten wird die Einbindung externer Stakeholder in das Projekt sichergestellt. Neben Print- und Online-Kommunikationsmitteln setzt das Projekt auf Dialog im Rahmen verschiedener Veranstaltungen.
Das Verbundprojekt F.R.A.N.Z. ist auf zehn Jahre angelegt und wird von der Umweltstiftung Michael Otto und dem Deutschen Bauernverband durchgeführt. Wissenschaftlich begleitet wird es durch die Thünen-Institute für Ländliche Räume, Betriebswirtschaft und Biodiversität sowie die Universität Göttingen und das Michael-Otto-Institut im NABU. Die in den Projektregionen ansässigen Landesbauernverbände und deren Kulturlandschaftsstiftungen sowie weitere Partner vor Ort betreuen und beraten die Demonstrationsbetriebe.
Der Dialog innerhalb und außerhalb des Projektes und die Demonstration der Umsetzbarkeit von Maßnahmen auf den Betrieben sorgen für Transparenz, Akzeptanz und Glaubwürdigkeit des Projektes und dessen Ergebnissen bei den relevanten Stakeholdern.Die gemeinsame Förderung und Schirmherrschaft des Projektes durch die Bundesministerien für Umwelt und Landwirtschaft sorgt für eine gute politische Einbettung des Projektes.
F .R.A.N.Z. ist einzigartig mit einer Anlage auf zehn Jahre Projektlaufzeit, der Einbindung aller relevanten Stakeholder, dem partizipativen und kooperativen Miteinander innerhalb und außerhalb des Projektes und einer umfassenden wissenschaftlichen Begleitung und bietet gute Voraussetzungen für die Schaffung von praktikablen und akzeptierten Lösungen, die deutschlandweit umgesetzt einen erheblichen Beitrag zur Erhöhung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft leisten.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Jeder Betrieb setzt mehrere Maßnahmen auf bis zu 5-10 % der Betriebsflächen um, die Lebensräume für typische wildlebende Tier- und Pflanzenarten der Agrarlandschaft schaffen und sich gleichzeitig gut in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen. Überprüft wird die Wirkung der Maßnahmen auf die biologische Vielfalt an sechs Ziel-Organismengruppen: Amphibien, Wildbienen, Feldhasen, Pflanzen, Schmetterlingen und Vögeln. Die Populationsentwicklung dieser Gruppen wird im Zuge eines regelmäßig stattfindenden Monitorings untersucht und festgehalten. Weiterhin werden zwei Ökosystemfunktionen erfasst: So wird untersucht, wie sich die Maßnahmen auf die Bestäubungsleistung auswirken, etwa durch das veränderte Nahrungsangebot für bestäubende Insekten. Ebenso erforscht werden die Auswirkungen auf die bodenbiologische Aktivität, die die Nährstoffversorgung der Pflanzen sowie einen funktionierenden Wasserhaushalt und eine optimale Bodendurchlüftung begünstigt. F.R.A.N.Z. ist auf zehn Jahre angelegt. Dies verspricht belastbare wissenschaftliche Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der entwickelten Maßnahmen auf die biologische Vielfalt.
Maßnahmen mit hoher Wirksamkeit, die ebenfalls für die Landwirte praktikabel umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig sind, werden im Rahmen des Projektes entwickelt. Deutschlandweit umgesetzt, kann so ein wesentlicher Beitrag für den Erhalt und die Erhöhung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft geleistet werden.

Video:


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Dokumente

F.R.A.N.Z.-Studie zu Hindernissen und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft

Broschüre zum F.R.A.N.Z.-Projekt

 

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20095 Hamburg

Öffnungszeiten: 9-18 Uhr

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Tel.:040 6461 5625
sibylle.duncker@umweltstiftungmichaelotto.org
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