Ökologie im Stadtpark

Das Projekt "Ökologie im Stadtpark" wurde im Jahr 2013 ins Leben gerufen. Der Stadtpark Verein Hamburg e.V. möchte Menschen, die sich mit dem Stadtpark und seinen pflanzlichen und tierischen Bewohnern verbunden fühlen, für eine naturnahe und artenreiche Gestaltung ausgewählter Areale des Parks gewinnen.

Um die Lebensräume anspruchsvoller und seltener Tier- und Pflanzenarten aufzuwerten und zu vergrößern, wurden geeignete Maßnahmenräume ausgewählt und dort unterschiedliche praktische Naturschutzeinsätze konzipiert und durchgeführt. In dem Projekt kooperieren viele verschiedene Akteure – vom Kindergarten bis zur Oberstufe, die anrainende Blindenschule, der lokale Naturschutzverein und auch die zuständigen Gärtnerinnen und Gärtner der Stadt Hamburg.

Der Stadtpark liegt im Herzen von Hamburg. Die 148 Hektar große Grünanlage wurde 1914 fertiggestellt und sollte vor allem der Erholung und dem Wohle der menschlichen Bewohner Hamburgs dienen. Obwohl der Park an Sommerwochenenden von hunderttausenden Menschen besucht wird, ist er ein Refugium für viele Pflanzen und Tiere, die hier eine grüne Oase inmitten einer Millionenstadt gefunden haben.

Um die Lebensräume anspruchsvoller und seltener Tier- und Pflanzenarten aufzuwerten und zu vergrößern, wurden geeignete Maßnahmenräume ausgewählt und dort unterschiedliche praktische Naturschutzeinsätze konzipiert und durchgeführt: In einem neu angelegten und mit vielen unterschiedlichen Uferstauden bepflanzten Teich laichen mittlerweile Erdkröten und Grasfrösche, 12 verschiedene Libellenarten jagen hier und nutzen ihn zur Eiablage. Fünf verschiedene Fledermausarten profitieren bei der nächtlichen Jagd vom Insektenreichtum.
Einige Randbereiche von intensiv gemähten Rasen haben wir zu Blumen- und Langgraswiesen umgestaltet. Wir haben die Grasnarbe mit Spaten abgegraben, den Boden mit Sand ausgehagert und geeignete Saatmischungen eingesät. Auf den angelegten Mähwiesen blühen ab dem Frühjahr nektarreiche Blumen, die Wildbienen und Schmetterlinge anlocken. Im Sommer werden die Wiesen mit der Handsense gemäht. Die biologische Vielfalt hat auf diesen ehemaligen Kurzrasen stark zugenommen. In Hamburg selten gewordene Insekten wie der Aurorafalter können hier Nahrung finden und sich vermehren.

Mittlerweile bietet der Stadtpark Verein Hamburg e.V. Führungen zu den artenreichen Blühwiesen und deren Bewohnern an. Die Zunahme der Biodiversität wird von den Besuchern des Parks bemerkt und die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Entwicklungs- und Pflegeeinsätzen steigt stetig. In den lokalen Medien wurde über unser Engagement in den letzten Jahren immer wieder wohlwollend berichtet. Auch der NDR war bei einem Einsatz dabei (http://www.stadtparkverein.de/images/Fotos_allgemein/oekologie/Stadtpark-Verein.mp3).

In den nächsten Jahren sollen die Flächen vergrößert und weitere Bereiche des Stadtparks naturnäher gestaltet werden. Hierfür müssen wir unsere Bekanntheit noch steigern und verstärkt für die Belange der Natur im Stadtpark werben. So sollen zum Beispiel weitere Infotafeln über den Artenreichtum und den ökologischen Wert unserer Projektflächen informieren.

Wir sind noch lange nicht am Ziel aber auf einem guten Weg.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Kurz geschorene, oft gemähte Rasen machen den Großteil der Flächen in Parks aus. Sie lassen sich kostengünstig unterhalten und die Menschen nutzen sie gerne als Ort zum Picknicken oder für die Ausübung von Sportarten. Die Zahl der Blütenpflanzen und Gräser ist jedoch gering und beschränkt sich auf schnellwüchsige Grasarten und wenige Blütenpflanzen wie Gänseblümchen und Klee.

Auf den Flächen, die von uns ausgewählt und umgestaltet wurden, wird nur einmal im Jahr gemäht und das nur partiell. Davon profitieren viele Blütenpflanzen und mit ihnen die Insekten, die sie als Nektarquelle oder Futterpflanzen nutzen. Die Artenzahl der Blumen und Insekten hat stark zugenommen.
Wir haben den Übergang zum Wald neu gestaltet und Sträucher gepflanzt. Den Schlehdorn und seine Blüten nutzen mehr als 100 unterschiedliche Insektenarten als Nahrungsquelle. Die zahlreichen Insekten wiederum dienen den Singvögeln des Stadtparks als Nahrung. Habicht und Sperber jagen die Singvögel und werden selber vom Uhu gejagt. Dass so große Beutegreifer in einem so kleinen Areal vorkommen, zeigt die Bedeutung des Stadtparks als Oase inmitten der dicht besiedelten Stadt Hamburg.
Wir haben uns dafür eingesetzt, dass umgestürzte Bäume im Park liegen bleiben dürfen. Im Totholz leben zahlreiche teilweise seltene Insekten, die im Wirtschaftswald keine Nahrungsgrundlagen mehr finden.


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Dokumente

Diese Infotafel steht an einem neu angelegten Biotop und informiert über das Projekt ´Ökologie im Stadtpark´.

 

Besuchen Sie uns

Sierichsches Forsthaus

Otto-Wels-Straße 3
22303 Hamburg

Öffnungszeiten: dienstags von 12.00–15.00 Uhr und sonntags von 14.30–16.30 Uhr

Herr Andreas Lampe
Tel.:01795252135
oekologie@stadtparkverein.de
http://www.stadtparkverein.de/index.php/stadtparkverein/projekte/oekologie

 

Weitere Infos

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Hamburg

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