Torfmoos Pilotstudie

Ohne Moos, nichts los!

Nach Beendigung des Torfabbaus bleiben Moorflächen häufig sich selbst überlassen und mooruntypische Vegetation siedelte sich an. Die biologische Vielfalt entspricht nicht der eines wachsenden Moores. Torfmoose dagegen fördern neben der Wasserhaltung auch die Versauerung des zurückgeblieben Moorkörpers. So wird der Aufwuchs höherer Pflanzen unterdrückt und eine Ansiedlung von Moorspezialisten wie Sonnentau und Wasserschlauch gefördert.

Das Projekt fördert das Torfmooswachstum auf ehemaligen Torfabbauflächen und wird im Rahmen der Förderrichtlinie "Klimaschutz durch Moorentwicklung" durchgeführt. Es soll nach 2018 möglichst fortgeführt werden.

Torfmoose bilden die Grundlage eines lebendigen Moores. Durch die 300jährige Geschichte des örtlichen noch bestehenden Torfabbaus ist das Große Moor bei Gifhorn stark entwässert und zergliedert. Nach Beendigung des Abbaus bleiben die Flächen häufig sich selbst überlassen und mooruntypische Vegetation siedelte sich an. Die biologische Vielfalt entspricht nicht der eines wachsenden Moores.
Torfmoose dagegen fördern neben der Wasserhaltung auch die Versauerung des zurückgeblieben Moorkörpers. So wird der Aufwuchs höherer Pflanzen unterdrückt und eine Ansiedlung von Moorspezialisten wie Sonnentau und Wasserschlauch gefördert.

Im Großen Moor werden nach Ende des Abbaus kleinere Becken zur Wasserhaltung angelegt. Da diese häufig steile Kanten haben und sehr tief sind, siedeln sich dort Binsen und Rohrkolben und auch Bäume an, leider jedoch keine Torfmoose, die ein Moor als solches kennzeichnen. Gerade höhere Pflanzen fördern jedoch die Austrocknung und Zersetzung des verbliebenen Torfkörpers.
Wir versuchen in unserem Projekt in einem Randbereich des Moores, welches den Status eines Landschaftsschutzgebietes hat, in den Becken Torfmoose zu vermehren. Dabei nutzen wir die Wasserflächen, indem wir Schwimmträger bauen, dort einsetzen und auf diesen autochthone Torfmoose vermehren. Hier ist der Vorteil, dass die Torfmoose ganzjährig gleichmäßig mit Wasser versorgt werden können, da die Schwimmträger sich dem Wasserstand anpassen.
Zur Zeit wird größtenteils Sph. cuspidatum vermehrt, da diese Art sich sehr rustikal gegenüber der Qualität des Wassers zeigt. Durch den tiefen Abbau des Torfes wurden häufig grundwasserführende Schichten angeschnitten, so dass die zur Verfügung stehenden Wässer zu mineralisch sind und einen erhöhten ph-Wert aufzeigen.
Sobald die Schwimmträger flächig bedeckt sind sollen diese "geerntet" und in die ehemaligen Torfabbauflächen als Initialpflanzungen übertragen werden.

Das Projekt zur Torfmoosvermehrung wird im Rahmen der Förderrichtlinie "Klimaschutz durch Moorentwicklung" durchgeführt. Die Pilotstudie wird über einen Zeitraum von drei Jahren von 2016 bis 2018 mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, mit Mitteln des Landes Niedersachsen sowie mit Unterstützung der Bingo Umweltstiftung gefördert. Eine Verlängerung des Projektes ist angedacht, jedoch noch nicht bewilligt.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Die biologische Vielfalt eines Moores beruht auf der Existenz der Torfmoose. Sie bilden die Grundlage eines spezialisierten Naturraumes, der sich sowohl mikroskopisch in den einzelnen Zellen eines Torfmooses, als auch makroskopisch in der einzigartigen Landschaftsform Moor sichtbar zeigt. Moorspezialisten der Fauna und Flora können nur hier leben, zerstören wir die Moore, verlieren wir diese Vielfalt für immer.

Dem NABU Kreisverband Gifhorn ist es ein wichtiges Anliegen, der Öffentlichkeit den Naturraum Moor näher zu bringen. Daher bieten wir regelmäßig Veranstaltungen im Moor an, bei denen Schulklassen oder auch Firmen diesen einzigartigen Lebensraum kennenlernen und aktiv bei den Renaturierungsmaßnahmen im Moorschutz teilnehmen. Wir sind überzeugt, dass ein direkter Kontakt von Mensch und Natur die nachhaltige Basis für den Erhalt der biologischen Vielfalt legt.


Bild 1
Bild 2

Bild 3
Bild 4

Dokumente

Flyer NABU Inside.pdf

Plakat-Bild-5.pdf

 

Besuchen Sie uns

Torfmoos Pilotstudie

Hauptstr. 24
38542 Leiferde

Öffnungszeiten: Bürozeiten Mo-Do 9.00-13.00, im Gelände jederzeit

Frau Doris Plenter
Tel.:05373 4361
moor@nabu-gifhorn.de
http://www.nabu-gifhorn.de

 

Weitere Infos

NABU Kreisverband Gifhorn e.V.
Leiferde

Aktuelles, Projekte und Termine in unserem Newsletter
*Pflichtfeld