Alles im Fluss - der Elbebiber und sein Lebensraum

Der AK Biberschutz setzt sich aus mehr als 80 Ehrenamtlichen zusammen, die gemeinsam seit den 1970er Jahren die Bestandsentwicklung des Elbebibers erfassen, dokumentieren und die Öffentlichkeit über die ökologischen Beziehungen des Elbebibers, seiner Mitgeschöpfe und seines Lebensraums informieren. Der Arbeitskreis beteiligt sich an Forschung und Wissenschaft und versucht gemeinsam mit der Landesreferenzstelle Biberschutz durch Aufklärung und Beratung Konflikte mit der Landnutzung zu minimieren und Schutzmaßnahmen für den Biber auf der gesamten Landesfläche umzusetzen.

Der Elbebiber ist die in Sachsen-Anhalt autochthone Unterart des Bibers, hier hat er den Aussterbeprozess mit gerade 300 Exemplaren überlebt. Erste Schutzbemühungen gab es bereits in den 1920er Jahren. Die Schutzbemühungen wurden und werden bis heute forciert, weil die Menschen erkannten, welche artübergreifende Funktion der Biber im Naturhaushalt hat. Er befördert durch seine ganz besondere (gestalterische) Lebensweise die biologische Vielfalt, bringt Leben zurück, wo es durch anthropogene Landnutzung vernichtet wurde. Seine Bauten sind Kinderstube für Amphibien, Reptilien, Fische, Makrozoobenthos und Mollusken. Durch Strömungs- und Tiefendivergenzen, die er durch seine Wühl- und Fälltätigkeiten schafft, sorgt er für vielgestaltige Lebensräume, die sich positiv nicht nur auf Gewässerorganismen auswirken, sondern auch auf die Vogelwelt bis hin zu den Säugetieren erstreckt und das Mikroklima spürbar verbessert. Diese Prozesse erfasst der AK Biberschutz und veröffentlicht die Erkenntnisse jährlich im Rahmen einer Mitgliedertagung mit öffentlichem Charakter sowie im jährlich erscheinenden Mitteilungsblatt des AK. Leider findet der Biber in der heutigen Kulturlandschaft aufgrund der intensivierten Landnutzung und der Bewirtschaftungsmethoden von Gewässern und Ufern fast nur noch verödete Lebensräume vor. Der Mensch lässt ihm in weiten Teilen der Gewässerlandschaften viel zu wenig Platz und Nahrung am Ufer, wodurch immer wieder Konflikte mit der Landnutzung entstehen. Forderungen nach der Bejagung der Biber werden auch in Sachsen-Anhalt immer lauter, wirtschaftliche Interessen drohen immer stärker den Biber wieder zu verdrängen.

Zurzeit leben ca. 3400 Biber in Sachsen-Anhalt. Der Biber hat also beinahe 100 Jahre benötigt, seinen Bestand zu verzehnfachen, was nur durch strengste Schutzbemühungen gelingen konnte. Der Arbeitskreis Biberschutz erfasst die aktuellen Ansiedlungen des Bibers, dokumentiert jährlich den Besatz, macht auf Probleme und Konflikte mit der Landnutzung in den Biberrevieren aufmerksam und versucht gemeinsam mit den Akteuren vor Ort geeignete Lösungen für den Biberschutz zu erwirken. Oft sind Nutzungsänderungen an den Ufern nötig, um die bestehenden Konflikte zu minimieren. Hier versucht der Arbeitskreis aufzuklären. Handlungsempfehlungen wurden erarbeitet, lokale Lösungsansätze entwickelt. Im Sinne der Stabilisierung und Verbesserung der biologischen Vielfalt vor allem in und an Gewässerlebensräumen sollte der Biber im Sinne des Artenschutzes viel stärker Beachtung finden, auch der Hochwasserschutz profitiert von der Aktivität des Bibers an den Gewässern. Die dringend notwendige Renaturierung verödeter Gewässer wird vielerorts mit hohem finanziellen Aufwand getätigt.

Der Schutz des Bibers trägt dazu bei, dass Gewässer schonend und auf natürliche Weise renaturiert werden können. Der AK stellt kontinuierlich seit Jahrzehnten den Zusammenhang zwischen ehrenamtlichen Engagement und staatlichem Naturschutz her und beteiligt sich an der Fortschreibung der Schutzbemühungen im Strudel der politischen Entwicklungen. Beteiligung an Wissenschaft und Forschung gehört ebenfalls dazu.

Es gibt Kooperationen bezüglich der Öffentlichkeitsarbeit und der Sammlung wissenschaftlichen Materials mit dem Naturkundemuseum Magdeburg und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Unter anderem reicht die Totfundanalytik mit in das Aufgabenfeld des AK. Dabei werden vor allem populationsbiologische Merkmale des Elbebibers erarbeitet, auf internationalen Tagungen vorgestellt oder in wissenschaftlichen Magazinen veröffentlicht. Regionale Presse- und Medienarbeit sowie öffentliche Exkursionen und Führungen in die Biberlebensräume sind Bestandteil des Aufgabenfeldes des AK. Der NABU Landesverband unterstützt aktiv die Arbeit des AK.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Der AK bemüht sich seit vielen Jahrzehnten um den Schutz der biologischen Vielfalt an und in den Gewässern Sachsen-Anhalts. Der Biber ist dabei die Leitart, denn seine Bau- und Wühlaktivitäten bieten den zahlreichen Organismen in und an den Gewässern verbesserte Überlebenschancen und Lebensräume. Diese durch den Biber geschaffenen Lebensräume zu erhalten und die Ausbreitung des Bibers in Sachsen-Anhalt mit all den dazugehörenden Konsequenzen kontinuierlich zu begleiten war Gründungszweck in den 1970er Jahren und ist bis heute das Hauptanliegen des AK. Dafür setzen wir uns mit ganzer Kraft ein.


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Frau Antje Weber

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Weitere Infos

Arbeitskreis Biberschutz im NABU Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.
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