Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald

Das „Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald“ steht auf zwei Fördersäulen: Dem Bereich Naturschutz und dem Bereich Vermarktung. Gemeinsames Ziel ist der Erhalt der Streuobstbestände und der Obstkultur im Bayerischen Vorwald. Neupflanzung, Pflege und Erhalt, sowie die Inwertsetzung der Bäume über regionale Vermarktung und Umweltbildung sind Kern der Arbeit.

Das „Netzwerk Streuobst“ wurde 2011 gestartet. Der Bereich Naturschutz ist ein BayernNetzNatur-Projekt, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit fachlicher Begleitung von der Höheren Naturschutzbehörde, Regierung von Niederbayern. Der Bereich Vermarktung ist Teilprojekt der Integrierten Ländlichen Entwicklung „ILE nord23“ des nördlichen Landkreises Straubing-Bogen (Amt für Ländlichen Entwicklung Niederbayern). Träger sind die Gemeinden Ascha, Falkenfels, Neukirchen, Perasdorf, Rattiszell, Steinach, Sankt Englmar (nur Vermarktung) und Wiesenfelden.
Ziel ist der Erhalt der naturschutzfachlich wertvollen Streuobstbestände sowie der Obstkultur der Region. Streuobst-Wiesen und alte Kulturgärten des ländlichen Raumes spielen eine wesentliche Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Vorwald im nördlichen Landkreis Straubing-Bogen ist eine uralte Streuobstregion, deren Obst in früherer Zeit weithin exportiert wurde.
Um diese Kultur der biologischen Vielfalt zu erhalten, wurden seit 2011 ca. 1.000 Obstbäume neu gepflanzt. Dazu fand im Vorfeld eine persönliche Beratung der Eigentümer statt. Zudem konnten über 500 teilweise über 70 Jahre alte Obstbäume über Pflegeschnitte revitalisiert werden. In den beteiligten Gemeinden wurden Strukturkartierungen durchgeführt und über eine intensive Öffentlichkeitsarbeit wird laufend über das Projekt berichtet, um den Wert der Streuobstbestände für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu kommunizieren. Am Netzwerk sind alle relevante Institutionen vor 0rt wie die Obst- und Gartenbauvereine, die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege, die Untere Naturschutzbehörde, der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen und der Naturpark Bayerischer Wald beteiligt. Über zahlreiche Umweltbildungsmaßnahmen mit Kindergärten und Schulen (z.B. im Kreisobstlehrgarten in Neukirchen) und ein vielfältiges Erwachsenenangebot wird die Thematik auch in Verbindung mit gesunder Ernährung didaktisch und pädagogisch der Bevölkerung aufbereitet und vermittelt.
Eine zentrale Rolle beim Erhalt der Streuobstbestände spielt aber auch die ökonomische Betrachtung. Im Bereich Vermarktung geht es daher um die Inwertsetzung der Obstbestände. So wurden in Partnerschaft mit der Kelterei Nagler aus Regensburg vor Ort wieder Apfelsammlungen im Herbst initiiert und organisiert. Diese Sammlungen finden seit 2011 von Ende September bis Ende Oktober an fünf Standorten statt. Seitdem wurden fast 250 Tonnen Äpfel gesammelt. Aus einem Teil der Sammlung stellt die Kelterei den „Vorwald-Apfelsaft“ her, der im Einzelhandel vor Ort angeboten wird. Um die Vermarktung regionaler Streuobstprodukte zu fördern, wurde eine eigene regionale Naturschutzmarke entwickelt und patentrechtlich eingetragen: „Vorwald – ganz nah am Ursprung“. Die Vermarktungsstrategie ist zweigleisig: Größere Mengen gehen in die Erfassung der Kelterei, die daraus einen hochwertigen naturtrüben Apfelsaft und den „Vorwald-Apfelsaft“ herstellt. Regionale Erzeuger können die Marke vor Ort nutzen und so ihre Vermarktungsmöglichkeiten verbessern. Gleichzeitig sind die Vorwaldprodukte hervorragende Botschafter für die Projektziele. Mittlerweile sind „Vorwald-Honig“, „Vorwald-Apfelschaumwein“, „Vorwald-Streuobstler“ und „Vorwald-Honigwein“ auf dem Markt erhältlich.
Seit 3 Jahren findet im Herbst die sogenannte Vorwald Streuobstwoche „Die Region isst Gesund“ statt. Die Themen "Gesunde Ernährung", "Naturnahe Erzeugung", "Lifestyle", "Erholung" spielen im Projekt eine wesentliche Rolle, aber auch die extreme Sortenvielfalt in den alten Streuobstbeständen. Die Streuobstwochen in Kooperation mit regionalen Gastronomen und Bäckereien, sowie ein begleitendes Umweltbildungsangebot sind die zentralen Säulen bei den Streuobstwochen. Stark eingebunden sind hier das Tourismusbüro der Gemeinde Sankt Englmar, aber auch die Tourismusverantwortlichen der anderen Gemeinden und des Naturparks Bayerischer Wald. Bereits zweimal war das Netzwerk Streuobst Gast beim Herbstmarkt im Advent, den das Bayerische Staatsministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in München jedes Jahr veranstaltet. Künftig werden touristische Ansätze eine noch größere Rolle einnehmen. Die Region soll mittel- bis langfristig als Streuobstregion mit besonderer Verantwortung für gesunde Ernährung durch die traditionelle Sortenvielfalt im Streuobstanbau und bei Erhalt der heimischen Biodiversität in der öffentlichen Wahrnehmung verankert werden.

Bezug zur biologischen Vielfalt:

Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Biotopen unserer Kulturlandschaft und der Arten- und Sortenreichtum ist auch im Bayerischen Wald unabdingbar an traditionelle, so genannte extensive Landnutzungsformen gebunden. Unzählige Schmetterlinge und sonstige Klein- und Kleinstlebewesen leben auf unseren Obstbäumen. Zahlreiche Vögel ernähren sich von ihnen und finden Schutz im dichten Blätterdach. Die Bestände von Streuobst (und dadurch auch die biologische Vielfalt) sind stark gefährdet. So haben Rodungen in der Vergangenheit zum Verschwinden von weit mehr als der Hälfte aller bayerischen Streuobstbestände geführt. Im „Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald“ haben sich einige Gemeinden zusammengeschlossen, um für den Erhalt dieser Naturschätze einzustehen.
Viele Tierarten profitieren von alten Streuobstbeständen. Der Grünspecht, der offene Landschaften und lichte Baumbestände liebt, ist so eine typische Art im Bayerischen Vorwald. Sehr gerne nimmt auch die Bechsteinfledermaus Baumhöhlen in Streuobstbeständen an. So sind sie im Projektgebiet sehr häufig anzutreffen. Das Fallobst nutzen Schmetterlingsarten wie der Admiral, der sehr gerne daran saugt.
Für das Netzwerk ist der Siebenschläfer fast so etwas wie eine Leitart. Denn er steht insbesondere für die innige Verbindung aus Dorf und Obstgarten, für Natur und Kultur, wie sie typisch für den Bayerischen Vorwald und so viele andere ländliche Regionen Bayerns ist.


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Dokumente

Flyer ´Vorwald - Ganz nah am Ursprung´

Flyer ´Vorwald-Streuobstwoche 2016 - Die Region isst gesund´

Infoblatt ´Neue Obstkultur im Vorwald´

PowerPoint-Präsentation ´Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald´ (aus 2014)

 

Besuchen Sie uns

Gemeinde Neukirchen

Hauptstraße 2
94362 Neukirchen (Niederbayern)

Öffnungszeiten: Tourismusbüro: Montag bis Donnerstag 07.30 – 12.00 Uhr Montag, Mittwoch, Donnerstag 13.00 – 16.00 Uhr Dienstag 13.00 – 17.00 Uhr Freitag 07.30 – 12.30 Uhr

Herr 1. Bürgermeister Rudolf Seidenader
Tel.:09961/910210
tourismus@neukirchen.net
http://www.neukirchen.net

 

Weitere Infos

Gemeinden: Ascha, Falkenfels, Neukirchen, Perasdorf, Rattiszell, Sank Englmar, Steinach und Wiesenfelden
Neukirchen (Niederbayern)

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